Weltbilder

Dienstag, 17. April 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 19. April 2018, 01:45 bis 02:15 Uhr

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Bangladesch: Flucht vor Hochwasser

Ali Hussain hat seine Heimat Bangladesch verlassen. Zweimal haben die Fluten des Flusses Singimari sein Haus dort weggespült, zweimal hat er es wiederaufgebaut. Dann kam erneut das Hochwasser und der 27-Jährige gab die Hoffnung auf: "Ich habe mein Land verloren, mein Eigentum, Geld - alles". Er beschloss nach Indien auszuwandern und dort ein neues Leben aufzubauen. Bangladesch ist eins der ärmsten Länder der Welt und gehört zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen. Weite Teile des Landes liegen nur wenig höher als der Meeresspiegel. Dass die Hochwasser-Flüchtlinge im Nachbarland Indien ausgerechnet wieder an einem Flussufer mit Hochwasser-Gefahr angesiedelt werden, mutet an wie eine Farce, ist aber bittere Realität. Denn dort haben indische Behörden Wellblechhütten aufstellen lassen, um die Menschen aus Bangladesch unterzubringen.
Autor: Christian Dreißigacker

Indien: Frauen kämpfen gegen Vielehe

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Frauen und Kinder sind Leidtragende der Vielehe

17.04.2018 23:30 Uhr

Viele muslimische Ehefrauen in Indien müssen Zweit- oder Drittfrauen neben sich ertragen. Oft stürzt die Vielehe sie auch in finanzielle Schwierigkeiten. Bildergalerie

In einer winzigen Wohnung mitten in einem muslimischen Viertel in Hyderabad sitzt Shabana Begum an ihrer Nähmaschine. Neben ihr quengeln die vier Kinder. Doch Begum hat keine Zeit. Bis zum Abend müssen die Kleidungsstücke fertig werden. Mit dieser Arbeit hält sie die Familie über Wasser. Ihren Mann sieht sie nur selten. Er ist vor ein paar Jahren ausgezogen - zu seiner Zweitfrau. "Für uns hat er seitdem keine einzige Rupie mehr übrig", klagt sie. Es gibt keine Statistik, wie hoch die Zahl der Vielehen in Indien ist. Eigentlich sind sie verboten, aber für Muslime gibt es eine Ausnahme: Noch zu Kolonialzeiten erließen die Briten ein Gesetz, nach dem Muslime untereinander "Angelegenheiten des Personenstands", also Hochzeit, Scheidung oder Erbe, nach der Scharia regeln durften. Das war als Minderheitenschutz gedacht. Immer mehr Frauen wehren sich jetzt dagegen. Nun soll der Oberste Gerichtshof entscheiden.
Autor: Peter Gerhardt

Südafrika: Weiße Farmer in Angst vor Gewalt

Die Angreifer haben ihr die Füße mit einer Bohrmaschine durchlöchert - der Raub-Überfall auf die Farmerin Nicci Simpson ist ein extremes Beispiel für die oft erschreckende Gewalt-Kriminalität gegen weiße Landbesitzer in Südafrika. Für die einen sind Vorfälle wie dieser nur eines von vielen Symptomen in einem Land mit generell hoher Kriminalitätsrate und großer Gewaltbereitschaft. Nicci Simpson aber und viele andere Farmer machen die politische Stimmung im Land dafür verantwortlich. Mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid ist der Großteil des privaten Farmlands nach wie vor im Besitz weißer Südafrikaner - eine Landreform hat daran bisher nur wenig geändert. Die linksradikale Oppositions-Partei EFF befeuert das Feindbild vom weißen Farmer und ruft die Schwarzen in Südafrika dazu auf, sich Land einfach zu nehmen. Und die Regierungspartei ANC erwägt, künftig Farmer auch ohne Entschädigung zu enteignen, um die Landreform zu beschleunigen. Ein falscher Weg, sagt Paul Doubell - er hat hautnah erlebt, was schon mit der jetzigen Gesetzeslage möglich ist. Er musste einen Teil seines Landes an schwarze Farmer abgeben - gegen eine Entschädigung zwar, aber auch gegen seinen Willen. Trotzdem hilft er den neuen Besitzern und bildet sie in moderner Landwirtschaft aus. Paul Doubell glaubt an eine friedliche Lösung des Konflikts.
Autor: Thomas Denzel

Frankreich: Streikende Eisenbahner

Die Liste der Reformprojekte ist lang, die der französische Präsident in kurzer Zeit erfolgreich auf den Weg gebracht hat. Nichts schien sich ihm in dem lange als unreformierbar geltenden Frankreich entgegenzustellen. Das könnte sich jetzt ändern. In den Lokführern hat er erstmals ernstzunehmende Gegner gefunden. Emmanuel Macron will die hochdefizitäre Staatsbahn SNCF wettbewerbsfähig machen. Dazu will er auch die Axt an lieb gewonnene Privilegien der Bahnbediensteten legen. Lokführer etwa sind quasi unkündbar, können schon ab 52 Jahren bestens versorgt in den Ruhestand gehen, haben bis zu 50 Tage Urlaub pro Jahr und vieles mehr. Jetzt richten sie sich auf einen monatelangen Streik ein. Das Europamagazin begleitet Lokführer beim Streik und bei der Arbeit, will wissen, mit welchen Argumenten sie ihre außerordentlichen Privilegien verteidigen.
Autoren: Nicole Aistleitner, Mathias Werth

Japan: Frau Kawasaki aus Nordkorea

Eiko Kawasaki ist Japanerin. Doch mit 17 Jahren verlässt sie ihre Heimat um nach Nordkorea auszuwandern. Nach dem Korea-Krieg lechzt das Land nach Intellekt und Arbeitskräften, wirbt Zehntausende Japaner an und lockt sie zum Beispiel mit einem bezahlten Studium. Eine Heirat dort verspricht auch Sicherheit. Eiko Kawasaki bekommt vier Kinder. Die Hungersnot der 1990er-Jahre in Nordkorea gibt den Ausschlag für Fluchtgedanken. 2003 schafft sie es, kehrt zurück nach Japan. So wie sie sind etwa 200 Japaner zurückgekehrt, Zehntausende andere blieben dort. Ihr Schicksal und das der Rückkehrer werde von Japans Regierung nicht ernst genommen, klagt Eiko Kawasaki. Sie ist heute 75 Jahre alt und kämpft für Anerkennung.
Autor: Uwe Schwering

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