Ein Kräuterbeet auf einem Balkon © NDR Foto: Udo Tanske

Zur Sache: Garten und Balkon im Mai

Stand: 29.04.2021 05:00 Uhr

Jetzt schon Gemüse säen? Welche Blumen sollte man pflanzen? Was kann man gegen Schädlinge tun? In unserer Sendung Zur Sache ging es am Sonntag rund um das Thema Garten und Balkon.

Der Mai ist der Monat der Erneuerung: Aus keimenden Samen entstehen neue Pflanzen und aus den Knospen der Bäume und Sträucher treiben Blüten, Blätter und junge Triebe. Also Ärmel hochkrempeln und ab in den Garten.

Neue Gräser für frische Akzente

Einige Gräserarten bringen Bewegung und Leichtigkeit ins Staudenbeet, während andere für einen ruhigen Hintergrund sorgen, damit andere Blumen besonders gut zur Geltung kommen. Gräser können auch Wind- und Sichtschutz sein oder als Bodendecker einen Teppich bilden. Die beste Pflanzzeit für Gräser ist im Mai, wenn die Erde noch feucht ist, aber sich schon wurzelfreundlich erwärmt hat. Gräser lassen sich in zwei Gruppen teilen: Die Süßgräser bevorzugen einen mageren, trockenen Standort, an dem Niederschläge schnell versickern können. Zu dieser Gruppe zählen Schwingelgräser (Festuca spp.), Federgräser (Stipa spp.) sowie Federborstengras (Pennisetum alopecuroides). Sauergräser wie Seggen (Carex spp.) hingegen lieben einen feuchten Boden und vertragen Schatten. Spp. steht übrigens für "spezies pluralis", ein Hinweis, dass es mehrere Arten gibt.

Gelber Sonnenhut © Picture alliance / Arco Images GmbH Foto: Diez, O.
Der gelbe Sonnenhut bringt Farbe in den Garten.
Aus dem Garten in die Vase

Viele einjährige Sommerblumen sind nicht nur Schmuckstücke im Garten, sondern lassen sich auch zu schönen Blumensträußen arrangieren: Bechermalve, Jungfer im Grünen, Ringelblume, Schmuckkörbchen und Zinnie bleiben lange in der Blumenvase frisch. Die Samen werden jetzt an Ort und Stelle in den gelockerten Boden ausgesät. Ein Blühwunder ist der einjährige Raue Sonnenhut. Bei einer Aussaat Mitte Mai erscheinen ununterbrochen von Anfang August bis zum Frost leuchtend gelbe Blüten, die kleinen Sonnen ähneln. Je nach Sorte erreichen die Blüten eine Höhe von 30 bis 70 cm.

Raus aus dem Winterquartier

Pflanzen, die aus dem geschützten Winterquartier ins Freie geräumt werden, vertragen vorerst kein direktes Sonnenlicht. Zur Eingewöhnung benötigen sie in den ersten zwei Wochen einen schattigen Standort oder einen Sonnenschutz. Tipp: Schnittblumen halten länger frisch, wenn sie in den kühlen Morgen- oder Abendstunden geschnitten und möglichst schnell ins Wasser gestellt werden. Bevor Sie den Strauß arrangieren, entblättern Sie die Blütenstiele soweit sie ins Wasser reichen und schneiden Sie die Stiele erneut an.

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Samir Chawki und Thomas Balster stehen in einem Garten. © NDR Foto: Janis Röhlig

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Rund ums Obst

Zunehmend beliebt sind Miniobstbäume als Kübelpflanzen für die Terrasse oder den Balkon. Sie beanspruchen allerdings mehr Pflege als ihre im Erdreich eingewurzelten Geschwister. Gleich nach dem Kauf, aber spätestens im Herbst, benötigen sie ein Pflanzgefäß, das mindestens 15 Liter und ab dem zweiten oder dritten Jahr 25 bis 30 Liter Kübelpflanzenerde enthält. Die Pflanzen brauchen regelmäßig Wasser und dürfen auch im Winter nicht austrocknen. Außerdem müssen sie gedüngt werden. Miniobstbäume mögen einen sonnigen Standort. Das ist wegen der Anfälligkeit für die Kräuselkrankheit bei Pfirsich und Nektarine besonders wichtig. Zur Abwehr der Monilia-Fruchtfäule wollen Aprikose und Kirsche noch zusätzlich regengeschützt stehen.

