Weltbilder

Dienstag, 16. Oktober 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 18. Oktober 2018, 01:45 bis 02:15 Uhr

Nepal: Soll Sextourismus gefördert werden?

Prostitution soll legalisiert werden! Mit dieser Forderung trat der Ministerpräsident der Provinz Pokhara eine hitzige Diskussion los. Wie fast alle südasiatischen Länder ist auch Nepal in gesellschaftlicher Hinsicht ein konservatives Land und war bislang eher nicht für seine lockere Sexualmoral bekannt. Doch mit dem Anstieg des Tourismus im Himalaya nimmt auch der Sextourismus zu. In der Touristenhochburg Pokhara arbeiten geschätzt etwa 10.000 Frauen als Prostituierte, die mit ihrem Einkommen oft ganze Familien finanzieren. Sie werden von der Polizei schikaniert und würden daher begrüßen, wenn ihre Arbeit legal würde. Unterstützt wird diese Forderung von den Geschäftsleuten der Stadt, die sich einen Anschub für den Tourismus erhoffen. Genau davor graut es konservativen Politikern, die im Vorstoß des Ministerpräsidenten nichts anderes sehen, als ein staatliches Förderprogramm für Sextourismus.
Autor: Peter Gerhardt

Eine sitzt im Gegenlicht damit man sie nicht erkennt.

Nepal: Soll Sextourismus gefördert werden?

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Prostitution soll legalisiert werden! Das fordert der Ministerpräsident der Provinz Pokhara, denn mit dem Anstieg des Tourismus im Himalaya nimmt auch der Sextourismus zu.

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Polen: Impfgegner machen mobil

Was in Deutschland nur Streitthema von Eltern ist, geht in Polen jetzt ins Parlament: die Abschaffung der Impfpflicht. Die Bürgerinitiative gegen das Impfen brachte das Projekt mit 120.000 Unterschriften im Juli im Sejm ein, nun folgen die Lesungen im Parlament und die Ausschusssitzungen. Die Argumente, die lautstark ausgetauscht werden, sind altbekannt, jedoch ist in Polen die Zahl der Impfverweigerer drastisch gestiegen: Seit 2010 hat sie sich nach offiziellen Zahlen verzehnfacht, die Dunkelziffer wird noch höher geschätzt. Das Gesetz hat Aussichten auf Verabschiedung, obwohl Ärzte und die obersten Gesundheitsbehörden des Landes heftig protestieren.
Autor: Stephan Stuchlik

Türkei: Mütter-Proteste verboten

Zum 700. Mal wollte sich die Gruppe der "Samstagsmütter" am Galatasaray-Platz in Istanbul treffen. Sie demonstrieren hier wöchentlich gegen das Verschwinden ihrer Angehörigen in Polizei- oder Untersuchungshaft und fordern Aufklärung. Doch an diesem Tag wird das Treffen plötzlich verboten. Die Frauen kommen dennoch, zusammen mit Hunderten Unterstützern, darunter auch Abgeordnete der Oppositionsparteien HDP und CHP. Unter den Demonstrantinnen ist auch die 82-jährige Emine Ocak. Ihr Sohn Hasan, ein linker Aktivist, wurde 1995 bei schweren Auseinandersetzungen im Istanbuler Stadtviertel Gazi festgenommen. Wochen später wurde bekannt, dass er tot ist, vermutlich war er gefoltert worden. Die Hintergründe wurden nie aufgeklärt - wie in vielen Fällen, die die "Samstagsmütter" bewegen. Dass ihr Protest jetzt verboten wurde und die Polizei mit Tränengas auf sie losging, hinterlässt die Frauen ratlos und wütend.
Autorin: Katharina Willinger

Malta: Der Fall Daphne Caruana Galizia

Sie war eine einsame Kämpferin gegen Korruption, Betrug und Geldwäsche: Daphne Caruana Galizia. Von vielen Menschen auf Malta wurde die resolute Investigativ-Journalistin gehasst und bekämpft. Vor einem Jahr wurde sie durch eine Autobombe getötet. Doch bislang ist nicht klar, wer den Auftrag zur Ermordung der Journalistin gab. Es gab Vermutungen, dass maltesische Regierungsvertreter in den Fall verwickelt seien, da Caruana Galizia mit ihren Recherchen zu den Panama Papers auch Premierminister Muscat und seine Ehefrau Michelle belastet hatte. Wie steht es um die Aufklärung des Verbrechens?
Autorin: Ellen Trapp

Israel: Der Weg zur Genesung

Der 6-jährige Zakaria hat Leukämie. Seine Familie stammt aus Hebron im Westjordanland. Schwerkranke Palästinenser wie er können dort nicht versorgt werden. Während politisch die Wunden im Moment größer werden, hat Zakaria eine ganz konkrete Chance auf Heilung: den israelischen Verein "Haderech Lehachlama". Die freiwilligen Helfer transportieren die Kranken vom Grenz-Checkpoint in die Krankenhäuser von Tel Aviv. Das geht nur, weil es zwischen der palästinensischen Behörde und der israelischen Regierung ein Abkommen gibt. Es erlaubt, dass schwerkranke Palästinenser in israelischen Krankenhäusern behandelt werden dürfen. Der Weg zu Zakarias Genesung hat alle Beteiligten große Barrieren überwinden lassen, reale Grenzen wie Checkpoints, aber auch die ganz persönlichen, berichtet ARD Korrespondentin Susanne Glass. Alle kommen ins Gespräch, lernen sich ein wenig kennen. Zakarias Eltern sind glücklich, denn die israelischen Ärzte sehen gute Chancen auf Heilung. Zakarias Mutter beschreibt den versöhnlichen Moment so: "Bevor Zakaria krank wurde, habe ich die Israelis immer nur als meine Feinde betrachtet. Aber seitdem ich mit ihm nach Israel kam und sehe, wie sie ihn medizinisch betreuen und mit ihm umgehen - ist das anders."
Autorin: Susanne Glass

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