Stand: 19.02.2015 09:39 Uhr

In Nordfriesland den Winter vertreiben

Knisternde Feuer, Punsch und Grünkohl: Zahlreiche Gemeinden an der nordfriesischen Küste, auf Inseln und Halligen haben am 21. Februar das traditionelle Biikebrennen gefeiert. In der Abenddämmerung wurden aufgeschichtetes Holz, Zweige und Bäume entzündet, meterhohe Flammen loderten dann in den Himmel.

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Biike-Brennen auf der Hamburger Hallig

Schleswig-Holstein Magazin - 21.02.2015 19:30 Uhr

Das Biikebrennen ist eine jahrhundertealte Tradition. Am 21. Februar werden mit dem Feuer böse Geister vertrieben. Live vom Biikefeuer auf der Hamburger Hallig.

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Das Biikebrennen war die erste große touristische Veranstaltung des Jahres: Rund 60 Küsten- und Inselorte von St. Peter-Ording bis List auf Sylt rüsteten sich mit Rahmenprogrammen und Pauschalangeboten. Touristen und Einheimische sind meist gemeinsam in einem Fackelzug von einem zentralen Treffpunkt zum Brennplatz gezogen. Als die Feuer erloschen waren, boten zahlreiche Lokale das typische Biike-Gericht an: Grünkohl mit Fleisch, Wurst und Kartoffeln.

Vom heidnischen Ritual zum Volksfest

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Das größte Fest der Friesen

NDR 1 Welle Nord Von Binnenland und Waterkant Autor/in: Haug, Karin

Biikebrennen ist inzwischen das bekannteste friesische Fest. Eine Erklärung auf Plattdeutsch.

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Die Bedeutung der jahrhundertealten Tradition hat sich mehrfach verändert. Das Biikebrennen gilt als ältester nordfriesischer Brauch und war ursprünglich ein heidnisches Ritual. Es sollte die Götter wie Wotan, den höchsten Germanen-Gott und Herrscher über Krieg und Sturm, gnädig stimmen. Christliche Missionare versuchten um das 10. Jahrhundert, den Brauch zu beenden. Das Biikebrennen wurde jedoch als fröhliche Fastnachtsfeier fortgesetzt. Daher musste es vor Beginn der Fastenzeit stattfinden. Zunächst brannten dabei keine großen Holzhaufen, sondern einzelne Feuer an langen Stangen. Häufig ging auch eine Strohpuppe in Flammen auf, ein Brauch, der sich mancherorts bis heute gehalten hat. Später brannten die Biiken, um den Winter zu vertreiben und dienten zeitweise auch als Warnsignal bei Piraten-Angriffen. Im Sylter Friesisch steht der Begriff Biike für Feuerzeichen.

Kinder spielen Erwachsenen Streiche

Seit dem 19. Jahrhundert stehen die Biikefeuer als Zeichen für das Zusammengehörigkeitsgefühl und das Traditionsbewusstsein der Nordfriesen. Kinder nutzen die Feste, um rußverschmiert Streiche zu spielen. In manchen Orten haben sie am nächsten Tag, dem Petritag zu Ehren des Schutzpatrons der Fischer, sogar schulfrei. Auch das Fest anlässlich des Biikebrennens dauert dort einen Tag länger. 2014 hat die UNESCO das Biikebrennen in das nationale Verzeichnis der Immateriellen Kulturgüter aufgenommen.

Weitere Informationen

Biikebrennen der Friesen wird Kulturerbe

Jedes Jahr lodern an der nordfriesischen Küste die Feuer. Das traditionelle Biikebrennen wird nun in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. mehr

mit Video

Biike: Lodernde Flammen in der Abenddämmerung

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Schleswig-Holstein-Magazin / 21.02.2015 / 19:30 Uhr