Weltbilder

Weltbilder Spezial - Was macht Corona mit den Menschen?

Dienstag, 05. Mai 2020, 23:45 bis 00:15 Uhr
Donnerstag, 07. Mai 2020, 02:10 bis 02:45 Uhr

Die Coronakrise wirkt ganz unterschiedlich auf die Menschen in Europa. Neben Sorgen und Ängsten hat sich in vielen Ländern eine Welle von Hilfsbereitschaft entwickelt: Nachbarn unterstützen sich gegenseitig, schnell werden Lösungen für Probleme gefunden, die ersten Schülerinnen und Schüler erleben mittlerweile schon wieder so etwas wie eine normale Klassengemeinschaft. In dieser Weltbilder Spezial-Ausgabe wird vor allem auf all die positiven Entwicklungen in Europa geschaut.

Österreich: Schritt für Schritt lockerer

Selten hatten wir so ähnliche Ängste, Hoffnungen und auch Wünsche: "Bloß gesund bleiben, wieder rausgehen dürfen, arbeiten oder endlich wieder zur Schule". In Österreich ist man bei den Corona-Lockerungen schon weiter, als bei uns in Deutschland. Bundeskanzler Kurz hat einen Fahrplan zügig zurück zur Normalität.   In unserem Nachbarland sind wieder alle Geschäfte geöffnet. Bald auch die Restaurants - Ende Mai sogar die Hotels. Was sagen die Menschen in Österreich dazu?

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Zahlreiche Kanäle durchziehen die Stadt Brügge. Von den Einheimischen werden sie „Reien“ genannt. © NDR/Florian Melzer

Quiz: Was wissen Sie über Belgien?

Sie wissen Bescheid über unser Nachbarland Belgien? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz! Quiz

Belgien: Hotel öffnet für Obdachlose

In einem Hotel im belgischen Brügge erhalten jetzt Obdachlose ein Zimmer über Nacht. Denn der Platz in den bestehenden Unterkünften reicht nicht aus, weil in Corona-Zeiten alle Abstand halten müssen. Die Besitzerin des Hotels, seit über 40 Jahren im Geschäft, gerät ins Schwärmen: ",Ich habe in all den Jahren noch nie so viel Dankbarkeit erlebt. Ich hatte noch nie so eine respektvolle Klientel", sagt Tina Wijns. Morgens nach 9 Uhr müssen die Obdachlosen das Hotel wieder verlassen und draußen den Tag verbringen - in Zeiten der Ausgangssperre nicht einfach. Abends kehren sie dann in das Hotel zurück.
Autorin: Gudrun Engel

 

Großbritannien: Viel Dankbarkeit für Krankenpfleger

Obwohl das britische Gesundheitssystem NHS immer wieder kritisiert wird, feiern es die Briten in Corona-Zeiten. Vor allem aber zeigen sie ihre Dankbarkeit gegenüber dem medizinischen Personal, das bis zur Erschöpfung arbeitet. So gibt es in Supermärkten zum Beispiel extra Öffnungszeiten für NHS-Mitarbeiter: Sie dürfen schon vor der normalen Kundschaft einkaufen gehen.
Autor: Sven Lohmann

Australien: In Verkleidung den Müll rausbringen

Wenn es der einzige Gang nach draußen ist, dann muss das gefeiert werden, dachten sich Australier als sie ihre Mülltonne an die Straße stellten. Mal im Tierkostüm, mal im Abendkleid. Daraus entwickelte sich ein Trend in den sozialen Medien: Videos und Fotos von Menschen, die verkleidet ihren Müll rausbringen.
Autorin: Sandra Ratzow

 

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Die Hagia Sophia in Istanbul © picture alliance Foto: Rainer Hackenberg

Quiz: Was wissen Sie über die Türkei?

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Türkei: Solidarität in Istanbul

Tuuba, İlkin, Ercan und Sengül gehören alle zur Kadiköy-Solidaritätsbewegung. Kadiköy ist ein Viertel auf der asiatischen Seite der Millionenmetropole Istanbul. Seit 2013 gibt es die Gruppe. Sie entstand während der Gezi-Proteste. Vor Corona fütterten sie zum Beispiel gemeinsam die Straßentiere. Jetzt produzieren sie auch Atemschutzmasken in Handarbeit. Tuuba sagt, sie habe schon mehr als tausend Masken mit der Nähmaschine hergestellt. Diese verteilen die Mitglieder der Solidaritätsgruppe an Bewohner des Viertels. Bei Ärzten, Krankenpflegern und Mitarbeitern von Supermärkten sind die in Handarbeit von der Gruppe produzierten Plastikvisiere besonders beliebt. "Der Staat verteilt hier keine Masken. Er spendet zwar vielen Ländern der Welt Masken, aber die Mitarbeiter unserer Krankenhäuser sind auf unsere primitiven Masken angewiesen. Manchmal denke ich, wir machen mit unserer Arbeit das Leben der Regierung leichter, aber wenn die Mitarbeiter in den Krankenhäusern das von uns wollen, dann machen wir weiter. Wenn wir jemandem geholfen haben, dann macht uns das glücklich", sagt Sengül.
Autor: Oliver Mayer-Rüth

 

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Blick auf Karlsbrücke und Hradschin in Prag © picture-alliance / Helga Lade Fotoagentur GmbH

Quiz: Was wissen Sie über Tschechien?

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Tschechien: Hürden für Berufspendler 

Das grenzenlose Europa brachte das Coronavirus wieder an seine Grenzen. Die tschechischen Mitarbeiter eines Metallunternehmers könnten theoretisch zur Arbeit täglich pendeln, aber nicht über den Übergang in Klingenthal. Der ist geschlossen. Der nächstgelegene, offene liegt 90 Kilometer entfernt. Auf tschechischer Seite sorgen sich die Mitarbeiter, die nicht pendeln können, um ihre Arbeitsplätze. Wie lange können sie in Kurzarbeit bleiben, wann wird sich ihr Chef neue Leute suchen. Die Region auf tschechischer Seite hat eine hohe Arbeitslosigkeit. Die Jobs in Deutschland sichern das finanzielle Überleben vieler Familien hier. Jetzt sind sie in Not. 
Autor: Danko Handrick

Nachgefragt an der deutsch-polnischen Grenze

An der deutsch-polnischen Grenze dürfen Berufspendler seit gestern endlich wieder problemlos von einem Land ins andere fahren. Aber NDR-Reporterin Friederike Witthuhn berichtet, dass das längst nicht Normalität für alle im Grenzgebiet bedeutet.

 

 

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