Weltbilder

Dienstag, 09. Juni 2020, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 11. Juni 2020, 01:45 bis 02:15 Uhr

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Taiwan: Musikalische Müllabfuhr

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Quiz: Was wissen Sie über Taiwan?

Sie kennen sich aus mit Themen über Taiwan? Testen Sie Ihr Wissen! Mit etwas Glück gewinnen Sie Überraschungs-Souvenirs unserer Korrespondenten. Quiz

Jedem Müllschlucker eilt sein eigenes Lied voraus: Klassische Musik tönt lauthals aus den Müllabfuhrwagen in Taipeh. Zur Auswahl stehen Badarzewskas "Gebet einer Jungfrau" oder  Beethovens "Für Elise". Die Erkennungsmelodie bedeutet für die Großstädter: schnell runterkommen und den Müll entsorgen. Anwohnerin Zhao Hui erklärt: "Bei mir kommt der Wagen abends um neun. Wenn ich die Musik höre, weiß ich: Jetzt muss ich runter mit dem Müll." Früher standen Tüten tagelang stinkend am Straßenrand. Das ist nun verboten. Jetzt ist alles sauber. Das gemeinsame Aufräumen kommt gut an. Anwohner Hong Jinrong meint: "Wenn Du den Müll rausbringst, kannst Du mal mit anderen Leuten reden. Mit den Nachbarn von gegenüber zum Beispiel, immer eine gute Gelegenheit für einen Plausch." Mit Ideen, Bereitschaft und viel Disziplin hat sich Taiwan innerhalb von 25 Jahren unter den Top-Recycling-Nationen der Welt einsortiert.
Autor: Uwe Schwering

USA: Wie rassistisch ist die Polizei?

Nach dem gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd steht die US-Polizei am Pranger - und das nicht zum ersten Mal. Demonstranten fordern die komplette Erneuerung des Polizeisystems. Schier unüberbrückbar scheint die Kluft zwischen weißen Uniformierten und schwarzen Demonstranten in diesen Tagen. Das Land ist extrem aufgewühlt. "Wir Schwarzen sind es einfach leid! Wir haben so viel durchgemacht und noch immer werden wir auf der Straße getötet, von denen, die uns schützen sollten", sagt Demonstrantin Louise bei einer Kundgebung in Washington. Die Demonstranten dort wollen sich nach 400 Jahren Gewalt gegen Schwarze nicht mehr abspeisen lassen. "Die Polizei wurde doch gegründet, um Schwarze zu unterdrücken, seit der Sklaverei. Es geht nicht darum Vertrauen zurückzugewinnen. Das System muss komplett erneuert werden", fordert Aktivistin Bakary Samasa. Sie protestieren da weiter, wo Martin Luther King im Sommer 1963 seine legendäre Rede hielt. Denn er blieb bis heute unerfüllt, der Traum von der Gleichberechtigung in Amerika.
Autor: Stefan Niemann

Großbritannien: Verschwörungstheorien um Corona-Ausbreitung

Viele Verschwörungsgläubige in Großbritannien machen den neuen Mobilnetz-Standard 5G für die Verbreitung des Coronavirus verantwortlich - auch wenn es keinerlei Belege für diese These gibt. Eine Reihe von Sendemasten wurde zerstört. Die britische Regierung hat die 5G-Hasser und ihre spektakulären Angriffe auf die Sendemasten als politisches Thema ausgemacht, mit dem sich die Behörden ernsthaft auseinandersetzen wollen und müssen. Im Internet finden sich verstörende Videos, die zur Zerstörung von 5G-Mobilfunkmasten anstiften, manche sind hundertausendfach aufgerufen. Seitdem brennt es ständig. In den vergangenen Wochen wurden in Großbritannien nach Angaben der Betreiber gut 80 Masten angezündet und zerstört.
Autor: Sven Lohmann

China: Corona und die Folgen

International inszeniert sich China als verantwortungsvolle Weltmacht. Aus China kommen während der Corona-Krise  humanitäre Helfer, die Regierung schickt Ärzte und tonnenweise medizinisches Material in betroffene Länder. Aber was ist mit den Millionen Menschen, die wochen- oder monatelang in ihren Wohnungen eingesperrt waren? Welche Spuren hat die Quarantäne hinterlassen? Kann sich die Wirtschaft der Weltmacht wieder ganz erholen? Welche Auswirkungen haben die vielen Verwerfungen auf die Menschen in China, ihre Regierung und damit auch auf den Rest der Welt?
Autorin: Tamara Anthony

Mexiko: Corona-Pandemie außer Kontrolle?

Die Tage sind erschöpfend. Die Hauptstadt Mexiko-City ist seit Wochen vermeintlich auf dem Höhepunkt der Pandemie. Genau weiß das aber niemand. Denn in Mexiko wird nur wenig auf Covid19 getestet. Das medizinische Personal ist am Rande der Erschöpfung. Diego Arcos vom Roten Kreuz fährt seit Monaten Notfalleinsätze auf dem Krankenwagen. Er erklärt: "Es ist belastend, nicht zu wissen wie viele wirklich infiziert sind. Weil wir so nicht wissen, wann das hier endet." Sein Kollege Oscar Espindola ergänzt: "Es fehlt Schlaf, wir sind angespannt. Wir haben Kollegen, die sich angesteckt haben, welche die gestorben sind." Nie wissen sie, was sie bei ihren Einsätzen erwartet. Heute treffen sie auf einen 81-jährigen Diabetiker. Sein Sauerstoff im Blut ist zu niedrig. Er bekommt kaum mehr Luft und hat Fieber. Vermutlich ist er schwer an Covid19 erkrankt. Er müsste ins Krankenhaus. Doch die Familie fleht, den alten Mann im Kreise der Familie sterben zu lassen. Diego lässt den, vermutlich todgeweihten, Patienten schweren Herzens zurück. "In Mexiko sind die Familienbande stark. Sie bevorzugen, dass jemand im Kreis seiner Lieben stirbt, auch wenn wir ihn im Krankenhaus vielleicht retten könnten."
Autorin: Xenia Böttcher

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Corona-Krise: Wie arbeiten unsere Korrespondenten?

Die Corona-Krise stellt auch unsere Auslandsteams vor große Herausforderungen. Hier erzählen sie von ihrer Arbeit, persönlichen Erfahrungen und der Situation in ihren Berichtsgebieten. mehr

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