Wie geht das?

Freie Fahrt auf der A7

Mittwoch, 03. April 2019, 18:15 bis 18:45 Uhr
Freitag, 05. April 2019, 11:30 bis 12:00 Uhr

Über die Wildbrücken haben bald Tiere „freie Fahrt“. © NDR/TOB Filmproduktion/Tim Boehme

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Jahrelang mussten Pendler auf der A7 die längste Baustelle Deutschlands ertragen. Auf über 60 Kilometern wurde planiert, betoniert und asphaltiert. Doch das Autofahrerleid hat bald ein Ende, dann haben Autos und Lkw wieder freie Fahrt.

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Alle schweren Baufahrzeuge entlang der A7-Baustelle sind mit GPS ausgerüstet.

Diplom-Ingenieur Peter Schreiber war von Anfang an dabei, ist für die Verkehrssicherung zuständig und wird als Letzter die Baustelle verlassen. Meistens ist er nachts im Einsatz, denn nach 22 Uhr ist der Verkehr nicht mehr ganz so heftig und die Gefahr für seine Mannschaft viel geringer als am Tage.

Die häufigen Verkehrsumleitungen bergen immer auch ein gewisses Restrisiko. "Angst darf man hier auf der Baustelle nicht haben, sonst macht man falsche Entscheidungen und Fehler. Respekt aber immer!", erklärt der Baustellenveteran mit einem Auge auf den laufenden Verkehr, in dem manche wohl deutlich schneller als mit den vorgeschriebenen 80 km/h unterwegs sind.

Lärmschutz und Wildbrücken

Bereits Ende Dezember 2018 wurde die Autobahn vom Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein feierlich freigegeben. Doch eigentlich war das nur der Startschuss zum Endspurt, denn bis die dreispurige Hauptschlagader Schleswig-Holsteins wirklich fertig ist, sind noch etliche Baumaßnahmen durchzuführen.

Gewaltige Bulldozer türmen, von GPS geleitet, nahezu "alpine" Lärmschutzwälle auf. Händisch bauen Arbeiterkolonnen Steinmauern aus Lavastein, die wie mittelalterliche Stadtmauern empor ragen.

Und auch die Tiere sollen die A7 queren können. Damit das reibungslos klappt, wird auf den Millionen teuren neu gebauten Wildbrücken nichts dem Zufall überlassen, samt tierischer "Auffahrrampen".

"Also weinen werde ich wohl nicht"

Obwohl die Baustelle zu einer Art zweiter Heimat für ihn wurde, sieht Ingenieur und Sicherheitsexperte Peter Schreiber doch eher unsentimental dem Ende der Bauzeit entgegen: "Also weinen werde ich wohl nicht, wenn wir die letzte Absperrbarke wegräumen und die letzte Strecke freigeben", meint er trocken. Doch etwas Stolz dürfte er wohl schon empfinden.

Der Film aus der Reihe "Wie geht das?" dokumentiert das Ende einer Baustelle der Superlative.

Redaktion
Pipke,Christian