Stand: 18.06.2013 11:00 Uhr

Husum - Graue Stadt ganz bunt

von Levke Heed, NDR.de

Badestrand, Krabben- und Hafentage

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Hier wird keine Kurtaxe fällig: der Nordsee-Badestrand lädt ein zum Schwimmen und Faulenzen.

Im Sommer lockt der Husumer Dockkoog zum Verweilen. Der grüne Nordsee-Badestrand liegt nicht weit vom Zentrum entfernt und kann kostenfrei genutzt werden. Eine große Liegewiese lädt zu sportlichen Aktivitäten ein, außerdem werden Strandkörbe vermietet. Bei Ebbe können Gäste dort das Watt erkunden, bei Flut bequem baden und dabei den Ausblick nach Nordstrand und zum Schobüller Berg genießen.

In der Stadt ist neben dem Markplatz der Hafen die schönste Umgebung zum Verweilen. Diesen gab es allerdings vor ein paar Jahrhunderten noch gar nicht. Erst durch Sturmfluten im 15. und 17. Jahrhundert wurde Husum von einer Festlandstadt zu einer Stadt am Meer. Vom Hafen aus sind die Krabbenfanggründe besonders gut zu erreichen. Deswegen sind die besonders frischen Husumer Krabben sehr beliebt. Jedes Jahr im Oktober dreht sich während der Husumer Krabbentage alles um die kleinen schmackhaften Meeresbewohner. Dann wird unter anderem das längste Krabbenbrötchen der Welt präsentiert. Ein Mal im Jahr im Hochsommer heißt es am Hafen "Mok fast in Husum". Die Husumer Hafentage locken mit einem maritimen Programm mit Schlemmermeile, Live-Musik und Kutterkorso an fünf Tagen mehrere hunderttausend Menschen in die Stadt.

Maritime Geschichte erleben

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Das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland liegt direkt am Hafen. Besondere Attraktion dort ist das Wrack "Zuckerschiff".

Am Hafen südwestlich vom Markt gegenüber dem Hafenbecken befindet sich das Schifffahrtsmuseum Nordfriesland. Es gibt Besuchern einen Einblick in die Geschichte der Seefahrt: vom Walfang über die Handelsschulschifffahrt bis zur Marineschifffahrt. Besondere Attraktion ist das "Zuckerschiff" - ein über 400 Jahre altes Schiffswrack, am Stück aus dem Schlick geborgen und anschließend mit mehr als 100.000 Kilogramm Zucker konserviert - ein bisher einzigartiges Konservierungs-Projekt.

Ein Museum für die Nordsee

Ausstellung

Rungholt - Realität und Mythos

29.05.2016 10:00 Uhr
NordseeMuseum Husum

Im Jahr 1362 versank Rungholt in der Nordsee. Bis heute ranken sich viele Legenden um die Stadt. Eine Ausstellung im NordseeMuseum Husum zeigt nun Exponate aus Rungholt - und widerlegt einen Mythos. mehr

Vom Schifffahrtsmuseum kann man bequem zu Fuß das NordseeMuseum im ehemaligen Nissenhaus erreichen. Die Ausstellung zeigt die Nordsee mit all ihren Facetten - Küstenschutz, Deichbau und Landgewinnung, Artenreichtum von Flora und Fauna, Wohnkultur mit Reetdächern und Haubargen - einst und heute. Aber auch Ebbe und Flut - also Naturgewalten und Gefahren, die vom Wasser ausgehen - sind ein Thema. Mit überraschenden Effekten: Die Exponate über die einzig- und eigenartige Welt der Halligen stehen etwa auf Pfählen. An Audiostationen mit Kopfhörern bekommen Besucher außerdem einen Eindruck von der nordfriesischen Sprachenvielfalt. Auch Malereien und Skuplturen von nordfriesischen Künstlern sind zu besichtigen.

Ein Mal im Jahr Hochburg der Puppenspieler

Das "Poppenspäler Museum" befindet sich in der Irene Thordsen Kongresshalle im Erichsenweg und ist nach der gleichnamigen Novelle Theodor Storms benannt. Die Novelle würdigt das fahrende Volk der Figurenspieler, die zu Lebzeiten des Novellisten ausgegrenzt vor den Toren der Stadt hausen mussten und nur zur Belustigung des niederen Volkes dienten. Im Museum sind seltene Stücke der Puppenbaukunst ausgestellt. Regelmäßig gibt es Theateraufführungen. Jedes Jahr im Spätsommer findet in Husum das "Internationale Figurentheater Festival" statt - eine Initiative des Poppenspäler Museums. Das auch als "Pole Poppenspäler Tage" bekannte Festival zeigt Puppenspielkunst aus aller Welt - nicht nur für Kinder.

Rund ums Jahr kann man das Weihnachtshaus besuchen, eine Ausstellung in der Besucher anhand Tausender Exponate viel über die Tradition des Weihnachtsfestes erfahren.

Schobüll: Weiter Blick übers Meer

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Von der Seebrücke direkt ins Meer oder ins Watt: In Schobüll gibt es keine Deiche, dafür um so mehr Wald.

Seit 2007 gehört das ehemals eigenständige Dorf Schobüll zu Husum. Hier ist der Blick auf die Nordsee frei - kein Deich versperrt den Blick. Der 33 Meter hohe Schobüller Berg - ein Überbleibsel aus der Eiszeit - macht den Blick übers Meer möglich. Dieser ist bewaldet und gab dem eingemeindeten Dorf seinen Namen: Übersetzt aus dem Dänischen heißt Schobüll Walddorf. Auch kulturell hat der Luftkurort einiges zu bieten. Im Kirchlein am Meer finden regelmäßig Konzerte statt. Zudem gibt es kleine Galerien im Dorf. In Schobüll beginnt auch der Damm, der auf die Halbinsel Nordstrand führt.

Im Herzen Nordfrieslands gelegen eignet sich Husum auch als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. So gibt es gute Bahnverbindungen nach St. Peter Ording, nach Flensburg an die Ostseeküste oder auf die beliebte Ferieninsel Sylt. Auch die Halligen und Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland kann man von Husum aus besuchen. Ein Abstecher ins rund 45 Kilometer entfernte Dänemark lohnt sich ebenfalls.

Mehr Tipps für einen Besuch in Husum auf den Seiten des Stadtmarketings.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 19.11.2016 / 18:00 Uhr

 

Quiz

Küste, Krabben und Kultur - Kennen Sie Husum?

Ob bei den Fischern am Binnenhafen oder auf den Spuren Theodor Storms: Husum hat viele Gesichter. Was wissen Sie über die Stadt an der Nordseeküste? Testen Sie es im Quiz! Quiz