Stand: 20.07.2017 10:59 Uhr

Husum - Graue Stadt ganz bunt

von Levke Heed, NDR.de

Badestrand, Krabben- und Hafentage

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Hier wird keine Kurtaxe fällig: der Nordsee-Badestrand lädt ein zum Schwimmen und Faulenzen.

Im Sommer lockt der Husumer Dockkoog zum Verweilen. Der grüne Nordseestrand mit Badesteg liegt nicht weit vom Zentrum entfernt und kann kostenfrei genutzt werden. Eine große Liegewiese lädt zu sportlichen Aktivitäten ein, außerdem werden Strandkörbe vermietet. Bei Ebbe können Gäste dort das Watt erkunden, bei Flut bequem baden und dabei den Ausblick nach Nordstrand und zum Schobüller Berg genießen.

In der Stadt ist neben dem Markplatz der Hafen die schönste Umgebung zum Verweilen. Diesen gab es allerdings vor ein paar Jahrhunderten noch gar nicht. Erst durch Sturmfluten im 15. und 17. Jahrhundert wurde Husum von einer Festlandstadt zu einer Stadt am Meer. Vom Hafen aus sind die Krabbenfanggründe besonders gut zu erreichen. Deswegen sind die besonders frischen Husumer Krabben sehr beliebt. Jedes Jahr im Oktober dreht sich während der Husumer Krabbentage alles um die kleinen Meerestiere. Dann wird unter anderem das längste Krabbenbrötchen der Welt präsentiert. Im Hochsommer heißt es am Hafen "Mok fast in Husum". Die Husumer Hafentage locken mit einem maritimen Programm mit Schlemmermeile, Live-Musik und Kutterkorso an fünf Tagen mehrere hunderttausend Menschen in die Stadt.

Maritime und Landesgeschichte erleben

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Das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland liegt direkt am Hafen. Besondere Attraktion dort ist das Wrack "Zuckerschiff".

Am Hafen südwestlich vom Markt gegenüber dem Hafenbecken befindet sich das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland. Es gibt Besuchern einen Einblick in die Geschichte der Seefahrt: vom Walfang über die Handelsschulschifffahrt bis zur Marineschifffahrt. Besondere Attraktion ist das "Zuckerschiff" - ein mehr 400 Jahre altes Schiffswrack, am Stück aus dem Schlick in Uelvesbüll geborgen und anschließend mit mehr als 100.000 Kilogramm Zucker konserviert - ein bisher einzigartiges Konservierungs-Projekt.

Vom Schifffahrtsmuseum kann man bequem zu Fuß das Nordfriesland Museum im Nissenhaus erreichen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Geschichte, Kultur und Natur der Region und zeichnet das Leben des Museumsstifters Ludwig Nissen nach. Der gebürtige Husumer wanderte mit 16 Jahren in die USA aus und schaffte es dort vom Tellerwäscher zum Millionär. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nordsee mit all ihren Facetten - Küstenschutz, Deichbau, Landgewinnung, Flora und Fauna. Auch die Naturgewalten und die Gefahren, die vom Wasser ausgehen - sind ein Thema. Dabei geht es auch um das sagenumwobene Rungholt - eine Siedlung, die 1362 als Folge einer Sturmflut unterging.

Historische Schwarz-Weiß-Aufnahme: Ludwig Nissen mit seiner Ehefrau

Ludwig Nissens Auswanderergeschichte in Husum

Schleswig-Holstein Magazin -

Vom Tellerwäscher zum Millionär - das hat Ludwig Nissen geschafft. 1872 wanderte er in die USA aus. Das Husumer Nordfriesland Museum widmet seiner Geschichte eine Ausstellung.

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Ein Mal im Jahr Hochburg der Puppenspieler

Das Poppenspäler Museum befindet sich im Schloss und ist nach der gleichnamigen Novelle Theodor Storms benannt. Die Novelle würdigt das fahrende Volk der Figurenspieler, die zu Lebzeiten des Novellisten ausgegrenzt vor den Toren der Stadt hausen mussten und nur zur Belustigung des niederen Volkes dienten. Im Museum sind seltene Stücke der Puppenbaukunst ausgestellt, regelmäßig gibt es Theateraufführungen. Außerdem findet in Husum jährlich das "Internationale Figurentheater Festival" statt - eine Initiative des Poppenspäler Förderkreises. Das auch als "Pole Poppenspäler Tage" bekannte Festival zeigt Puppenspielkunst aus aller Welt - nicht nur für Kinder.

Rund ums Jahr kann man das Weihnachtshaus besuchen, eine Ausstellung in der Besucher anhand Tausender Exponate viel über die Tradition des Weihnachtsfestes erfahren.

Weiter Blick übers Meer in Schobüll

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Von der Seebrücke direkt ins Meer oder ins Watt: In Schobüll gibt es keine Deiche, dafür um so mehr Wald.

Seit 2007 gehört das ehemals eigenständige Dorf Schobüll zu Husum. Hier ist der Blick auf die Nordsee frei - kein Deich versperrt den Blick. Der 33 Meter hohe Schobüller Berg - ein Überbleibsel aus der Eiszeit - macht den Blick übers Meer möglich. Dieser ist bewaldet und gab dem eingemeindeten Dorf seinen Namen: Übersetzt aus dem Dänischen heißt Schobüll Walddorf. Auch kulturell hat der Luftkurort einiges zu bieten. Im Kirchlein am Meer finden regelmäßig Konzerte statt. Zudem gibt es kleine Galerien im Dorf. In Schobüll beginnt auch der Damm, der auf die Halbinsel Nordstrand führt.

Im Herzen Nordfrieslands gelegen eignet sich Husum auch als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. So gibt es gute Bahnverbindungen nach St. Peter Ording, nach Flensburg an die Ostseeküste oder auf die beliebte Ferieninsel Sylt. Auch die Halligen und Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland kann man von Husum aus besuchen. Ein Abstecher ins rund 45 Kilometer entfernte Dänemark lohnt sich ebenfalls.

Karte: Sehenswertes in Husum

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 10.06.2017 | 18:00 Uhr

Quiz

Küste, Krabben und Kultur - Kennen Sie Husum?

Ob bei den Fischern am Binnenhafen oder auf den Spuren Theodor Storms: Husum hat viele Gesichter. Was wissen Sie über die Stadt an der Nordseeküste? Testen Sie es im Quiz! Quiz

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