Sendedatum: 07.01.2019 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Ostenfeld

von Thilo Buchholz

Das Dorf am Nord-Ostsee-Kanal ist zerpflückt. Mehrere Wohngebiete sind geografisch voneinander getrennt. Und trotzdem gibt es einen alten Dorfkern. Der ist geprägt von landwirtschaftlichen Betrieben. Etwas weiter sehen die Häuser neuer aus. Sie wurden gleich nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut, die Materialien hatte man gegen Lebensmittel getauscht. Deswegen nennen die Ostenfelder diese wenigen Gebäude auch Mehl- oder Zuckerhäuser.

Haus in Ostenfeld.

Dorfgeschichte aus Ostenfeld

Schleswig-Holstein Magazin -

Ostenfeld bei Rendsburg liegt in unmittelbarer Nähe zweier Autobahnen, deshalb ist es manchmal recht laut. Aber der Lärm reicht nicht, damit eine Lärmschutzwand gebaut wird.

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Nebenan die A210 und die A7

Die rund 600 Einwohner leben in unmittelbarer Nähe zweier Autobahnen. Im Süden liegt die A210 und im Westen die A7 mit der Rader-Hochbrücke. Der Wind bläst den Lärm auf die Terrassen in Ostenfeld, erzählt der Bürgermeister Jan Martens. Schon jetzt sei es wegen des Verkehrs laut.

Kein Lärmschutz für Ostenfeld

Und der Lärm werde zunehmen, wenn die Rader-Hochbrücke ausgebaut werde. Aber eine Lärmschutzwand sollen die Ostenfelder nicht bekommen. Das hat die DEGES, eine Baugesellschaft von Bund und Ländern, den Einwohnern bei einer Informationsveranstaltung im Herbst vergangenes Jahr mitgeteilt. Das Gemeindehaus war voll wie seit 20 Jahren nicht mehr, erzählt der Bürgermeister. 150 Menschen waren dabei. Die berechneten Lärmwerte lägen für die Ostenfelder unter der Höchstgrenze.

Ausbau der Rader-Hochbrücke

Die DEGES plant den Neubau der Rader-Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal ab 2023. Nötig sei der Neubau, weil die alte Überführung baufällig ist. Zurzeit ist die Brücke vierspurig. Die Nachfolgerin ist sechsspurig geplant und soll sechs Jahre später fertig sein. Aufgeben wollen die Ostenfelder nicht. Ab Frühjahr können Anwohner Einwendungen einbringen. So ganz haben die Menschen die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Klimaschutz in Ostenfeld

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Ein Dorf zwischen A7, A210 und der Rader Hochbrücke: Ostenfeld bei Rendsburg.

Auf der Autobahn pusten Autos und Lkw Kohlendioxid in die Luft, und nebenan auf einem Feld sollen Bäume der Atmosphäre das CO2 wieder entziehen. In Sichtweite zur Rader-Hochbrücke hat die Stiftung Klimawald mit Jugendlichen auf einer zwölf Hektar großen Fläche junge Bäume gepflanzt. In den kommenden Jahren sollen die mindestens 10.000 Tonnen Kohlendioxid binden.

Ein bisschen Schottland in Ostenfeld

Bernd Grabke wohnt schon lange in Ostenfeld und er spielt ein exotisches Musikinstrument - für schleswig-holsteinische Verhältnisse. Wenn er in seinem Garten in den Sack pustet, können ihn die meisten Ostenfelder hören. Blasrohr, Spielpfeife und Stöcke: Bernd Grabke spielt Dudelsack, seit vier Jahren. Er übt jeden Tag - seine Nachbarn sind gnädig mit ihm. Eine klassische Uniform hat er auch. Sie stammt von einem schottischen Clan, dem Clan MacInnes. Dass Bernd Grabke überhaupt würdig ist, diese Uniform zu tragen, musste er dem Clan in Schottland erst beweisen und zeigen, wie gut er spielen kann. Er hat es bewiesen und ist würdig. Auch seine Bandmitglieder dürfen den sogenannten "Half Dress" tragen. Mit seiner Band "North Frisian Pipes & Drums" hat er Auftritte in ganz Norddeutschland.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 07.01.2019 | 19:30 Uhr