Weltreisen

Mama ist im Himmel - Amerikas verlorene Mütter

Dienstag, 24. März 2020, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 26. März 2020, 02:10 bis 02:45 Uhr

2,67 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

"Guten Morgen, Mama!" ruft die zweijährige Soleil jeden Morgen. Doch ihre Mutter kann nicht mehr antworten. Wenige Wochen nach der Geburt ihrer Tochter ist Shalon Irving gestorben. Seitdem lächelt sie nur noch von den vielen Fotos in ihrem Haus in Atlanta. Die Ärzte hatten die Beschwerden der jungen Schwarzen nach der Entbindung nicht ernst genommen - bis sie ins Koma fiel.

Shalons tragischer Tod ist kein Einzelfall. Das Risiko während der Schwangerschaft oder Entbindung ums Leben zu kommen, ist für Afro-Amerikanerinnen rund viermal so hoch wie für weiße Frauen in den USA. Vor allem in den Südstaaten sieht es noch schlimmer aus. Die Statistik zur Müttersterblichkeit gilt seit langem als nationale Schande.

Kampf gegen Vorurteile und Rassismus im Gesundheitswesen

Eine trauernde Mutter wird zur Vorkämpferin gegen Rassismus, trägt ihre ohnmächtige Wut bis nach Washington.

ARD-Korrespondent Stefan Niemann und das Team vom ARD Studio Washington sind mit Hebammen und Ärzten unterwegs, sind im Kreißsaal, aber auch bei einer Hausgeburt dabei, für die sich viele Afroamerikanerinnen entscheiden müssen. Das Krankenhaus ist schlicht zu teuer oder zu weit weg.

Soleil wächst heute bei ihrer Großmutter Wanda auf. Die 66-Jährige fordert Gerechtigkeit, der Tod ihrer Tochter Shalon müsse die Nation endlich wachrütteln. In Atlanta, Georgia und anderen Bundesstaaten kämpfen Bürgerrechtlerinnen, Geburtshelferinnen und Hebammen gegen Vorurteile, Ignoranz und Rassismus im Gesundheitswesen. Sogar bis nach Washington in den Kongress hat Wanda ihre Wut und Trauer schon getragen. Sie will dazu helfen, die schreiende Ungerechtigkeit für schwangere schwarze Frauen zu beenden.

Redaktion
Christine Hasper
Redaktionsleiter/in
Clas Oliver Richter
Produktionsleiter/in
Cornelia Deider
Regie
Stefan Niemann
Autor/in
Stefan Niemann