Stand: 02.04.2014 17:25 Uhr

Helmstedt - Stadt mit langer Geschichte

von Ariane Peters

Im östlichen Zipfel von Niedersachsen, direkt im Naturpark Elm-Lappwald und an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, liegt Helmstedt. Als innerdeutsche Grenzstadt war sie für viele lange Zeit nur eine Transitstation auf der Fahrt nach Berlin. Zu Unrecht, denn die ehemalige Hanse- und Universitätsstadt ist mehr als 1.000 Jahre alt und hat einiges zu bieten. In der ansehnlichen Altstadt stehen mehr als 400 Fachwerkhäuser. Viele stammen noch aus der Zeit der Romantik und der Renaissance.

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Das Juleum in Helmstedt ist ein mehrgeschossiges Hörsaal- und Bibliotheksgebäude der ehemaligen Universität.

Helmstedt entwickelte sich in der Nähe des Benediktinerklosters St. Ludgeri, das noch heute zu besichtigen ist. Bis zum Jahr 1490 waren die Äbte des Klosters Werden-Ludgeri die Stadtherren von Helmstedt. Sie mussten ihre Rechte an die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg abtreten. Helmstedt entwickelte sich schnell zu einem bedeutenden Handelsort, nicht zuletzt wegen der günstigen Lage zwischen den Handelsstraßen Lüneburg-Halberstadt und Braunschweig-Magdeburg. Zwischen 1426 und 1518 gehörte die Stadt sogar zur Hanse - wenn auch als kleinstes Mitglied.

Früher Universität, heute Kulturzentrum

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In der alten Helmstedter Universität finden regelmäßig Konzerte statt.

Es war Herzog Julius, der 1576 die Academia Julia, die erste protestantische Universität Niedersachsens, gründete. Sie gehörte zeitweilig zu den wichtigsten Universitäten im heutigen Norddeutschland und dominierte das Leben der Stadt, bis der Bruder Napoleons ihre Auflösung im Jahre 1810 befahl. Er soll, zum Leidwesen der Helmstedter, die Universität Göttingen als ausreichend betrachtet haben. Das schlossartige Gebäude gehört heute zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Helmstedt. Es wurde vom Hofarchitekten Paul Francke im Stil der Renaissance entworfen. Heute ist die Academia ein Kulturzentrum, in dem regelmäßig Konzerte stattfinden. Die Bibliothek im Obergeschoss beherbergt etwa 30.000 Titel aus alten Universitätsbeständen. Im Kellergewölbe befindet sich das Universitätsmuseum mit einer Ausstellung über die Geschichte der "Alma Mater".

Service

Touristen-Information Landkreis Helmstedt: Tel. (05351) 121 14 44

Zonengrenz-Museum
Südertor 6
38350 Helmstedt

Öffnungszeiten:
Mo geschlossen
Di, Mi, Fr: 15 - 17 Uhr, Mi auch 10 - 12 Uhr
Do 15 - 18.30 Uhr
Sa - So: 10 - 17 Uhr

Eintritt: 3 Euro, Kinder bis 11 Jahre frei

Seit 750 Jahren bläst der Turmwächter

Am Ende der Neumärker Straße steht das älteste erhaltene Stadttor im ganzen Braunschweiger Land. Den Hausmannsturm gibt es schon seit mehr als 750 Jahren. Er wurde viereckig angelegt und besitzt eine Höhe von 36 Metern. Sein heutiges Aussehen erhielt er in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts als letztes Tor des Stadtmauerringes. Turmwächter der Stadt Helmstedt war der "Helmstedter Hausmann". Er wohnte im Hausmannsturm und hatte mit seinem Horn "die Stunden abzublasen", um die Bürger vor drohenden Gefahren zu warnen. Auch heute noch bläst ein Helmstedter Hausmann traditionell von April bis Oktober jeden Samstag vom Hausmannsturm aus.

Besuch im Zonengrenz-Museum

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Die ehemalige innerdeutsche Grenze bei Helmstedt existiert heute nur noch auf einem Schild.

Als ehemalige Grenzstadt an der innerdeutschen Grenze ist Helmstedt auch historisch interessant. Die jüngste Geschichte ist mittlerweile sogar museumsreif. Das Zonengrenz-Museum dokumentiert den Bau der Mauer mit originalen Warnschildern, Minen, Selbstschussanlagen und Fotografien. Hier bekommt die Mauer ein Gesicht. Was vor 1989 unvorstellbar war, ist heute eine Touristenattraktion: Der Verein Grenzenlos bietet sogar Rundfahrten entlang des ehemaligen Grenzstreifens an.

Spaziergang über die ehemalige Grenze

Ein besonderer Höhepunkt ist ein Spaziergang über den Grenzkontrollpunkt Marienborn-Helmstedt. Anders als die Grenze bei Hötensleben war dieser Grenzabschnitt an der Bundesautobahn 2 passierbar. Etwa 1.000 Bedienstete arbeiteten in der bedeutendsten und größten Übergangsstelle zur DDR. Heute ist dieser Ort eine Gedenkstätte.

Gedenkstätte

Sieben Hektar deutsch-deutsche Geschichte

Schikanös war es hier bis 1989: In Helmstedt-Marienborn war einer der größten Grenzübergänge zwischen Ost und West. Heute erinnert eine Gedenkstätte an die deutsche Teilung. mehr

Bei einem Besuch des Geländes werden auch ehemalige Funktionseinheiten wie die Passkontrollstation, die Kontrollgarage und der Kommandoturm besichtigt. Eine Dauerausstellung erklärt die historischen Zusammenhänge und dokumentiert den Ausbau der Grenzanlagen. Öffentliche Rundfahrten finden an jedem vierten Sonnabend in den Monaten Mai bis Oktober sowie am 3. Oktober statt. Sonderfahrten können zu fast jedem beliebigen Termin gebucht werden.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 23.07.2016 | 19:30 Uhr

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