Hamburg
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Ort der Besinnung und der Stille, des kulturellen Reichtums und der Begegnung mit der Vergangenheit: der Parkfriedhof Ohlsdorf im Norden Hamburgs ist eine Grünanlage, die heute zu den bemerkenswertesten Deutschlands zählt. Dichter, Musiker und Schauspieler fanden hier ebenso ihre letzte Ruhestätte wie Soldaten, Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft sowie unzählige Namenlose. Imposante Mausoleen und repräsentative Grabanlagen zeugen vom Reichtum hanseatischer Kaufleute, Gedenksteine und Mahnmale von Zeiten des Schreckens. Mit 391 Hektar Fläche - so viel wie 566 Fußballfelder - ist der Ohlsdorfer Friedhof der größte Parkfriedhof der Welt.
Der größte Parkfriedhof der Welt liegt mitten in Hamburg: Um den Friedhof Ohlsdorf kümmern sich 125 Vollzeit-Gärtner. Einer von ihnen ist Peter Wichmann.
Der Friedhof als romantischer Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen, Hügeln und Teichen - ein Erholungsraum für die Lebenden und nicht allein eine Ruhestätte der Toten: Nach dieser Idee legte der Architekt und erste Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes den ersten Teil des Parkfriedhofs an. Jeder Verstorbene sollte dort in seinem Grab wie in einem eigenen kleinen Paradiesgarten ruhen.
391 Hektar Gelände
36.000 Bäume
15 Teiche
13 Kapellen und 3 Feierhallen
256.000 Grabstätten, davon 52.000 Kriegsopfer
1,4 Mio. Beisetzungen
2 Millionen Besucher jährlich
17 Kilometer Straßennetz
Am 1. Juli 1877 wird der Friedhof feierlich eröffnet. Ab 1882 werden die kirchlichen Friedhöfe, die bereits seit 1812 aus hygienischen Gründen außerhalb der Stadt lagen, nach und nach geschlossen. Für die kommenden Jahrzehnte ist Ohlsdorf der einzige Begräbnisplatz Hamburgs. Schon bald entstehen erste repräsentative Grabstätten und Mausoleen reicher Hamburger Reeder, Kaufleute und Architekten. Nahe dem Haupteingang wird von 1896 bis 1905 ein Ehrenfriedhof in Form eines Barockgartens mit Treppenanlage und hoch aufragender Christusfigur angelegt, auf dem verdiente Hamburger Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe finden sollen. Verschiedene Bürgermeister und Kaufleute, aber auch Künstler wie Philipp Otto Runge oder die Schauspieler Gustav Gründgens und Ida Ehre sind in diesem Parkteil, der heute "Althamburgischer Gedächntnisfriedhof" heißt, bestattet.
1919 übernimmt Otto Linne das Amt des Friedhofsdirektors. Sein gestalterischer Ansatz unterscheidet sich stark von Wilhelm Cordes' landschaftsromantischen Vorstellungen. Linne favorisiert klare Linien und geometrische Formen. Hecken und Baumreihen trennen die gartenartigen Grabquartiere voneinander ab. Große, repräsentative Grabstätten und Mausoleen, wie sie im Cordes-Teil vorkommen, sind als Zeugnisse sozialer Unterschiede nun unerwünscht und deshalb im sogenannten Linne-Teil des Friedhofs nicht zu finden.