Weltbilder

Dienstag, 27. März 2018, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 29. März 2018, 01:45 bis 02:15 Uhr

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Somalia: Ein Frauenhaus in Mogadischu

Zamzam konnte gar nicht mehr laufen. So sehr hatte ihr Mann sie verprügelt. Doch dann fanden sie Mitarbeiterinnen der Hilfsorganisation Hawotako Somalia und brachten Zamzam in ihr Frauenhaus in Mogadischu. Hier bekommt Zamzam medizinische und psychologische Hilfe und kann sich rechtlich beraten lassen. Täglich suchen Dutzende Frauen hier Hilfe. Gewalt gegen Frauen ist in der somalischen Gesellschaft traditionell verpönt gewesen. Doch der jahrzehntelange Bürgerkrieg hat viele Männer verroht. Vergewaltigungen und Misshandlungen gehören mittlerweile zum traurigen Alltag. Vor allem in den zahllosen Flüchtlingslagern in Somalia. Allein im vergangenen Jahr hat sich nach Angaben von Human Rights Watch die Zahl der Flüchtlinge auf zwei Millionen Menschen verdoppelt.
Autorin: Sabine Bohland

Frankreich: Der Held von Trèbes

"Als ich den Anruf bekommen habe, wusste ich, dass er das war", sagt die Mutter des Polizisten Arnaud Beltrame. Ihr Sohn wird als Held von Trèbes geehrt, wo am vergangenen Freitag ein islamistischer Attentäter einen Supermarkt mit Waffen gestürmt hatte. Vier Tote, darunter der Polizist. Er hatte sich in die Hände des Attentäters begeben zum Tausch gegen eine Geisel, starb später im Krankenhaus. Der Attentäter hatte den Polizeioberst niedergeschossen - bevor er selbst getötet wurde. Am Mittwoch findet in Paris eine nationale Trauerfeier statt.
Autor: Mathias Werth

Finnland: Altenpflege am Polarkreis

Nur wenige Menschen wohnen in Inari, nördlich des Polarkreises. Es sind vor allem alte Menschen, auf weit auseinander liegenden Gehöften. Und sie werden auf besondere Weise versorgt.  Mit Schneemobilen besuchen Angestellte der Gemeinde die Senioren einmal pro Woche und helfen bei dem, was nötig ist: Sie räumen Schnee vom Dach, füttern die Rentiere oder gehen zur Hand beim Eisfischen. Die Alten sind dankbar. Nicht nur für die Hilfe im Alltag. Oft sind die Pfleger die einzigen Gesprächspartner in dieser einsamen Gegend.
Autor: Clas Oliver Richter

Argentinien: Verschollenes U-Boot

Seit mehr als vier Monaten ist die "San Juan" verschollen. Was viele Angehörige der vermissten Besatzung befürchtet haben, ist nun Gewissheit geworden. Die Regierung musste jetzt zugeben, dass das U-Boot in geheimer Mission unterwegs war. Der Auftrag: Eine Flotte britischer Schiffe auszuspionieren und zwar in der Region der Falklandinseln. Bei der wochenlangen internationalen Suche mit Schiffen, Flugzeugen und Mini-U-Booten konnte die "San Juan" nicht gefunden werden. Wahrscheinlich weil am völlig falschen Ort gesucht wurde. Schließlich war die Suche im Dezember eingestellt worden. Zurück blieben verzweifelte Familien, die wissen wollen, welches Schicksal ihre Angehörigen erleiden mussten. Die Kritik an der Regierung ist groß, die Betroffenen fordern, endlich die ganze Wahrheit zu erfahren. In der Zwischenzeit haben die Familien der vermissten Besatzung selbst eine Crowdfunding Aktion gestartet. Sie hoffen, genug Geld sammeln zu können, damit sie ein Unternehmen beauftragen können, die Suche fortzusetzen.
Autor: Michael Stocks

Kiribati: Ausbildung zum Matrosen

"Das wird schon sehr traurig, wenn ich meine Familie nicht mehr sehe. Aber diese Schule ist die Gelegenheit, meine Eltern zu retten. Nur so kann ich mir und anderen helfen." Rubeaua besucht die Matrosenschule MTC. In sechs Monaten wird er sein Zuhause verlassen, um auf einem Thunfischtrawler in der japanischen See zu arbeiten. Seine Heimat ist die Südseeinsel Tabonibara. Die Familie lebt von dem, was die Natur ihr gibt. Der Staat kauft ihr getrocknetes Kokosfleisch auf, doch der Ertrag sinkt von Jahr zu Jahr. Tabonibara gehört zum Inselstaat Kiribati im Pazifik, einem der ärmsten Länder der Welt. Und der Klimawandel macht es noch ärmer. So hat Rubeaua bald, was viele hier brauchen - einen Job, um die Familie zu ernähren. Doch dafür bezahlt er einen hohen Preis: Er muss weg.
Autor: Uwe Schwering

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