Stand: 01.04.2016 12:18 Uhr

Otter-Zentrum: Scheue Tiere ganz nah

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Weltweit gibt es 13 verschiedene Otter-Arten. In Europa lebt nur einer - der Eurasische Fischotter.

Heimische Wildtiere wie den Fischotter bekommen Menschen in freier Natur nur selten zu sehen. Im Otter-Zentrum Hankensbüttel können Besucher die niedlichen Räuber aus wenigen Metern Entfernung beobachten. Die Anlage liegt am Ufer des Isenhagener Sees zwischen Gifhorn und Uelzen im Osten Niedersachsens. Die großzügigen Freigehege wurden den natürlichen Lebensräumen der Tiere nachempfunden. Dort leben nicht nur Otter, sondern auch ihre nächsten Verwandten wie Iltis, Steinmarder, Dachs, Baummarder oder Hermelin. Zu sehen gibt es außerdem die seltenen Otterhunde, eine vom Aussterben bedrohte Hunderasse, die früher eigens zur Otterjagd gezüchtet wurde.

Wegenetz durch den Wald

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Eine Glasscheibe erlaubt den Blick in einen Hermelin-Bau.

Auf mehr als drei Kilometern Wegenetz spazieren Besucher durch eine Landschaft mit Bächen, Teichen, Wiesen und einem mehr als 100-jährigen Wald. Der Rundgang lohnt sich zu jeder Jahreszeit. So trägt zum Beispiel der Hermelin nur in den Wintermonaten sein edles weißes Fell. Ab März färbt es sich wieder braun. Hinter Glas können Besucher in den Bau der kleinsten Bewohner des Otter-Zentrums schauen. Die flinken Hermeline sind über und unter der Erde eine Attraktion.

Schaufütterungen und Sonderveranstaltungen

Damit die Besucher die sehr scheuen und teilweise dämmerungs- oder nachtaktiven Tiere des Parks erleben können, finden täglich mehrere Schaufütterungen statt - in einem 15-minütigen Rhythmus jeweils an einem der Gehege. Tierpfleger erläutern dabei das Verhalten der Tiere und beantworten Fragen der Besucher. Regelmäßig bietet das Otter-Zentrum zudem verschiedene Sonderveranstaltungen an. So können Besucher etwa einen Tag als Tierpfleger verbringen oder an nächtlichen Exkursionen durch den Park teilnehmen.

Das Leben der Nerze

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So nah kommen Besuchern den Nerzen dank großer Glasscheiben, die direkt an den Wasserlauf grenzen, den die Tiere gern nutzen.

Eine Besonderheit des Otter-Zentrums ist die Anlage für amerikanische und europäische Nerze. In Deutschland gelten die Tiere als ausgestorben. Besucher können durch große Glasscheiben beobachten, wie die Nerze in einem Teich schwimmen und tauchen. Ein unterirdischer Gang führt direkt an das 1.500 Quadratmeter große Gehege.

Natur aktiv erleben

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Die Naturerlebnisbrücke aus Holz ist gut 100 Meter lang und soll Besuchern den Lebensraum See näherbringen.

Außerdem bietet das Otter-Zentrum zahlreiche Lernspiele für Jung und Alt an, die interessante Informationen über die dort lebenden Tiere und ihre Lebensräume vermitteln. Eine Naturerlebnis-Brücke führt über den See des Geländes. Auf ihr treffen Besucher auf ein Fußtastpfad, ein überdimensionales Storchennest mit großem Fernrohr und eine Wasserfühlstelle. Kinder können an Spielplätzen klettern und schaukeln, mit Wasser experimentieren oder im Seilgarten balancieren.

Eigene Forschungsabteilung berät

Otter-Zentrum

Sudendorfallee 1
29386 Hankensbüttel
Tel. (05832) 98 08 02

geöffnet von Februar bis Ende November
aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Otter-Zentrums

Das Otter-Zentrum unterhält eine eigene Forschungsabteilung, die sich um die Zucht der Tiere kümmert und mit der Autoindustrie zusammenarbeitet. Viele Autobesitzer haben schon Bekanntschaft mit dem nachtaktiven Steinmarder gemacht, der immer wieder Schäden unter der Motorhaube anrichtet. Im Otterzentrum testen Autohersteller zum Beispiel Autokabel auf ihre Tauglichkeit gegen Marder. Auch private Teichbesitzer können sich beraten lassen, wenn Fischotter die Bestände dezimieren. Im Otterzentrum werden dafür besondere Zäune entwickelt.

Bestand erholt sich

Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume und die Jagd, die 1968 in Deutschland verboten wurde, waren Fischotter in den 70er-Jahren fast ausgestorben. 1979 gründete sich der Verein "Aktion Fischotter", um für den Schutz der Tiere zu kämpfen. 1988 eröffnete er das in Europa einzigartige Otter-Zentrum. Ziel ist es, den Bestand der Otter in der freien Natur, der sich inzwischen etwas erholt hat, dauerhaft zu sichern.

Karte: Otter-Zentrum Hankensbüttel

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Lust auf Norden / 01.04.2016 / 18:15 Uhr

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