Kraftwerk Moorburg: Zweites Kesselhaus erfolgreich gesprengt
Das zweite Kesselhaus des ehemaligen Kraftwerks Moorburg ist am Mittwochabend erfolgreich gesprengt worden. Es war nach einem missglückten Versuch vor mehr als fünf Wochen der zweite Anlauf. Zahlreiche Schaulustige sahen zu.
Mit einem lauten Knall ging das Kesselhaus des ehemaligen Steinkohlekraftwerks Moorburg zu Boden. Für die Vorbereitung der neuen Sprengung sei ein ferngesteuerter Bagger eingesetzt worden, erklärten die Hamburger Energiewerke. Dadurch sei eine geringere Menge an Sprengstoff erforderlich gewesen. Eine Detonation an den äußeren Trägern des Kesselhauses brachte das Kesselhaus dann schließlich zum Einsturz.
Eigentlich sollte das Kesselhaus bereits am 23. März zum Einsturz gebracht werden. Doch damals glückte die Sprengung nur beim ersten Kesselhaus.
Viele Schaulustige
Da das Gebäude im rückwärtigen Bereich des Baugebiets und damit weiter entfernt von der Straße lag, fiel auch die Sicherheitszone am Mittwochabend deutlich kleiner aus als beim ersten Anlauf. Durch den verkleinerten Sicherheitsradius konnten Neugierige der Sprengung besser zusehen als beim missglückten ersten Versuch.
Pendlerinnen und Pendler sowie Anwohnerinnen und Anwohner waren nicht betroffen. Lediglich die Straße Moorburger Schanze wurde für den Zeitraum gesperrt. Beim Moorburger Hauptdeich im Bereich der Kattwykbrücke wurde zudem die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert, damit der aufgewirbelter Staub die Sicht nicht einschränken kann.
Zweites Kesselhaus war im März stehen geblieben
Eigentlich hätten beide Kesselhäuser des stillgelegten Kraftwerks Moorburg im März gesprengt werden sollen. Beim ersten Kesselhaus lief auch alles wie vorgesehen. Das zweite blieb aber stehen, nichts rührte sich, weil eine der Hauptsprengladung nicht gezündet hatte. Der nicht detonierte Sprengstoff wurde zunächst geborgen.
Abrissarbeiten laufen schon länger
Bereits seit eineinhalb Jahren laufen die Abrissarbeiten am ehemaligen Kohlekraftwerk Moorburg. Drei Milliarden Euro hatte das einst modernste und effektivste Steinkohlekraftwerk in Deutschland gekostet. Im November des vergangenen Jahres war bereits der markante, 140 Meter hohe Doppel-Schornstein gesprengt worden.
Künftig Elektrolyseur an gleicher Stelle

Mitte dieses Jahres sollen die ersten freigeräumten Flächen dann übergeben werden, damit dort mit dem Bau eines Elektrolyseurs begonnen werden kann. Die Anlage soll von 2027 an dann sogenannten grünen Wasserstoff produzieren - also Wasserstoff, der mithilfe von umweltfreundlich erzeugtem Strom hergestellt wird.
Nicht alles wird abgerissen
Teile der bestehenden Infrastruktur und der Anlagen können laut Wirtschaftsbehörde künftig für die Wasserstofferzeugung genutzt werden. So bleiben etwa die Anlagen zur Wasseraufbereitung sowie das Werkstatt- und Lagergebäude erhalten. Der bereits vorhandene Anschluss an das Höchstspannungsnetz, über den der Elektrolyseur künftig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt wird, wird umgebaut und verlegt.
