Stand: 15.10.2018 07:00 Uhr

Leben ohne Müll - (un)denkbar?

von Michael Frömter

Weltweit steigen die Müllmengen. Ob Einwegverpackungen, Altgeräte oder Lebensmittel: Vieles wird achtlos in die Tonne geworfen. Insgesamt produzieren wir Menschen auf dem gesamten Globus derzeit mehr als zwei Milliarden Tonnen Müll. Die Weltbank befürchtet in ihrer jüngsten Studie, dass sich der weltweite Müllberg bis 2050 fast verdoppeln wird - eine weitere Katastrophe für die Umwelt und eine unglaubliche Verschwendung von Ressourcen. Wer glaubt, dass in Deutschland dank vieler Umwelt- und Abfallvorschriften die Müllmenge sinkt, der irrt. Denn auch hierzulande wird weiter achtlos Müll produziert.

Podcast Bild für die Sendung "Zur Sache". ©  Roman Gorielov/fotolia Foto:  Roman Gorielov

Leben ohne Müll - (un)denkbar?

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

Trotz Appellen und Gesetzen: Die Müllberge wachsen auch in Schleswig-Holstein. Um den Trend zu stoppen, müssten Abfälle vor allem vermieden werden. Eine Aufgabe für jeden Einzelnen.

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Halbe Tonne Müll pro Schleswig-Holsteiner pro Jahr

Im Jahr 2016 wurden nach Angaben des Statistikamtes Nord allein in Schleswig-Holstein etwa 1,63 Millionen Tonnen Müll entsorgt. Das waren 566 Kilogramm pro Einwohner. Davon entfielen 176 Kilogramm auf Hausmüll, das sind gut drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dieser Anstieg ist deshalb erstaunlich, weil die Schleswig-Holsteiner in demselben Zeitraum vermehrt die braune Bio-Tonne nutzten. Und auch bei Elektro-Altgeräten zeigten sich viele Menschen umweltbewusst. Die meisten Geräte wurden bei Recycling-Höfen oder beim Handel zurückgegeben - ein Trend, der weiter anhält.

Müllvermeidung statt Müllentsorgung

"Der beste Abfall ist derjenige, der gar nicht anfällt", heißt es in einer Broschüre des Umweltbundesamtes. Doch was sich so leicht anhört, ist im Alltag nicht unbedingt einfach. Müllvermeidung bedeutet nämlich, dass jeder Einzelne von uns für sich überprüft, wie viel Abfälle er so produziert und sich bewusst macht, was so alles auf dem Müll landet: Essensreste, verdorbene Lebensmittel, jede Art von Einwegverpackungen, Alt-Medikamente, Altkleider oder Batterien. Altöl oder alte Reifen vom Auto kommen noch hinzu, genauso wie Kühlschränke, Unterhaltungselektronik, Möbel und Teppichböden.

Wie nur die Müllmengen vermeiden?

Ein Leben ohne Müll ist für die meisten kaum vorstellbar. Allerdings kann jeder von uns die Müllmengen reduzieren, vor allem durch die Vermeidung von Abfällen, wie es Umweltverbände schon lange fordern. Vielen Menschen ist nicht klar, welche Möglichkeiten sie haben, Müll zu vermeiden. Zudem scheint es die Industrie schwer zu machen, Kaputtes zu reparieren.

"Unverpackt"-Erfinderin und Beraterin zu Gast

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Ein Leben ohne Müll ist für die meisten kaum vorstellbar. Geht es doch? Darüber diskutieren wir am Sonntag in "Zur Sache".

Vor allem aber landen zu viele Lebensmittel in der Abfalltonne und auch Mehrweg- statt Einwegverpackungen scheinen für viele keine Alternative zu sein. Und so schlagen Verpackungen mit etwa 220 Kilogramm pro Kopf und Jahr bei der Müllmenge zu Buche.

Welche Ideen gibt es, um möglichst Müll zu vermeiden? Wir haben am Sonntag in unserer Sendung "Zur Sache" diskutiert. Gäste im Studio bei Moderatorin Rebekka Merholz waren Dorothee Kremer von der Verbraucherzentrale und Marie Delaperrière, Inhaberin und Gründerin von "Unverpackt" in Kiel.

Ihre Themenvorschläge für die Sendung

Haben Sie eine Idee für "Zur Sache"? Über welche Themen sollten wir diskutieren? Senden Sie uns gerne Ihre Themen aus Schleswig-Holstein an zursache@wellenord.de.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 14.10.2018 | 18:05 Uhr

Die Themen im Überblick

Mitschnitte, Zusammenfassungen, Hintergrundberichte - alles zu den Sendungen "Zur Sache" zum Nachlesen und Nachhören. mehr