Stand: 12.05.2016 09:47 Uhr

Ammerland: Blütenpracht rund ums Zwischenahner Meer

Gepflegte Parkanlagen und schöne Gärten, Moor, Heide, Wald und Wiesen: Das Ammerland im Nordwesten Niedersachsens, rund um das Zwischenahner Meer, zeigt sich vielfältig. Während die Menschen am drittgrößten Binnensee des Landes einst vom Torfabbau lebten, sind heute Gartenbau, Tourismus sowie der Kurbetrieb in Bad Zwischenahn wichtige Einnahmequellen.

Ausflug ins Ammerland

Zentrum der Rhododendron-Zucht

Das milde Klima und der Moorboden bieten ideale Bedingungen für die Züchtung von Rhododendren. So haben sich im Laufe der Jahrzehnte Dutzende Baumschulen im Ammerland angesiedelt, die sich überwiegend mit diesen Pflanzen befassen und teils selbst Parkanlagen betreiben. Westerstede, die einzige Stadt im Landkreis, gilt mit ihren zahlreichen Baumschulbetrieben als deutsche Rhododendron-Metropole. Manche der Rhododendronparks sind schon länger als 100 Jahre in Familienbesitz. Wenn die Blütezeit Ende April beginnt, stehen viele Parks für Besucher offen.

Üppige Blütenpracht in den Parks

Rhododendronpark Hobbie
Alpenrosenstraße 7
26655 Westerstede (Petersfeld)
Tel. (04488) 22 94
Öffnungszeit: ganzjährig,
täglich 9.30-19 Uhr
Eintritt (nur während der Blütezeit von April bis Mitte Juni): 7 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei

Rhododendronpark Gristede
Gristeder Straße
26215 Wiefelstede
Öffnungszeit: ganzjährig
Eintritt frei

Park der Gärten
Elmendorfer Straße 65
26160 Bad Zwischenahn (Rostrup)
Öffnungszeit:
Mitte April bis Anfang Oktober
täglich 9.30-18.30 Uhr
Eintritt: 10 Euro, Jugendliche bis 18 Jahre frei

Der private Rhododendronpark der Familie Hobbie in Westerstede-Petersfeld gilt als einer der schönsten und größten in Europa. Unter teilweise exotischen Nadel- und Laubgehölzen stehen mehr als 1.000 Sorten aus eigener und externer Züchtung sowie etwa 250 Wildarten. Die größten Exemplare sind bis zu neun Meter hoch. Ein zweieinhalb Kilometer langer Rundweg mit Waldlehrpfad leitet Besucher durch die Anlage. Wer noch mehr sehen möchte, kann das 70 Hektar große Gelände auf einem gut zehn Kilometer langen Wegenetz durchstreifen.

Im benachbarten Ort Wiefelsfelde liegt der Rhododendronpark Gristede. Rund 1.000 verschiedene Sorten Azaleen und Rhododendren wachsen dort zwischen chinesischen Mammutbäumen und seltenen japanischen Ahornarten und Hartriegel-Gewächsen wie Kornelkirschen.

40 Themengärten in einer Anlage

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Der Park der Gärten zeigt Mustergärten mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Auch im Park der Gärten in Bad Zwischenahn stehen zahlreiche Rhododendren. Zusätzlich bieten mehr als 40 professionell gestaltete Themengärten reichlich Anregungen für das eigene Grundstück. Ein zweieinhalb Kilometer langer Rundweg führt vorbei an verschiedensten Arten einheimischer und exotischer Pflanzen, einem großen Rhododendronpark und einer Gehölzsammlung. 2002 war das sogenannte Gartenkulturzentrum Teil der Landesgartenschau in Bad Zwischenahn.

An mehreren Terminen im Sommer laden auch private Gartenbesitzer im Ammerland zu Tagen des offenen Gartens ein.

Zwischenahner Meer als touristisches Zentrum

Das Zwischenahner Meer bildet mit dem staatlich anerkannten Moorheilbad Bad Zwischenahn das touristische Zentrum der Region. Im Kurpark, der an den See grenzt, befindet sich das älteste Freilichtmuseum Deutschlands. Es wurde bereits um 1910 eingerichtet. Die Anlage besteht aus einem kleinen Dorf mit 15 reetgedeckten Häusern - von der Schmiede bis zum Heuerhaus - und vermittelt die regionale Wohnkultur vergangener Zeiten. Besonderes Schmuckstück des Freilichtmuseums Ammerländer Bauernhaus ist eine Kappenwindmühle aus dem 18. Jahrhundert.

Bei einem Bummel durch Bad Zwischenahn lohnen auch die St.-Johannes-Kirche von 1124 sowie der 40 Meter hohe Wasserturm einen Besuch, der einen Panoramablick auf die Region bietet. Der See ist trotz der böigen Winde bei Seglern und Windsurfern ein beliebtes Revier. Motorboote sind dort grundsätzlich verboten - mit Ausnahme der Ausflugsdampfer der "Weißen Flotte".

Interessante Radtouren 

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Vom Turm eines Schöpfwerks in Tange blicken Besucher in das Landschaftsfenster "Wasser".

Die flache bis leicht hügelige Landschaft eignet sich ideal zum Radfahren. Auf der 163 Kilometer langen Ammerlandroute können Radler die Parklandschaft mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Der Rundkurs ist in beiden Richtungen alle 500 bis 1.000 Meter mit grün-weißen Richtungsschildern gekennzeichnet. Bei Stopps an fünf Aussichtstürmen - sogenannten Landschaftsfenstern - entlang der Route können sich Radler jeweils über ein typisches Element der Landschaft informieren: Mühlen, Geestrand, Rhododendren, Wallhecken und Wasser.

Eine ebenfalls beliebte Strecke ist die Rhododendron-Route. Die westliche Tour startet am Zwischenahner Meer und führt auf 45 Kilometern an drei großen Parks vorbei. Die östliche Rhododendron-Route ist mit 35 Kilometern etwas kürzer. An der Strecke liegen ebenfalls Gärtnereien und Baumschulen. Weitere Routen stellt die Website von Ammerland-Touristik vor.

Breites Sportangebot

Wer die Landschaft bei anderen sportlichen Aktivitäten genießen möchte, hat dazu zahlreiche Möglichkeiten: Viele Strecken des 720 Kilometer langen Radwegenetzes sind auch für Inline-Skater geeignet. 17 Nordic-Walking-Rundkurse stehen für sportliche Spaziergänger bereit. Außerdem gibt es im Ammerland zwei Golfplätze sowie mehrere Reiterhöfe.

Kulinarische Spezialitäten

Die beliebtesten Ammerländer Spezialitäten sind geräucherter Schinken sowie Räucheraal. Die Fische werden seit Jahrhunderten im Zwischenahner Meer gefangen und als "Smoortaal" nach traditioneller Art mit den Fingern gegessen. Wer sich unterwegs stärken möchte, kann eine Pause an einem "Mölkhus", einer Milchraststätte, einlegen. In den grünen Holzhäusern mit rotem Dach vermarkten Landfrauen Milchprodukte, manchmal ist es auch möglich, den Hof zu besichtigen. 

Weitere Informationen über das Ammerland bietet die Ammerland Touristik auf ihrer Website.

Karte: Parks im Ammerland
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Dieses Thema im Programm:

NaturNah | 20.03.2016 | 13:00 Uhr

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