Comedyautor Max Bierhals sitzt auf großen Steinen an der Ostseeküste in Haffkrug bei Scharbeutz. © NDR Foto: Samir Chawki

Comedy-Autor Max Bierhals hofft auf Rückkehr des Publikums

Stand: 31.12.2020 11:37 Uhr

Für Comedy-Autor Max Bierhals war 2020 ein besonderes Jahr. Am meisten hat der Ostholsteiner die Lacher des Publikums vermisst. Klopapier-Witze sind für ihn durch.

von Samir Chawki

Keine normalen Redaktions-Meetings, bei denen gewitzelt wird. Stattdessen gab es viele Arbeitstage im Homeoffice, bei denen Max Bierhals kaum den Schreibtisch verließ und seine Kollegen lediglich virtuell traf. Und all das, um eine Sendung vorzubereiten, die ohne Zuschauer stattfindet. Irgendwie schade. "Normalerweise spielt man sich in den Meetings gern den Ball hin und her, das fiel aus, aber Quatsch kann man zum Glück auch von zu Hause aus machen."

Von Kiel nach Köln für Comedy

Zu Hause ist für Max Bierhals mittlerweile Köln. Vor einigen Jahren ist er dorthin gezogen, um bei der Produktionsfirma "Bild und Tonfabrik" als Autor zu arbeiten. Zuvor hatte der Gute-Laune-Superspreader unter anderem als Texter in Hamburg gearbeitet. Die Karriere des ehemaligen Studenten der FH Kiel kennt nur eine Richtung: bergauf. 2019 bekommt er als Teil des Autorenteams des Neo Magazins mit Moderator Jan Böhmermann sogar den Grimmepreis verliehen.

Jan Böhmermann (l) und Max Bierhals stehen mit einem Grimme-Preise im Rahmen einer Gala auf der Bühne und freuen sich. © picture alliance/dpa Foto: Guido Kirchner
Für eine besondere Show erhielt Max Bierhals (r.) als Headautor von Jan Böhmermann den Grimme Preis.
Lacher - mehr wert als Geld oder Preise

Doch Preise sind dem 33-jährigen Ostholsteiner nicht wirklich wichtig. Er sehnte sich in diesem Jahr nach einer anderen Form der Bezahlung. "Man wird als Comedy-Autor mehr mit Lachern bezahlt, aber wegen Corona gab es ja leider kein Studiopublikum", sagt Max Bierhals, um dann nachzuschießen: "Wenn man einen Witz schreibt, und die Leute beömmeln sich, dann ist man danach immer wie beseelt." Das nimmt man ihm ohne Zweifel ab, wenn er mit seinem norddeutschen Dialekt und einem Grinsen erzählt. "Wir haben teilweise für die Aufzeichnungen dann eine Lachorgel benutzt", das ersetzt aber natürlich nicht die natürliche Reaktion auf einen Witz, an dem er gerne mal auch die ganze Nacht feilt.

Stringtanga für Eltern nicht mehr peinlich

Comedyautor Max Bierhals steht mit seiner Mutter Susanne im Arm im heimichen Wohnzimmer. © NDR Foto: Samir Chawki
Für Susanne Bierhals war nach einem Vatertags-Ausflug ihres Sohnes im Stringtanga eines klar: Ab jetzt muss ihr nichts mehr peinlich sein.

Lachen ist schon immer eine Leidenschaft von ihm, selbst beim Sport. Er ist derjenige, der in der Kabine stets für die gute Laune zuständig ist: Auf dem Platz kam es nach wichtigen Toren für den TSV Pansdorf auch mal zu einem bemerkenswerten Breakdance Jubel - oder auch dann, wenn er für die BG Holstein einen wichtigen Wurf auf dem Basketballfeld traf. Gar nicht zum Lachen war seiner Mutter Susanne während seiner Jugend: "Max ist an Vatertag einmal mit seinen Freunden im Stringtanga durch Scharbeutz gezogen. Das war der Moment, ab dem uns nichts mehr peinlich war". Mit einem Lächeln fügt sie hinzu: "Er macht heute einfach das, was er als Kind schon gemacht hat - er hat sein Hobby zum Beruf gemacht."

Kebekus statt Böhmermann

Aktuell ist er für die Gags in der Carolin Kebekus Show zuständig, für die auch während der Sommermonate gedreht wurde. Zu Recht, wie er findet: "Ich glaube, dass es ganz vielen Leuten wirklich hilft. Also, dass das aktuelle Fernsehen weitergeht und nicht nur Wiederholungen laufen". Als Unterhalter hat man in schweren Zeiten auch einen wichtigen Job, wie er erklärt: "Satire und Comedy sind gute Ablenkungen." Für einen Dreh steckten sie Carolin Kebekus in einen Sorbing Ball, eine übergroße Kunststoffkugel, in der Kebekus sicher durch Köln rollen konnte. Für den Grimmepreisträger ein Modell, das wir mit einem Augenzwinkern alle nutzen könnten. "Sie konnte die Menschen dadurch bedrängen oder ansprechen, eigentlich eine ganz gute Idee und vielleicht sollten wir das alle machen."

Die Rolle des Klopapiers ist durch

Doch bei allem Spaß wünscht sich Max Bierhals für das kommende Jahr wieder etwas mehr Normalität: "Man hat langsam auch alle Witze zum Thema Corona erzählt, Klopapier-Gags waren dann nach zwei Minuten ebenfalls auserzählt". Der Ostholsteiner sehnt sich wieder nach vollen Hallen und Studios: "Es wäre schön, wenn wir endlich wieder Publikum hätten. Auch wenn ich nicht glaube, dass es so schnell passieren wird". Das ist neben der Gesundheit für seine Familie sein größter Wunsch. Dann würde er auch endlich mal wieder seine "Bezahlung" live abholen können - Max Bierhals lebt einfach für Lacher und Unterhaltung.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Moin! Schleswig-Holstein – Von Binnenland und Waterkant | 29.12.2020 | 19:05 Uhr

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