Stand: 13.05.2014 15:30 Uhr

Die Elbe: Auen, Deiche und Fahrrinnen

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Typisches Landschaftsbild der Elbe: Schafe grasen auf einem Deich.

Die Zahlen sind eindrucksvoll: Die Elbe ist 1.091 Kilometer lang, hat ein Einzugsgebiet von 148.268 Quadratkilometern, in dem 24,5 Millionen Menschen leben, und das in zwei Ländern: Deutschland und Tschechien. Dort liegt die Quelle des Stroms auf 1.386 Metern Höhe im Riesengebirge. Wegen des Zuflusses der vielen Nebenarme hat der Strom, wenn er bei Cuxhaven in die Nordsee fließt, eine Breite von mehr als zehn Kilometern. Bei mittlerer Wasserführung benötigt das Wasser der Elbe von der tschechischen Grenze bis nach Geesthacht acht Tage.

Die Elbtalauen - Heimat seltener Tiere und Pflanzen

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Der Biber ist erst ab 1990 wieder in die Elbtalaue zurückgekehrt. Er galt seit 1819 als ausgestorben.

Der Fluss lässt sich in verschiedene Abschnitte unterteilen: Das Teilstück von der Quelle bis nordwestlich von Dresden ist die Oberelbe. Der anschließende Abschnitt der Mittelelbe reicht in etwa von der Lutherstadt Wittenberg bis nach Geesthacht. Große Teile dieses Flussabschnitts sind geprägt von einer naturnahen Auenlandschaft, die regelmäßig, etwa nach starken Regenfällen, überschwemmt wird. Seit 1997 steht sie als Biosphärenreservat "Flusslandschaft Elbe" unter dem Schutz der UNESCO. In dieser vom Wasser geprägten Landschaft leben zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere, darunter Seeadler, Störche, Fischotter und Biber. Der niedersächsische Abschnitt erstreckt sich als Biosphärenreservat Niedersäschische Elbtalaue in etwa von Schnackenburg bis südlich von Lauenburg.

Tidenwechsel prägt die Niederelbe

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In Geesthacht reguliert ein riesiges Stauwehr den Wasserstand der Elbe.

Die Mittelelbe endet bei Geesthacht und geht über in die Unterelbe, die auch als Niederelbe bezeichnet wird. Für diesen Flussabschnitt ist der Tidenwechsel charakteristisch. Zweimal am Tag kehrt sich hier die Stromrichtung um, was die Menschen seit Jahrhunderten für die Schifffahrt und den Handel nutzen. Hamburg wurde zum Beispiel am Ende des Gezeitenstroms gegründet. Dieser Bereich war ursprünglich ein Binnendelta, von dem heute nur noch wenige Seitenarme der Elbe, wie die Süder- und Norderelbe übrig geblieben sind.

Flussverlauf verändert sich ständig

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Die Elbtalauen sind ein wichtiger Lebensraum und bieten große Überflutungsflächen.

Seit dem Mittelalter wurde die Niederelbe begradigt und mithilfe von Deichen so gut wie möglich gezähmt, denn der Flussverlauf des unteren Teils der Elbe hat sich in der Vergangenheit stets verändert. Prinzipiell folgt der Fluss dem Elbe-Urstromtal, das sich in der Endmoränenlandschaft nach der letzten Eiszeit vor rund 15.000 Jahren gebildet hat. Doch das Wasser hat das Flussbett immer wieder verlassen und sich einen neuen Weg gebahnt; neue Flussschlingen entstanden, alte wurden abgeschnitten. Übeschwemmungen waren charakteristisch für diese Flussauen. Der Mensch nutzte zu jeder Zeit alle technischen Möglichkeiten, um das Land urbar und den Fluss beschiffbar zu machen - und das seit dem 14. Jahrhundert.

Fahrrinne muss regelmäßig ausgebaggert werden

In der Neuzeit kam die umstrittene Elbvertiefung dazu, die regelmäßige Ausbaggerung einer Fahrrinne von der Elbmündung bis Hamburg, damit auch die größten Container- und Kreuzfahrtschiffe der Welt den Hamburger Hafen anlaufen können. Von dem regen Handel über die Elbe haben auch die Bewohner der Städte an den Nebenarmen bis ins 20. Jahrhundert profitiert, zum Beispiel Neuhaus an der Oste, Stade an der Schwinge oder Bergedorf an der Bille. Die Oste gehört zu den längsten Nebenflüssen der Elbe und ist 153 Kilometer lang.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Elbe und Flut | 28.01.2011 | 20.15 Uhr

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