Stand: 11.07.2014 18:18 Uhr

Mit der Trave durch Holstein

Am Ende ist sie breit und tief, mächtige Fährschiffe nutzen sie auf ihrem Weg zur offenen Ostsee: Die Trave. Doch bevor der Fluss bei Travemünde ins Meer fließt, liegen gut 120 Kilometer hinter ihm. Eigentlich hätte es das Wasser von der Quelle bis zur Ostsee nicht weit. Nur rund zehn Kilometer sind es vom Örtchen Gießelrade südlich von Eutin an die Ostseeküste.

Zwischenstation im Wardersee

Der mittlere Abschnitt der Trave ist ein beliebtes Revier für Kanuten.

Doch die Trave wählt nicht die kürzeste Strecke, sondern windet sich zwischen Wiesen und Feldern zunächst nach Südwesten. Auf dem Weg nach Bad Segeberg fließt sie bei Wensin in den Wardersee. Nach einigen hundert Metern verlässt die Trave den See am anderen Ufer wieder. Jetzt ist sie so breit, dass erste Paddler den Fluss nutzen. Im Sommer reicht der Wasserstand allerdings zeitweise nicht aus. Auch der weitere Flusslauf bis Bad Segeberg eignet sich nur für erfahrene Sportler.

Durch das Travetal nach Bad Oldesloe

Bei Bad Segeberg erreicht die Trave ihren westlichsten Punkt, dreht nach Süden ab und fließ durch das Travetal vorbei an Kloster Nütschau nach Bad Oldesloe. Unterhalb des Wehres eignet sich der Flusslauf nun auch für weniger geübte Kanuten. Rund 30 Kilometer windet sich die Trave in vielen Kurven in Richtung Osten nach Lübeck. Bei Reinfeld fließt sie unter der Autobahn 1 hindurch und trifft im westlichen Lübecker Stadtteil Genin auf den Elbe-Lübeck-Kanal.

Vom Flüsschen zur Bundeswasserstraße

Damit verändert die Trave ihren Charakter massiv. Aus dem beschaulichen Flüsschen, das gemächlich durch die ländliche Natur fließt, wird eine Bundeswasserstraße. Sie ist breit und tief genug, um von großen Schiffen befahren zu werden. Entspechend heißt dieser Abschitt Kanaltrave. Nach weiteren rund zwei Kilometern erreicht die Trave die Altstadt von Lübeck und teilt sich dort in mehrere Gewässer: Der Stadtgraben windet sich westlich der Innenstadt entlang. Die Stadt- oder Obertrave fließt direkt an der westlichen Altstadt und am Holstentor vorbei. Die Kanaltrave rahmt das Weltkulturerbe Altstadtinsel von Osten ein.

Per Klappbrücke über den Fluss

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Die moderne Eric-Warburg-Brücke lässt sich für hohe Schiffe aufklappen.

Nördlich der Altstadtinsel vereinen sich die drei Arme wieder zur Trave, die nun auch für dicke Pötte schiffbar ist. Hafenanlagen ziehen sich kilometerlang an beiden Ufern entlang, bevor die Trave wieder durch die Natur fließt. Dann folgt die modernste der gut 100 Brücken über den Fluss: die Eric-Warburg-Brücke. Mehr als 100 Jahre wurde eine Verbindung an dieser Stelle geplant, 2008 war der Bau der Klappbrücke im Verlauf der Bundesstraßen 75 und 104 vollendet.

Entlang der Grenze

Nun legt die Trave noch einmal erheblich an Breite zu. Am südlichen Ufer verläuft die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. An den einstigen Übergang in die DDR, in Schlutup, erinnert eine Dokumentations-Stätte. Am Nordufer liegt das Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer, rund 1.000 Schafe weiden auf dem Areal. Spätestens am Pötenitzer Wiek, wenige Kilometer vor der Mündung, wächst der Fluss zum Meeresarm an. Doch es wird noch einmal eng auf der Trave: Die Halbinsel Priwall und Travemünde pressen sie zusammen. Durch diesen Mündungsbereich zwängen sich auch die großen Fähren, die am Skandinavienkai an- und ablegen.

Heilbad an der Mündung

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Geschafft: Eine letzte Enge, dann mündet die Trave in die Ostsee.

Travemünde ist der nördlichste Stadtteil der Hansestadt Lübeck - und ihre Badewanne. Bereits vor rund 200 Jahren kamen die ersten Badegäste an den Ostseestrand. Selbst Kaiser Wilhelm II. soll sich um 1902 in dem Ostseeheilbad erholt haben. Zu dieser Zeit entstanden auch die Strandpromenade und das Kurhaus.

Karte: Die Trave von der Quelle bis zur Mündung
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Dieses Thema im Programm:

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