Stand: 20.09.2016 16:17 Uhr

Stadtbummel durch Itzehoe

"Weideland an der Flussbiegung" - das ist eine mögliche, wenn auch nicht eindeutig belegte Bedeutung des Namens Itzehoe. Tatsächlich liegt die Stadt am Fluss Stör im Südwesten Schleswig-Holsteins und ist von Wiesen und Wäldern umgeben. Nur die Flussbiegung gibt es nicht mehr, die "Störschleife" wurde 1974 im Rahmen einer Neugestaltung der Stadt zugeschüttet.

Rundgang durch die Stadt an der Stör

Itzehoe ist eine der ältesten Städte Holsteins. 1238 gründete der Schauenburger Graf Adolf IV. am Fuß seiner Burg eine Siedlung und sorgte so für den Ursprung Itzehoes. Im Mittelalter blühte der Handel mit Getreide, Salz und Tuch. Heute ist Itzehoe Verwaltungssitz des Landkreises Steinburg und mit einer langen Fußgängerzone und vielen Fachmärkten eine wichtige Einkaufsstadt in der Region. Gut 30.000 Menschen leben dort.

Kunstschätze in der St.-Laurentii-Kirche

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Klosterhof und St. Laurentii-Kirche: Auf ihrem Turm gibt es eine Aussichtsplattform.

Von der mittelalterlichen Vergangenheit ist in Itzehoe nichts mehr zu sehen, denn 1657 zerstörten die Schweden die Altstadt fast vollständig. Die meisten Häuser in der sogenannten Neustadt stammen deshalb aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert, so auch das historische Rathaus und die evangelische St.-Laurentii-Kirche. Nach zweimaliger Zerstörung wurde das Gotteshaus 1718 im barocken Stil mit Zwiebelturm wieder aufgebaut. Die Kirche ist reichhaltig ausgestattet. In der Gruft stehen viele jahrhundertealte Sarkophage, den barocken Altar zieren 24 Szenen aus der Werkstatt des Hamburger Holzschnitzers Hans Baxmann. Die Orgel, deren Front im Original erhalten ist, stammt von dem berühmten norddeutschen Orgelbauer Arp Schnitger. Bis zur Aussichtsplattform auf dem knapp 80 Meter hohen Kirchturm sind es 252 Stufen. Wer sie bewältigt, wird mit einem schönen Panoramablick belohnt.

Idyllischer Klosterhof

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Klosterhof und St. Laurentii-Kirche: Auf ihrem Turm gibt es eine Aussichtsplattform.

Direkt an die Kirche grenzt der Klosterhof mit Fachwerkhäusern, Grünanlagen und einem großen Teich. Dort stand einst das Kloster eines 1230 gegründeten Zisterzienser-Nonnenkonvents, der 1263 nach Itzehoe umgezogen war. Nach der Reformation wurde die Anlage in ein Damenstift umgewandelt, das noch heute unter dem Namen Adeliges Kloster existiert. Die ursprüngliche Klosteranlage wurde 1657 fast vollständig zerstört. Nur ein Teil des gotischen Kreuzgangs blieb erhalten und ist der älteste Bereich des heutigen Ensembles mit Gebäuden aus verschiedenen Jahrhunderten. In einigen davon vermietet die Klosterverwaltung Wohnungen. Die Touristinformation organisiert auf Anfrage Führungen durch den Klosterhof, eine grüne Oase in der Innenstadt.

"Prinzesshof" und Wenzel-Hablik-Museum

Adressen in Itzehoe

Touristinformation
Breite Straße 4
25524 Itzehoe
Tel. (04821) 94 90 12-0

St. Laurentii-Kirche und Klosterhof
Kirchenstraße 10
25524 Itzehoe
Tel. (04821) 67 62 10

Kreismuseum Prinzesshof
Kirchenstr. 20
25524 Itzehoe
Tel. (04821) 64 068

Wenzel-Hablik-Museum
Reichenstraße 21
25524 Itzehoe
Tel. (04821) 888 60 20

Eines der ältesten Gebäude der Stadt steht in der Kirchenstraße: der "Prinzesshof". In dem 1556 erbauten Adelssitz residierten von 1810 bis 1941 drei Prinzessinnen, die jeweiligen Äbtissinnen des Klosters Itzehoe. Daher kommt auch der Name "Prinzesshof". Seit 1988 beherbergt das schöne Gebäude mit Park das Kreismuseum. Die Dauerausstellung gibt Einblicke in die Geschichte und Kulturgeschichte des Landkreises Steinburg. Zu sehen sind unter anderem ein Biedermeierzimmer, ein Tabakladen sowie Exponate aus Handwerk, Industrie und Alltagskultur.

Der deutsch-böhmische Künstler Wenzel Hablik (1881 - 1934) lebte von 1907 bis zu seinem Tod in Itzehoe. Hablik war Maler, Grafiker, Kunsthandwerker und Innenarchitekt und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der expressionistischen Architektur. Seit 1995 zeigt das Wenzel-Hablik-Museum den Nachlass des Künstlers, es ist die umfangreichste Sammlung seiner Werke. Zu sehen sind mehr als 200 Gemälde, Architekturentwürfe, Möbel und kunsthandwerkliche Arbeiten.

Wandern, Radfahren und Wassersport

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Ideal für eine Radtour: der Ochsenweg bei Itzehoe.

Itzehoe ist von zahlreichen Flüssen und Auen sowie großen Waldflächen umgeben, die zu Ausflügen in die Natur einladen. Wer gern zu Fuß unterwegs ist, findet ein umfangreiches Wanderwegenetz, der Wanderverein Kreis Steinburg bietet geführte Touren an. Auch das Stadtgebiet können Besucher auf fünf unterschiedlich langen Rundwanderwegen erkunden. Radfahrer werden sich in Itzehoe ebenfalls wohlfühlen, die Stadt trägt das Prädikat "fahrradfreundliche Stadt" und liegt auf der Route einiger größerer Fernradwege. So führen etwa der Mönchsweg sowie die westliche Route des Ochsenweges durch Itzehoe.

Segeln, rudern oder wasserwandern mit dem Kanu - Wassersportler finden in der Region gute Bedingungen, etwa auf der Stör und ihren Nebenflüssen. Die Stör entspringt in der Nähe von Neumünster und mündet nach knapp 90 Kilometern nördlich von Glückstadt in die Elbe. Da der Fluss im Unterlauf ab Kellinghusen ein Tidengewässer ist, ist es möglich, Tagesfahrten mit dem Kanu zu unternehmen und nach dem Tidenwechsel - ohne umständlichen Rücktransport mit dem Auto - zurückzupaddeln.

Karte: Itzehoe
Weitere Informationen
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Das Wenzel-Hablik-Haus in Itzehoe

03.12.2016 18:00 Uhr
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Die farbkräftigen geometrischen Raum-Ausmalungen des Malers und Designers Wenzel Hablik in seinem Haus wurden restauriert und sind nun zu bewundern. Video (03:24 min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Nordtour | 24.09.2016 | 18:00 Uhr

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