Sendedatum: 23.02.2020 18:00 Uhr

Zur Sache: Die Hamburger Bürgerschaftswahl 2020

Die Stimmen der Bürgerschaftswahl in Hamburg sind noch nicht komplett ausgezählt, aber die Gewinner und Verlierer stehen bereits fest. Trotz Verlusten bleibt die SPD stärkste Kraft im Nachbarland. Bürgermeister Peter Tschentscher wird voraussichtlich weiterregieren. "Mit den richtigen Themen und den richtigen Persönlichkeiten gewinnt die SPD Wahlen", sagte Schleswig-Holsteins SPD-Landeschefin Serpil Midyatli zu dem Ergebnis der Sozialdemokraten. Mit Blick in die Zukunft sagte Midyatli: Da die politische Stimmung sehr wechselhaft sei, sei der Ausgang der Bundestagswahl 2021 und Landtagswahl 2022 völlig offen.

Flagge von Hamburg weht schlapp im Wind © Fotolia.com Foto: Michael Klug

AUDIO: Hamburger Bürgerschaftswahl (53 Min)

Günther: "Gegenwind war schon ein Orkan"

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gratulierte Peter Tschentscher und der SPD. Er führte das "historisch schlechte Ergebnis" der CDU auf die Parteikrise im Bund zurück. Die Hamburger Union habe im Wahlkampf schärfsten Gegenwind gehabt: "Dieser Gegenwind war schon ein Orkan, auch im Wahlkampf, da hat die CDU Hamburg nichts entgegenzusetzen gehabt", sagte Günther.

Grüne wollen ökologisches und weltoffenes Hamburg

Große Zufriedenheit herrschte bei den Grünen: Die Partei konnte ihr Ergebnis im Vergleich zu 2015 fast verdoppeln. Laut der SH-Landesvorsitzenden Ann-Kathrin Tranziska könne Hamburg nun noch ökologischer, sozialer und weltoffener werden. "Alle Parteien, die in den vergangenen Wochen und Monaten nach rechts gewackelt sind, haben massiv verloren", sagte Tranziska. Die Grünen verzeichneten, wie auch die Linke, ihr bestes Ergebnis bei einer Bürgerschaftswahl.

FDP zittert - AfD wohl dabei

Bis zur Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Endergebnisses am Montagabend muss die FDP noch um den Einzug in die Bürgerschaft zittern. Verluste der Liberalen seien nach den Ereignisse in Thüringen zu erwarten gewesen, sagte der Landesvorsitzende Heiner Garg. Durch eine mögliche Verwechslung mit den Grünen in einem Wahlbüro und die sogenannte Heilungsregel könnte die FDP noch noch an 5-Prozent-Hürde scheitern.

Die AfD konnte im Laufe des Wahlabends zulegen und wird wohl erneut ins Hamburger Landesparlament einziehen. AfD-Fraktionschef Jörg Nobis bescheinigte den Kollegen in Hamburg gute Oppositionsarbeit und gute Sachpolitik. In einer eher linken Stadt mit einer SPD-Hochburg würden die Bäume für die AfD nicht in die Höhe wachsen.

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Podcast Bild für die Sendung "Zur Sache". ©  Roman Gorielov/fotolia Foto:  Roman Gorielov

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Montage Jahresrückblick: Nachrichtenbilder aus den Bundesländern Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in einem Filmstreifen © dpa, Fehmarnbelt Development Joint Venture Foto: Jochen Lübke, Jens Wolf, Jens Ressing

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 23.02.2020 | 18:00 Uhr

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