Stand: 10.11.2015 12:44 Uhr

Plön: Malerische Residenzstadt am See

"Die kleine Stadt liegt, rings von Seen umgeben, auf einem schmalen Landstrich rings um den mäßigen Hügel herum, dessen Höhe das alte herzogliche Schloss einnimmt, von alten Bäumen, Alleen und terrassenartig abfallenden Gärten umringt. Um die weit gestreckten Wasserflächen der Seen zieht sich über Hügelreihen ein Gürtel herrlicher Buchenwaldungen, dazwischen eine fruchtbar lachende Landschaft."

So beschrieb der Musikhistoriker Rochus von Liliencron in den "Jugenderinnerungen" von 1902 seinen Geburtsort. Plön ist mit rund 13.000 Einwohnern auch heute noch eine gemütliche Kleinstadt. Ihre malerischen Gassen, die Twieten, laden genauso wie die kilometerlange "Strandpromenade" am Großen Plöner See zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Mit 13 Badestellen und einem breiten Wassersportangebot ist der See außerdem ein ideales Revier für Schwimmer, Segler und Surfer.

Die Stadt der Herzöge

Wie die Schwesterstadt Eutin geht Plön auf eine alte slawische Siedlung zurück und bekam im Mittelalter (1236) Stadtrechte verliehen. Wahrzeichen der Stadt ist das schon von Ferne zu erkennende Schloss. Die Herzöge zu Schleswig-Holstein-Plön, die 200 Jahre lang in Plön residierten, ließen es während des Dreißigjährigen Krieges auf einem Hügel errichten. Dort stand bereits im 12. Jahrhundert eine Burg. Das Schloss zählt zu den bedeutendsten Renaissance-Bauten im Lande und ist - nach Schloss Gottorf - die zweitgrößte Anlage aus dieser Zeit. Bis zum Tod von Herzog Friedrich Karl von Schleswig-Holstein-Plön im Jahr 1761 diente es als Residenz, danach noch einige Zeit als Witwensitz. Anschließend begann eine bewegte Zeit mit unterschiedlichen Nutzungen, unter anderem als Gelehrtenschule.

Von der Sommerresidenz zur Akademie

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Weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt ist das weiße Schloss.

Ab 1840 bewohnte der dänische König Christian VIII. das Schloss als Sommerresidenz. Er war es auch, der den strahlend weißen Putz aufbringen ließ. Nach dem Krieg von 1864 fiel es an Preußen, Startpunkt einer eher militärisch geprägten Phase der Schlossgeschichte. Es wurde nun im Inneren kasernenartig umgebaut. Die Söhne von Kaiser Wilhelm II. gingen in Plön Ende des 19. Jahrhunderts auf die Kadettenschule. 1933 zog eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (Napola) ins Schloss ein. Kurz vor dem Ende der NS-Herrschaft befand sich hier am 2. Mai 1945 sogar für einen Tag der Sitz der Regierung von Reichspräsident Kurt Dönitz.

Erst ab 1946 diente das Schloss wieder friedlichen Zwecken, 55 Jahre lang war es Internat. Da dem Land Schleswig-Holstein die Mittel für eine dringend notwendige Sanierung fehlten, verkaufte es das Gebäude 2001 an den Fielmann-Konzern. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten hat eine gemeinnützige Akademie als öffentliche Bildungsstätte für das Augenoptiker-Handwerk eröffnet. Nach Voranmeldung sind Führungen durch die Räume möglich.

Rokoko-Pracht im Prinzenhaus

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Doch nicht allein das Schloss ist sehenswert. Das sogenannte Prinzenhaus, in das 1896 die Kronprinzen Wilhelm und Eitel Friedrich als Kadetten einzogen, liegt in Sichtweite auf einer Halbinsel. 1744 war das von außen unscheinbare Gebäude als Gartenhaus für das Herzogspaar entstanden. Von innen ist es reich im Rokokostil ausgeschmückt. Für die Schulausbildung der jungen Prinzen wurden extra zwei Seitenflügel angebaut. 1910 wurde die Prinzenschule geschlossen. Später diente das Haus als Lazarett und Internat. Nach einer umfassenden Sanierung ist das Rokokoschlösschen seit 2003 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Von Mitte Januar bis Mitte Dezember finden Führungen durch die Dauerausstellung des Prinzenhauses statt.

Natur genießen auf der Prinzeninsel

Neben dem Kunst- spielt auch der Naturgenuss in Plön eine wichtige Rolle. Ein interessanter Rundgang über die dicht bewaldete Prinzeninsel bietet immer wieder schöne Seepanoramen. Eine Badestelle mit Sandstrand, das Prinzenbad, lädt bei Sommerwetter zum Verweilen ein. Die etwa zwei Kilometer lange und stellenweise nur 30 Meter breite Halbinsel darf nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden. Am südlichen Ende empfängt ein Restaurant mit kleinem Streichelzoo seine Gäste. Auf der Südspitze steht ein kleiner Pavillon am Lieblingsplatz der letzten deutschen Kaiserin Auguste Victoria auf der Halbinsel. Ihre Söhne erhielten auf der Prinzeninsel eine landwirtschaftliche Ausbildung. Noch heute gehört das schmale Landstück dem Haus Preußen.

Besuch im Naturparkhaus

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Ein Bummel auf der Promenade am See gehört zu jedem Plön-Besuch.

Interessant für Groß und Klein ist ein Besuch im Naturpark-Haus, das mit dem Motto "Ausprobieren, anfassen, Geräusche erraten, Interessantes erfahren, Fragen stellen" zum aktiven Erkunden einlädt. Es liegt ebenfalls im Schlossgebiet, zwischen Schloss und Schlossgarten. Von Ostern bis Ende Oktober lockt die Aussicht vom Parnaßturm, einer 20 Meter hohen Stahlfachwerk-Konstruktion in der Rodomstorstraße nördlich des Stadtzentrums.

Auch ein Blick ins Heimatmuseum lohnt sich - das Museum des Kreises Plön beherbergt die Norddeutsche Glassammlung. Beliebt sind zudem Ausflüge wie die große Plöner Seerundfahrt, die Bosau-Schiffsfahrt oder Radtouren auf den vielen ausgeschilderten Wegen.

Eine Besuchergruppe steht in Plön unter einem Torbogen.

Küssen in Plön: Ein Rundgang für Romantiker

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Sabine Völker führt Besucher an Orte in Plön, an denen sich Menschen schon einmal heimlich geküsst haben: enge Twieten, Stege, den Strandweg. Küssen ausdrücklich erlaubt!

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