Stand: 28.09.2017 09:28 Uhr

Rostock: Giebelhäuser, Plattenbau und Meer

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Das mittelalterliche Rathaus erhielt im 18. Jahrhundert eine barocke Fassade.

Hansestadt, Universitätsstadt, Hafenstadt: Rostock trägt viele Beinamen und präsentiert sich vielfältig. Mittelalterliche Kirchen und Klöster, gotische Giebelhäuser und das Rathaus sind über Jahrhunderte erhalten geblieben. Daneben gibt es auch das Rostock neuerer Prägung: Plattenbauten aus der DDR-Zeit und schicke Gebäude mit moderner Architektur. Ein Beispiel für den Stilmix ist der Hauptbahnhof. Die mehr als 100 Jahre alte Empfangshalle im Bäderstil wurde erhalten und in einen Neubau einbezogen.

Die Astronomische Uhr in der Rostocker Marktkirche.

Astronomische Uhr in der Rostocker Marktkirche

Nordtour -

Seit 545 Jahren tickt die Astronomische Uhr in der Rostocker Marienkirche ohne Motor, ohne Strom, rein mechanisch - nur, weil sie jeden Tag per Hand aufgezogen wird.

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Seit jeher prägt die Warnow das Leben und die Wirtschaft Rostocks. Fast 20 Kilometer zieht sich der Fluss bis zum Ostseebad Warnemünde durch die Stadt. Werften und Hafenanlagen bestimmen das Bild am Unterlauf.

Neuer Markt mit Rathaus und Marienkirche

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Der Neue Markt ist ein guter Ausgangspunkt für eine Erkundungstour.

Anziehungspunkt in der Rostocker Altstadt ist der Neue Markt. Dort steht auch das mehr als 700 Jahre alte Rathaus, traditioneller Sitz der Stadtverwaltung. Im Mittelalter diente es zusätzlich als Kaufhaus, in dem Händler ihre Waren anboten. Das Gebäude wurde im 13. Jahrhundert errichtet und bis ins 20. Jahrhundert immer wieder erweitert und verändert. Seine unverwechselbare Optik mit den sieben Türmen und der barocken Fassade stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Gleich neben dem Rathaus steht mit der St.-Marien-Kirche der bedeutendste Rostocker Sakralbau. In ihrer heutigen Gestalt stammt die Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Besonders sehenswert im Inneren sind die bronzenen Taufbecken von 1290 und der Rochusaltar von 1530. Hinter dem Hochaltar verbirgt sich mit der Astronomischen Uhr eine weitere Kostbarkeit. Ihr mechanisches, mittelalterliches Uhrwerk funktioniert noch heute präzise - und das seit 1472.

St. Petri: Ältestes Gotteshaus und Seezeichen

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Charakteristisch für die Petrikirche ist ihr spitzer Helmturm.

Weiter östlich ragt am Alten Markt die Petrikirche auf, das älteste Gotteshaus Rostocks. Ihr hoher Turm war einst ein wichtiger Orientierungspunkt für die Seefahrt, noch heute ist die Kirche als Landmarke in Seekarten verzeichnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die gotische Kirche stark beschädigt, später schrittweise wieder aufgebaut. Dabei entstand auch eine Aussichtsplattform auf 45 Metern Höhe. Von oben bietet sich ein schöner Blick auf die Stadt, das Warnow-Tal und die Ostsee.

Südlich von St. Petri befindet sich mit der Nikolaikirche die dritte bedeutende mittelalterliche Kirche Rostocks. Auch St. Nikolai wurde im Zweiten Weltkrieg während der Bombenangriffe 1942 stark zerstört, nur der Chor blieb unbeschädigt. Sie ist keine Pfarrkirche mehr, im Inneren finden heute unter anderem Theateraufführungen und Konzerte statt, etwa im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Stadttore und Wallanlagen

Große Teile der alten Rostocker Stadtbefestigung sind bis heute erhalten, so etwa die Wallanlagen mit einem Teil des hölzernen Wehrganges südwestlich des Kröpeliner Tores. Eine Besonderheit sind die in die Mauer eingelassenen halbrunden Wiekhäuser, die einst als Verteidigungsbauten errichtet wurden. Von den ehemals 22 Stadttoren sind nur vier übrig geblieben. Nahe den Wallanlagen befindet sich auch das 1270 gegründete Kloster zum Heiligen Kreuz. Es beherbergt heute das Kulturhistorische Museum. Sein schlichter Baustil entsprach den Ordensregeln der Zisterzienser.

