Auf den Spuren des Salzes

von Thomas Samboll

Ein Salzsieder führt im Deutschen Salzmuseum in Lüneburg die Verarbeitung von Salz vor. © picture-alliance/HB-Verlag Fotograf: Urs F. Kluyver Detailansicht des Bildes Wie entsteht aus einem Stollen Salz? Ein Salzsieder führt das im Lüneburger Salzmuseum vor. Salz ist heute eine Massenware, doch das war nicht immer so: In früheren Zeiten galt das Mineral als sehr kostbar und sorgte dafür, dass Städte wie Lüneburg zu Reichtum und Wohlstand kamen. Die dortige Saline ist zwar schon seit vielen Jahren geschlossen, Teile der Anlage bilden jedoch heute das Deutsche Salzmuseum. Dort wird die salzige Vergangenheit Lüneburgs wieder lebendig.

Schon der Eingang macht deutlich, dass dieses Museum anders sein will. Der Besucher betritt das alte Siedehaus, in dem die Salzausstellung untergebracht ist, durch einen ausrangierten Güterwaggon. "Der soll daran erinnern, dass es früher mal Gleise gab, auf denen der Zug vor die Tore der Saline gefahren ist und das Salz abgeholt hat", erklärt Museumsführerin Ilse Lüdtke. Bis in die 60er-Jahre fuhren die Güterzüge noch.

Lecken am Salz erwünscht

Im Inneren des Siedehauses wird es ziemlich dunkel: Besucher haben ein wenig das Gefühl, unter Tage zu sein, aber auch in die Vergangenheit abzutauchen. Mitten in der großen ehemaligen Fabrikhalle steht ein gewaltiger Salzbrocken: 6.000 Kilo schwer und weit über 200 Millionen Jahre alt. Kinder sind begeistert von dem alten Salzklotz, denn sie dürfen sogar daran lecken. Hygienische Bedenken weist die Museumsführerin zurück, da Salz desinfizierend wirke. Nur die Form des Salzbrockens könnte sich im Laufe der Jahre ändern. "Der bekommt vielleicht eine Taille, weil hauptsächlich die Grundschüler daran lecken", meint Lüdtke. Am Salzklotz zu lecken, sei ein wichtiger Bestandteil des Konzepts dieses Industriedenkmals. Anfassen und Ausprobieren ist hier erwünscht.

Wie wurde früher in der Saline gearbeitet?

Sudpfanne, in der über einer Feuerstelle Salz getrocknet wird. © dpa Detailansicht des Bildes In einer solchen Sudpfanne wurde das gewonnene Salz früher getrocknet. Immer wieder geht es um die Bedeutung von Salz. Wie wichtig ist es für den Körper? Ist Streusalz wichtig oder schädlich? Im Museum steht dazu ein echtes Auto, das gegen einen Baum gefahren ist und Anlass zur Diskussion geben soll. Vor allem aber geht es im Salzmuseum um die Geschichte der Lüneburger Saline. Dazu können Besucher in einen nachgebauten alten Stollen hinabsteigen, an dessen Ende sich eine enge, schwach beleuchtete Höhle mit einer Solequelle befindet. Dort steht auch "Hinnerk", eine vom Leben in der Saline gezeichnete Puppe. Die Museumsführerin erklärt an deren Beispiel die Arbeitsbedingungen der Menschen unter Tage. Selbst Sechsjährige mussten dort schuften und bekamen nur einen Ferientag im Jahr.

Salz selbst sieden

Besucher können die Arbeit nachempfinden und selbst Salz sieden. Im ehemaligen Waschraum der Salinen-Arbeiter stehen dafür Sole, Siedepfannen und Kochherde bereit. Das fertige Salz wird in kleine Tüten verpackt und kann mit nach Hause genommen werden. Wer will, bekommt auch noch den Original-Stempel der Lüneburger Saline, mit dem früher Salzsäcke gekennzeichnet wurden.

Weitere Informationen

Deutsches Salzmuseum

Sülfmeisterstraße 1
21335 Lüneburg
Tel. (04131) 450 65

Öffnungszeiten
Oktober bis April: Mo bis So 10-17 Uhr
Mai bis September: Mo bis Fr 9-17 Uhr, Sa+So 10-17 Uhr

Führungen
Mo bis Fr 11, 12.30 und 15 Uhr
Sa+So 11.30 und 15 Uhr
sowie für Gruppen nach Vereinbarung, Anmeldung erforderlich
Dauer: etwa eine Stunde

Stadtporträt
Blick auf die Häuserzeile am Stintmarkt in Lüneburg. © Fotolia.com Fotograf: kameraauge
 

Lüneburg - Salz, Stint und Studenten

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Links

Informationen über die Ausstellung, Bilder und Service.

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