Obstbäume rechtzeitig vor Krankheiten schützen

Wenn Krankheiten an Obstgehölzen frühzeitig erkannt werden, kann ihre Ausbreitung durch das Entfernen der infizierten Zweige verhindert werden. Schneiden Sie bis in den gesunden Teil des Zweiges zurück. Gut zu erkennen:

  • Der Apfelmehltau erscheint auf den jungen Apfel-Blättern als mehlartiger Belag. Die Blätter können zusätzlich kahnartig gefaltet sein.

  • Der Amerikanische Stachelbeermehltau ist an den bemehlten Triebspitzen von Stachel- und Schwarzen Johannisbeersträuchern zu erkennen.

  • Die Monilia Spitzendürre tritt an Sauer- und Süßkirschen, aber auch an Apfel- und Mandelbäumen auf. Typisch ist das Welken und Verbräunen der Blütenbüschel und bald darauf der Triebspitzen.

  • Blattläuse beginnen oft im Schutz eingerollter Blätter, aber auch an jungen Triebspitzen, Kolonien zu gründen. In der Anfangszeit lassen sich die wenigen Läuse mit den Fingern abstreifen oder mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.

Erdbeeren vor Schimmel bewahren

Wenn die Blütezeit der Erdbeeren beginnt, ist es Zeit, Stroh zwischen die Pflanzreihen zu legen. Stroh hält die Früchte sauber und reduziert den Befall von Grauschimmel und anderen Fruchtfäulen. Wer im Sommer ein neues Erdbeerbeet anlegen möchte, sollte auf die Vorkultur achten. Günstig wirken sich Erbsen, Möhren, Radies, Salat, Spinat oder Gründünger wie Tagetes aus. Tabu sind Bohnen, Kartoffeln, Tomaten und - wegen des notwendigen Fruchtwechsels - Erdbeeren.

Thomas Balster lächelt in die Kamera vor einem neutralen Hintergrund. © NDR Foto: Pavel Stoyan
NDR Gartenexperte Thomas Balster gibt in der Sendung Zur Sache Tipps.
Hauptsaison für Gemüse

Grundsätzlich können jetzt alle Gemüsearten ausgesät werden. Beachten Sie aber, dass nicht jede Sorte für die Aussaat im Mai geeignet ist. Kälteempfindlich sind Busch-, Stangen- und Sojabohne, Zucker- und Puffmais sowie alle Kürbisgewächse. Dazu gehören Gurke, Kürbis, Melone und Zucchini, die Sie frühestens Mitte des Monats aussäen sollten. Sicherer ist das Setzen von Jungpflanzen Anfang Juni. Es ist noch rechtzeitig, wenn Sie Anfang Mai mit der Anzucht von Jungpflanzen auf der Fensterbank beginnen. Für herzhafte Blattsalate wie Radicchio, Endivien und Zichorien beginnt die Aussaat Mitte bis Ende Mai. Pflanzzeit ist für Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Kopfsalat, Rot-, Spitz-, Weiß- und Wirsingkohl.

Alles grünt und blüht

Welche Gemüsesorten kann man auch in Kübeln groß ziehen? Wieviel Wasser braucht welche Pflanze? Wie düngt man richtig und kann man sich Dünger auch selbst herstellen? Diese und weitere Fragen haben wir am Sonntag in unserer Sendung Zur Sache beantwortet.

Fragen klären in der Live-Sendung

Zu Gast bei Moderatorin Hannah Böhme war:

  • NDR Gartenexperte Thomas Balster

 

VIDEO: Neue Podcastfolgen: Die Zarten im Garten (1 Min)

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 02.05.2021 | 18:05 Uhr

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