Universität und Barocksaal

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Italienisches Flair an der Ostsee: die Terracotta-Fassade des Hauptgebäudes der Universität.

Die Rostocker Universität ist eine der ältesten Deutschlands. Sie wurde 1419 gegründet und ist heute mit rund 14.000 Studenten die größte in Mecklenburg-Vorpommern. Der Archäologe Heinrich Schliemann studierte hier ebenso wie der Schriftsteller Erich Kästner oder der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck.

Das Hauptgebäude am Universitätsplatz wurde 1870 im Stil der mecklenburgischen Terrakotta-Renaissance errichtet. An seinem Portal weisen Figuren auf die vier alten Fakultäten Medizin, Jura, Philosophie und Theologie hin. Teil der Universität ist auch ein Botanischer Garten mit rund 10.000 Pflanzenarten. Am Universitätsplatz befindet sich auch der Barocksaal, der zum ehemaligen herzoglichen Palais gehört. Er gilt als einer der schönsten Konzertsäle in ganz Norddeutschland.

Fußgängerzone und "Sozialistische Straße"

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Schön sanierte Giebelhäuser laden zum Stadtbummel in die Wokrenter Straße ein.

Hauptgeschäftsstraße Rostocks ist die Fußgängerzone Kröpeliner Straße, an der auch moderne Passagen wie der Rostocker Hof und der Hopfenmarkt liegen. Die Häuserfassaden stammen aus verschiedenen Epochen - von der Backsteingotik der heutigen Stadtbibliothek bis zur Postmoderne am Fünfgiebelhaus. Bekannt für seine vielen schönen gotischen Backstein-Giebelhäuser ist die Wokrenter Straße. Die von 1953 bis 1960 erbaute Lange Straße repräsentiert dagegen die erste Phase des DDR-Städtebaus: Die Plattenbauten wurden mit kaschierenden Fassaden versehen, um das Stadtbild zu wahren. Herrschaftliche Häuser dienten dieser Architektur als Vorbild. Backstein, hell geputzte Flächen und Natursteinsäulen waren die Gestaltungsmittel der Bauten in der "Ersten Sozialistischen Straße".

Mitte des 19. Jahrhunderts entstand außerhalb der Wallanlagen die Kröpeliner-Tor-Vorstadt mit ihren Mietskasernen. Das einstige Arbeiterquartier zählt heute mit Szene-Kneipen, Cafés und bunten Läden zu den lebendigsten Vierteln der Stadt.

Warnemünde: Vom Fischerdorf zum Ostseebad

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Warnemünde: Mehr als Rostocks Strandbad

Das ehemalige Fischerdorf ist heute ein beliebter Urlaubsort. Sehenswert: der Leuchtturm und die alte Hafeneinfahrt mit schmucken Fischerhäusern. mehr

Rostocks wohl bekanntester Stadtteil ist Warnemünde. Mit dem Kauf des damaligen Fischerdorfs sicherten sich die Stadtoberen 1323 den freien Zugang zur Ostsee. Heute lockt der mehr als 100 Meter breite Strand jedes Jahr Zehntausende Urlauber in das Seebad.

Eisbären in Rostocks Zoo

Einen Besuch lohnt der Rostocker Zoo im Westen der Stadt. Rund 4.000 Tiere aus 380 verschiedenen Arten leben in dem Tierpark. Besonders am Herzen liegen dem Zoo seine Eisbären, für die derzeit mit dem "Polarium" eine neue, moderne Anlage gebaut wird. Eine Besonderheit des Tierparks ist zudem das Darwineum, ein Gebäudekomplex, der Erlebnismuseum und Tierpark vereint. Zentrales Thema ist die Evolution.

Ausflug in die Rostocker Heide

Naturfreunde sollten außerdem einen Abstecher in die Rostocker Heide einplanen. Sie ist der größte Küstenwald Deutschlands und gehört bereits seit dem Mittelalter zu der Hansestadt.

Im Hintergrund bekommen Frauen und Männer einen Einführungskurs für das Paddeln mit einem Kajak.

Stadtpaddeln in Rostock

Nordmagazin -

Rostock mit dem Paddelboot vom Wasser aus erkunden: Zwei Stunden geht es durch den Stadthafen und das Petriviertel. Sommerreporterin Jana Schulze hat's ausprobiert.

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Rostocks Fenster zur Unendlichkeit

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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 23.09.2017 | 18:00 Uhr

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