Sendedatum: 14.01.2019 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Strübbel

von Vera Vester

Selbst wenn man bei der Anreise nicht wüsste, in welchem Kreis Strübbel liegt - einmal kurz umgeguckt würde sofort klar: Das kann nur Dithmarschen sein. Ein kleiner Ort, eine Straße, die natürlich Dorfstraße heißt, rundherum Marschlandschaft mit Schafen und jede Menge Windräder. Und wie in Dithmarschen so üblich, gibt es mehr Schafe als Einwohner, knapp mehr als 80 Menschen sind es.

Einige Wellensittiche beisammen in einem Käfig.

Dorfgeschichte aus Strübbel

Schleswig-Holstein Magazin -

Strübbel hat etwas mehr als 80 Einwohner und viel mehr Schafe und liegt im Kreis Dithmarschen. Einmal im Jahr ist Fasanenjagd.

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Disco Bingo und Grünkohlessen

Und 29 von ihnen haben sich vor zwei Jahren zu etwas zusammengetan, wofür der Rest im Ort wirklich dankbar sein kann: Sie haben den alten Dorfkrug gemeinschaftlich gekauft. Dessen eigentlicher Besitzer war verstorben, und die Gaststätte ist der einzige öffentliche Ort, an dem man sich in Strübbel treffen kann. Den aufzugeben konnten sich die Einwohner nicht vorstellen. Früher hatte der Krug jeden Tag geöffnet - jetzt nur noch zweimal die Woche zum Stammtisch und zu besonderen Anlässen wie Disco Bingo von der Landjugend, Grünkohlessen oder zur Hasen- oder Fasanenjagd.

Jagd ist zweimal im Jahr

Im Dezember schießen sie Hasen, im Januar Fasanen. Am besten ist es dann trocken, weil sich die Tiere bei Regen im hohen Gestrüpp verkriechen. Dann sind sie mit fünf Jagdhunden unterwegs, die die Fasanen aufscheuchen. Die Hennen - zu erkennen am vergleichsweise kurzen Stoß - schießen sie allerdings nicht. Nur einige Hähne wollen sie erwischen, denn wenn das zu viele werden, streiten sie sich quasi um die Hennen, zerstören dabei die Nester - und die Population wird kleiner.

Tausende Euro für Papageien

Einer in Strübbel interessiert sich besonders für Vögel - aber nicht, weil er sie schießen will. Im Gegenteil: Winfried Pargmann züchtet Wellensittiche und Papageien. Seine Leidenschaft begann vor einigen Jahren, als er einen einzigen Wellensittich hatte. Heute sind es etwa 60 Vögel. Die meisten verkauft er über's Internet. Zwischen ein paar hundert und mehreren tausend Euro kosten sie - je nachdem wie groß, selten und zahm sie sind.

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Schleswig-Holstein Magazin | 14.01.2019 | 19:30 Uhr