Stand: 30.03.2016 11:09 Uhr

Tipps für einen Ausflug zum Nord-Ostsee-Kanal

Seit mehr als 100 Jahren erspart der Nord-Ostsee-Kanal Schiffen den langen Weg um die Nordspitze Dänemarks. Das freut nicht nur die Kapitäne auf dem Weg von Meer zu Meer, sondern auch Seh-Leute an Land. Ihnen bieten sich spektakuläre Perspektiven, wenn riesige Frachter oder Luxusliner durch das schleswig-holsteinische Binnenland zwischen Kiel und Brunsbüttel gleiten. So hat sich der Kanal zu einem beliebten Ausflugsziel mit entsprechender Infrastruktur entwickelt: Auf befestigten Wegen an beiden Ufern kommen Radfahrer und Spaziergänger den Schiffen fast zum Greifen nah und viele Lokale mit Kanalblick locken auch bei schlechtem Wetter Schaulustige an.

Martin Kruse zeigt Heike Götz seine Dampfmaschine im Wohnzimmer. © NDR/Ulrich Koglin, honorarfrei

Am Nord-Ostsee-Kanal

Landpartie - Im Norden unterwegs -

Moderatorin Heike Götz ist unterwegs am Nord-Ostsee-Kanal, besucht Menschen aus der Region und ist immer auf der Suche nach den großen und kleinen Geheimnissen Norddeutschlands.

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Kilometerlange Brücken queren den Kanal

Wer den Kanal auf maritime Art kennenlernen möchte, kann selbst auf ein Schiff steigen. Mehrere Reedereien haben Touren unterschiedlicher Länge im Programm. Besonders stilvoll geht es an Bord des mehr als 100 Jahre alten Raddampfers "Freya" zu, der überwiegend auf der Strecke Kiel-Rendsburg unterwegs ist.

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Sind Sie ein Kanal-Kenner?

Er führt quer durch Schleswig-Holstein und ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Wie gut kennen Sie den Nord-Ostsee-Kanal? Testen Sie es im Quiz! Quiz

Die Chance, mächtigen Schiffen zu begegnen, ist groß: Im Schnitt passieren jährlich rund 32.000 Schiffe den fast 100 Kilometer langen Kanal. Damit gilt er als meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Von Mai bis Oktober sind besonders viele Passagierschiffe zwischen Nord- und Ostsee unterwegs, darunter auch viele Luxusliner.

Für herrliche Ausblicke auf den Kanal sorgen die zehn Brücken. Die teilweise spektakulären Bauwerke heben sich hoch aus der flachen Landschaft, damit Schiffe mit bis zu 40 Meter hohen Aufbauten den Kanal nutzen können. Als interessanteste Brücken gelten die Levensauer Hochbrücke sowie die Eisenbahn-Hochbrücken Hochdonn mit einer Gesamtlänge von 2,2 Kilometern und Rendsburg mit 2,5 Kilometern. Den Längenrekord hält mit 2,8 Kilometern jedoch die Straßenbrücke im Verlauf der Bundesstraße 5 bei Brunsbüttel.

Rendsburg: Hochbrücke mit Schwebefähre

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Von der Elbe bis zur Förde

Eine Bilderreise entlang der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt. Bildergalerie

Die imposanteste Kanalbrücke steht in Rendsburg: Die 42 Meter hohe Stahl-Konstruktion wurde von 1911 bis 1913 erbaut und gilt noch heute als eine der bedeutendsten und größten Brücken Europas. An ihrem höchsten Punkt befindet sich eine Aussichtsplattform, von der Besucher einen großartigen Ausblick auf die Wasserstraße und das Umland haben. Führungen zur Plattform bietet die Tourist-Information von Mai bis September jeweils sonntags um 14 und 15 Uhr an (Kosten: 5 Euro pro Person).

Auf der Rendsburger Seite der Brücke empfängt eine Begrüßungsanlage täglich von 10 bis 20 Uhr alle Schiffe mit Flagge und Nationalhymne ihres Heimatlandes. Ein technisches Denkmal ist auch die Schwebefähre, die an Seilen unter der Brücke hängt. Sie brachte Passagiere und Fahrzeuge in 90 Sekunden von einer Seite des Kanals auf die andere. Die gesamte Konstruktion steht unter Denkmalschutz. Wie alle 14 Fähren über den Kanal verkehrte auch die Schwebefähre kostenlos. Am 8. Januar 2016 stieß ein Frachter mit der Schwebefähre zusammen. Dabei wurde sie so schwer beschädigt, dass der Betrieb eingestellt werden musste. Ob und wann die Fähre repariert wird, ist noch offen.