Sendedatum: 22.04.2019 19:30 Uhr

Dorfgeschichte: Nienborstel

von Thilo Buchholz

Am Karfreitag in Nienborstel im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist das halbe Dorf zum traditionellen Osterschießen des Sportschützenvereins am Gemeindehaus gekommen. Genauer gesagt sind 80 Nienborsteler gekommen. Jäger, Feuerwehrleute und Anwohner wollen das Preisschießen gewinnen. Sie schießen mit Luftdruckgewehren auf Pappzettel in etwa 20 Meter Entfernung. Auf den Zetteln sind ein Keiler und fünf kleine Zielscheiben abgebildet. Wer am genauesten zielt, gewinnt. Meistens sind das die Jäger. Die vier besten Schützen gewinnen Fleischpakete von einem Schlachter aus Hohenweststedt.

Mehrere Menschen umringen Hand in Hand einen Mammutbaum.

Dorfgeschichte: Nienborstel

Schleswig-Holstein Magazin -

Holz spielt in Nienborstel eine wichtige Rolle: Zum einen ist ein kalifornischer Mammutbaum das Wahrzeichen der Gemeinde und zum anderen gibt es dort eine alte Tischlerei.

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Mammutbaum - Wahrzeichen von Nienborstel

An Nienborstel grenzt das Große Haaler Gehege. Der Wald ist etwa 700 Hektar groß und wurde 2001 als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen. In diesem Schutzgebiet ist ein Gast beheimatet, der sich eigentlich in den Rocky Mountains heimisch fühlt: Ein Hinweisschild weist den Weg zu einem riesigen Mammutbaum. In Internetforen ist zu lesen, dass der Baum etwa 30 Meter hoch ist und einen Umfang von 5,5 Metern hat. Wie der Baum hier her gekommen ist, dazu gibt es verschiedene Überlieferungen. Eine handelt von Seemännern, die im zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert Samen gepflanzt haben sollen.

Ein Stall wird zum Dorfmuseum

Die ehemalige Schweine- und Kuhställe hat Hans Ernst Breiholz umgebaut zu einem privaten Heimatmuseum. Der ganze Dachboden ist voll mit Schreibmaschinen, Haushaltswaren, Spaten, Hämmer und, und, und. Der ehemalige Postangestellte hat vor 30 Jahren angefangen alte landwirtschaftliche Geräte zu sammeln. Mit einem Pflug hat es angefangen. Heute hängen, stehen, liegen im Dachboden ganz akkurat mehrere Tausend Dinge. Vor ein paar Jahren haben sich immer mal wieder Schulklassen angemeldet. Jetzt sind es Senioren oder Politiker, die von Hans Ernst Breiholz eine zweieinhalb Stunden lange Führung bekommen.

Bundeskanzlerin auf dem Bauernhof

Den Milchviehbetrieb von Familie Trede mit 350 Kühen besuchte die Bundeskanzlerin im vergangenen Jahr. Angela Merkel (CDU) nahm die Einladung von Landwirtin Ursula Trede in der ARD Sendung "Wahlkampfarena" in Lübeck an. Die Kanzlerin sollte einen Einblick in die Arbeit von landwirtschaftlichen Betrieben bekommen. Gesprochen wurde über die akuten Probleme der Milchbauern.

Beim Milchpreis habe sich nicht viel getan, erzählt Ursula Trede. Er sei immer noch niedrig, liege bei 31 Cent. Ein bisschen ruhiger ist es aber schon auf ihrem Hof geworden.

Unterwegs in Nienborstel

Angela Merkels Patenkind

Die Kanzlerin hatte die Patenschaft eines frisch geborenen Kalbes auf dem Hof übernommen. Allerdings ist das Kalb mit dem Namen "Wirbelwind" gestorben. Es hat es einfach nicht geschafft, sagt die Landwirtin. Ob die Nachricht auch die Bundeskanzlerin und Patentante erreicht hat, weiß Trede nicht. Sie wollte Angela Merkel eigentlich regelmäßig Fotos von "Wirbelwind" schicken, damit der Besuch und das Gespräch keine einmalige Sache bleiben. Ursula Trede hofft jetzt, dass es auch ohne Grußkarten des Patenkindes nicht nur bei einer "guten Erfahrung" in Nienborstel bleibt.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 22.04.2019 | 19:30 Uhr