Stand: 13.07.2017 11:26 Uhr

Ausflug nach Kappeln an der Schlei

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Boote, kleine Kapitänshäuser und die Nikolaikirche: So zeigt sich Kappeln vom Wasser aus.

Die Schlei, Deutschlands längster Ostseefjord, wird von vielen hübschen Orten gesäumt. Touristisches Zentrum ist die Stadt Kappeln. Der ehemalige Fischerort wurde 1357 erstmals urkundlich erwähnt. Der Hafen mit Anleger, Fischerbooten und Promenade ist noch immer ein wichtiger Anziehungspunkt. In dem kleinen Museumshafen können Besucher sich alte sowie nach Originalvorlagen nachgebaute Schiffe unterschiedlicher Typen ansehen.

Der Name Kappeln geht auf eine Schifferkapelle zurück, die im 12. Jahrhundert errichtet und dem heiligen Nikolaus, Schutzpatron der Seefahrer, gewidmet wurde. Die Kapelle steht schon lange nicht mehr, heute ist St. Nikolai die älteste Kirche der Stadt. Der barocke Backsteinbau entstand zwischen 1789 und 1793. Die Inneneinrichtung, die komplett aus Holz besteht, ist noch im Original erhalten. Besonders sehenswert ist der Flügelaltar aus dem Jahr 1641.

St. Nikolai liegt direkt hinter dem Hafen. Von dort führen viele hübsche Gassen - die meisten davon Fußgängerzone - durch das kleine Stadtzentrum.

Der letzte Heringszaun an der Schlei

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Der Heringszaun ist bereits mehrere hundert Jahre alt.

Eine Besonderheit und ein Wahrzeichen Kappelns ist der Heringszaun in der Schlei - er ist der letzte noch erhaltene von einst etwa 40 an dem Fjord und der einzige in Europa. Schon im 15. Jahrhundert nutzten die Menschen die Anlage aus Weidenholz, um Fische zu fangen. Die Funktionsweise des Zauns ist simpel: Zwei Pfahlreihen stehen sich gegenüber, deren Abstand in Fließrichtung immer kleiner wird. Am Ende hängt ein Netz in Sackform, in das die Fische hineinschwimmen. Dieses altbewährte System funktioniert noch heute. Der Pächter des Zauns darf den Fang einholen.

Die Heringe und der Zaun stehen auch im Mittelpunkt der Kappelner Heringstage, die seit 1979 immer am Himmelfahrts-Wochenende stattfinden. Bei dem Stadtfest wetten Prominente und Bürger, wie schwer der Himmelfahrts-Fang im Zaun sein beziehungsweise wie viele Heringe er umfassen wird. Zum Programm gehören außerdem Konzerte, Spiele, Feuerwerk und natürlich Spezialitäten vom Hering.

Klappbrücke und alte Mühle

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Eine mächtige Klappbrücke verbindet die beiden Ufer der Schlei.

Einen guten Blick auf den Heringszaun haben Touristen von der Klappbrücke. Die 210 Meter lange Stahlkonstruktion zieht sich weithin sichtbar über die Schlei und verbindet seit 2002 das Stadtzentrum mit dem gegenüberliegenden Ufer. Einmal stündlich - jeweils 15 Minuten vor jeder vollen Stunde - wird die Brücke geöffnet, damit Schiffe passieren können.

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Die Holländer-Mühle "Amanda" ist schön renoviert.

Ein weiteres interessantes Bauwerk ist die Mühle "Amanda". Mit einer Höhe von gut 30 Metern und insgesamt acht Stockwerken ist sie größte Holländermühle in Schleswig-Holstein. Sie wurde 1888 erbaut, diente bis 1964 als Kornmühle und wurde Ende der 1970er-Jahre umfassend restauriert. Heute befinden sich in der Mühle ein Trauzimmer sowie die Touristinformation der Stadt. Von der öffentlich zugänglichen Galerie haben Besucher einen guten Ausblick auf Stadt und Umland. Zur Mühle gehört auch ein historisches Sägewerk, das noch in Betrieb ist und besichtigt werden kann.

Ausflug mit dem Schiff und der Dampflok

Kappeln ist ein idealer Ausgangspunkt, um die landschaftlich reizvolle Umgebung zu erkunden. Vom Hafen starten in der Saison von April bis Ende Oktober regelmäßig Ausflugsschiffe zu Törns auf der Schlei. Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit der Angelner Dampfeisenbahn ins 15 Kilometer entfernte Süderbrarup. Per Rad lässt sich die Schlei ebenfalls gut erkunden - etwa auf einer der 15 Touren zwischen Kappeln und Schleswig.

Kappelns Kult-Kneipe "Palette".

Kappelns Kult-Kneipe "Palette"

Nordtour -

Vor 30 Jahren kam Hans-Peter Scholz aus Berlin nach Kappeln und eröffnete die Kulturkneipe "Palette". Hier können linke Musik- und Theatergruppen auftreten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Nordtour | 28.01.2017 | 18:00 Uhr

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