Weltbilder

Dienstag, 11. September 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 13. September 2018, 01:45 bis 02:15 Uhr

Julia-Niharika Sen

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Frankreich: Briten als Dorfretter

In der Dordogne und ringsum im Südwesten Frankreichs haben sich Zehntausende Briten niedergelassen - und es werden immer mehr. Sie profitieren von den wesentlich günstigeren Grundstückspreisen, viele wollen aber auch den drohenden Folgen des Brexits entfliehen. In Frankreich dürfen sie sich willkommen fühlen, denn die Zuwanderer bringen neues Leben in sterbende Dörfer und retten historische Bausubstanz. Michel Bosdevesy, Bürgermeister von La Rochebeaucourt, bemängelt nur eines: "dass die Engländer sich so schwer damit tun, Französisch zu sprechen."
Autorin: Sabine Rau

Spanien: Eine Stadt speckt ab

Übergewicht, Fettleibigkeit, dicke Kinder: Wenn es um diese Themen geht, denkt man meist an Länder wie die USA oder Mexiko. Aber auch Spanien hat mit einer zunehmend übergewichtigen Bevölkerung zu kämpfen. Die Rate der besonders übergewichtigen Menschen hat sich dort in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt - entsprechend sind auch Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzprobleme oder Diabetes auf dem Vormarsch. Narón, ein ehemaliges Fischerstädtchen in Galizien im Nordwesten Spaniens, stemmt sich gegen den Trend. Knapp 4.000 Menschen nehmen dort an einem besonderen Gesundheitsprojekt teil. Den Initiatoren geht es nicht um spaßbefreites Hungern und Quälerei beim Frühsport, sondern um Gemeinschaftssinn und Genussfreude. Und dabei haben fast alle Beteiligten, ganz nebenbei, auch die Traditionen ihrer Heimat wiederentdeckt.
Autorin: Natalia Bachmayer

Brasilien: Vom Flüchtling zum Fußballprofi

Sie sind dribbelstark und hoch motiviert. Eine Mannschaft gespickt mit talentierten Flüchtlingen – hungrig nach Erfolgen. Sie leben, fernab ihrer Heimat, in Brasilien als Mitglieder des Fußballprojekts "Perolas Negras" - der "Schwarzen Perlen". Insgesamt kicken derzeit sieben Flüchtlinge für die Junioren der Perolas. Das Projekt wird durch Spenden finanziert. So können die jungen Fußballer in Ruhe trainieren und zur Schule gehen. Für ihre Unterkunft und das Essen ist gesorgt. Ruben Cesar hat das staatliche Projekt ins Leben gerufen: "Unsere Initiative ist ein Zeichen, dass Flüchtlinge Talente mitbringen. Sie haben einen Wert und stehen nicht nur für eine Gefahr, Bedrohung oder Terrorismus. Nein! Sie sind wertvolle Talente." Der 18-jährige Badio flüchtete aus Haiti. Er lebt seit fast drei Jahren mit einem Mitspieler auf wenigen Quadratmetern. An seiner Wand zeigt Badio, wer ihm Mut macht: Sein Freund Waby  Angelo, der es geschafft hat, bei einem Profiklub anzuheuern. Waby kam auch als Flüchtling aus Haiti zu den Perolas Negras, bis er einen Vertrag bei einem brasilianischen Profiklub erhielt. Wabys Schicksal macht in Brasilien gerade Schule: gestern Flüchtling - heute Fußballprofi.
Autor: Matthias Ebert

Bangladesch: Witwen leiden unter Aberglaube

Vor sieben Jahren tötete ein Tiger ihren Mann. Von einem Tag auf den anderen musste Riyia Khatun ihre fünf Kinder allein versorgen. Bis zu 100 Männer sollen den großen Raubkatzen in den Mangrovenwäldern im Südwesten von Bangladesch jedes Jahr zum Opfer gefallen sein. Riyia ist nun eine von vielen sogenannten Tigerwitwen, ausgegrenzt in ihrem Dorf. Denn es herrscht großer Aberglaube in dieser Region. Viele im Dorf glauben, dass die Witwen Unglück bringen, ihren Männern und auch ihren ganzen Familien. Abul Hassan von der Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hilft Riyia und den anderen Tigerwitwen ihren Alltag zu meistern und selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Hilfe ist bitter nötig erklärt er: "Aberglaube ist hier ein großes Problem. Wenn ihre Männer in die Mangrovenwälder ziehen, dürfen die Frauen sich nicht waschen, nicht die Hütten putzen, um kein Unglück über die Ehemänner zu bringen. Wir versuchen hier aufzuklären, dass sie keine Schuld auf sich geladen haben, weil ihre Männer umgekommen sind." Riyia hat es geschafft, ihre Familie irgendwie durchzubringen. Nun, sieben Jahre nach dem Tod ihres Mannes, kann sie bei einem ihrer Söhne leben. Ein zweiter Sohn wohnt in der Nachbarschaft. Beide finden immer wieder Arbeit auf Baustellen in der Hauptstadt Dhaka und können so auch die Mutter mitversorgen.
Autor: Oliver Feldforth

China: Umerziehungslager für Andersdenkende

Überwachungskameras, ständige Checkpoints, zahllose Sicherheitskräfte, Metalldetektoren vor Restaurants, Hotels und Moscheen. Alltag in der Provinz Xinjiang. Zehn Millionen Uiguren leben hier, ein muslimisches Turkvolk. Immer wieder kam es in der Provinz zu Unruhen. Es gab Hunderte Tote. Aus Sicht des Regimes in Peking sind uigurische Terrorgruppen für die Gewalt verantwortlich. Die Vereinten Nationen (UN) hingegen werfen China vor, massenhaft Uiguren in sogenannte Umerziehungslager zu stecken. Mehr als eine Million Angehörige des Turk-Volkes würden in chinesischen Einrichtungen festgehalten, die geheimen Internierungslagern ähnelten, berichtete ein Menschenrechtsgremium der UN. In der chinesischen Staatszeitung "Global Times" hieß es dagegen: In Xinjiang gebe es keinen Platz für "destruktive westliche öffentliche Meinung". "Frieden und Stabilität müssen vor allem anderen kommen. Um dies zu erreichen, könnten alle Maßnahmen ergriffen werden." Dreharbeiten in der Provinz sind nahezu unmöglich. Unser Korrespondent Michael Storfner hat es dennoch versucht und berichtet in den Weltbildern über seine Eindrücke aus Xinjiang.
Autor: Michael Storfner

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