Weltbilder

Dienstag, 27. August 2019, 23:45 bis 00:15 Uhr
Donnerstag, 29. August 2019, 01:45 bis 02:15 Uhr

Die Weltbilder Moderatorin Julia-Niharika Sen

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Brasilien: Waldbrände im Amazonasgebiet

Seit dem Wochenende stehen rund 44.000 Soldaten der brasilianischen Armee zur Unterstützung im Kampf gegen die Waldbrände im Amazonasgebiet bereit. Das Brandgebiet ist größer als Europa, doch derzeit sind nur zwei Löschflugzeuge im Einsatz. Umweltschützer warnen vor massiven Auswirkungen der Brände. "Das ist nicht nur ein Waldbrand. Das ist ein Friedhof", sagt Rosana Villar von Greenpeace Brasilien im Interview mit CNN. "Denn alles, was wir sehen, ist tot. Der Amazonas ist absolut fundamental für den Wasserkreislauf auf dem gesamten Kontinent. Ohne diesen Wald gibt es in ein paar Jahren keinen Regen mehr im Süden des Landes." Die G7-Staaten hatten auf ihrem Gipfel in Frankreich mindestens 20 Millionen US-Dollar als Soforthilfe – vor allem für Löschflugzeuge - zugesagt. Brasiliens Präsident Bolsonaro hingegen lehnt das Hilfsangebot hat und verbittet sich jegliche Einmischung von außen.
Autor: Andreas Hilmer

Polen: Das Dorf ohne Jungen

Wenn der katholische Priester Joachim Augustyniok auf der Kanzel um Gottes Beistand bittet, dann hat er jedes Mal noch einen ganz einfachen Extra-Wunsch: Er bittet um männliche Babys für sein Dorf. Pfarrer Augustyniok predigt in Miesice Odrzanskie, zwei Stunden entfernt von Warschau, einem 300-Seelen-Ort auf dem Land. Und dieser Ort ist besonders: Seit zehn Jahren sind alle Neugeborenen weiblich. Kein einziger Junge wurde geboren, warum weiß niemand. Der Gemeindevorsteher Rajmund Frischko stellt inzwischen eine Belohnung in Aussicht für diejenigen, die das Rätsel lösen können, aber alle Experten sind ratlos. In Miejsce Odrzanskie, werden einfach keine Jungs mehr geboren. Viele Aufgaben, die traditionell eher in Männerhand liegen, müssen jetzt von Frauen und Mädchen erledigt werden. So gründete die freiwillige Feuerwehr jüngst beispielsweise eine reine Mädchen-Brigade.
Autoren: Dirk Lipski / Magda Karpinska

Berg-Karabach: Starke Frauen auf dem Vormarsch

Wo heute der Metalldetektor anschlägt, lief vor 25 Jahren die Frontlinie zwischen Armenien und Aserbaidschan. Noch immer liegen im Boden Berg-Karabachs unzählige Minen. Jeder Fehler kann tödlich sein. Teamleiterin Lilit Amirkhanyan beaufsichtigt die richtige Markierung deshalb genau. Da für diese Arbeit höchste Konzentration nötig ist, pfeift die Teamleiterin alle 40 Minuten zur Pause. "Es ist eine große Ehre für mich, unser Land von Minen zu befreien, damit die Menschen es wieder nutzen können. Als erste weibliche Teamleiterin fühle ich mich als Vorbild. Auch wir Frauen können Karriere in solchen Berufen machen." Berg-Karabach im Süd-Kaukasus hat nur 150.000 Einwohner. In Stepanakert, der Hauptstadt des De-Facto-Staates, sieht man viele moderne und selbstbewusste Frauen. Dennoch hat der männliche Nachwuchs beim Militär noch eine recht antiquierte Meinung zu kämpfenden Frauen. Arman Khachatryan, Wehrdienstleistender meint: "Ich denke nicht, dass Frauen in der Armee dienen sollten. Ich glaube, dass die Verteidigung des Heimatlandes ein Job für Männer ist." Auf dem Minenfeld ist die Pause vorbei und das Team von Lilit Amirkhanyan beweist, dass sie sehr wohl ihr Land verteidigen können. Keiner der Männer in ihrem Team habe ein Problem mit ihr als Teamleiterin.
Autoren: Manuel Daubenberger/Florian Guckelsberger

Kambodscha: Sand - das neue "Gold" Asiens

Man müsste meinen, von einem hat die Welt genug: Sand. Die Wüsten sind voll davon - aber dieser Sand dort ist so glatt geschliffen, dass er nicht als Baustoff taugt. Das geht nur mit Sand aus dem Meer oder aus den Flüssen. Sand ist nach Wasser der kostbarste Rohstoff der Welt - der Handel damit ist ein Riesengeschäft. Doch bezahlen müssen vor allem die, denen er weggenommen wird. So wie die Kambodschanerin Khut Samor. Sie hat ihr Zuhause verloren, weil ihr Haus zusammenbrach. Der Untergrund war nicht mehr stabil. Die Folge Der Mekong fraß ihr Dorf. Wo früher eine geteerte Straße verlief, da fahren jetzt Schiffe. Sie transportieren das "Gold des Mekong" Richtung Stadt. Sie tragen tonnenweise Sand ab. Ein Fischer zeigt die Bagger, die von früh bis spät den Flussgrund absaugen. In ganz Asien werden Flüsse und Meere ihres Sandes beraubt - denn Sand ist der Stoff, aus dem die Städte sind. Khut Samor lebt nun in einem Stall und ist verzweifelt: "Der Sand gehört niemand anderem als dem Fluss. Der Fluss ist der Eigentümer, niemand sonst. Aber es kommen diese Leute, Investoren, Geschäftsleute. Sie kommen und holen sich den Sand, um ihn zu verkaufen."
Autorin: Angelika Henkel

Belgien: Brügge belagert von Touristen

Wenn Filme dafür sorgen, dass man danach in eine Stadt fahren will, die dort Schauplatz war, dann sind es meist gute Filme. Für die Einwohner von Brügge war "Brügge sehen - und sterben" dennoch nicht nur ein Segen: Die ohnehin beliebte mittelalterliche Stadt mit ihren süßen Schokoladen-Spezialitäten erlebte nach dem Film einen weiteren Boom und ist heute ein Mega-Hotspot für ausländische Touristen. Die Einwohner sind genervt. der Bürgermeister will nun Abhilfe schaffen.
Autorin: Katharina von Tschurtschenthaler

Indien: Flugzeuge parken auf Hausdächern

Statussymbole der besonderen Art: Im Norden Indiens gibt es ein ganz besonderes Dorf: Jahaj Village, das Flugzeugdorf. Auf vielen Dächern stehen große Flugzeug-Modelle oder Schiffe, auf einigen sogar Kängurus. Warum nur?
Autor: Peter Gerhardt

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