Stand: 03.09.2010 16:14 Uhr  | Archiv

Paddeln auf der Warnow

von Sven Glagow

Die Warnow ist Mecklenburg-Vorpommerns wasserreichster Fluss. Der Strom entspringt bei Grebbin nördlich von Parchim und mündet nach mehr als 150 Kilometern bei Warnemünde in die Ostsee. Bei ausreichendem Wasserstand ist die Warnow für geübte Kanuten und Paddler auf etwa 115 Kilometern fahrbar. Aber auch Anfänger stellt der Fluss auf den meisten Abschnitten vor keine allzu großen Probleme.

Die Warnow: Bereits vor rund 1.400 Jahren siedelten an ihrem Ufer slawische Stämme.

Vorsicht ist aber zum Beispiel im Warnow-Durchbruchtal geboten. Während die Warnow sich in ihrem Verlauf überwiegend durch eine flache bis wellige Wiesenlandschaft zieht, wird es in der Nähe der Sternberger Burg abenteuerlich. Hier fließt auch die Mildenitz in die Warnow und sorgt für zusätzlichen Schub. Höhere Hänge und stetig lauter werdendes Wasserrauschen kündigen die bevorstehende Herausforderung an. Umgestürzte Baumstämme und vereinzelte Findlinge bilden hier natürliche Hindernisse im Wasser. Zischend fließt das Wasser durch die Engpässe. Brückenpfeiler stellen bei der starken Strömung eine zusätzliche Gefahr dar. An diesen wildwasserartigen Abschnitt sollten sich nur erfahrene Paddler mit robusten Booten und entsprechender Schutzausrüstung wagen.

Naturerlebnis auf dem Wasser

Die meiste Zeit aber zeigt sich die Warnow von ihrer gutmütigen Seite. Besonders zwischen Eickhof und Rostock fließt sie recht träge und lässt sich meist sogar flussaufwärts fahren. Für Familientouren mit Kindern ist dieser Abschnitt ideal. Mit mehreren Metern Breite verzeiht der Fluss Steuerfehler und bietet Naturfreunden Gelegenheit, ganz ohne Stress Tiere und Landschaft zu beobachten. Und das lohnt sich, denn die Warnow ist ein echtes Naturparadies.

Im Warnow-Durchbruchtal bilden umgestürzte Baumstämme natürliche Hindernisse im Wasser.

Auf der ganzen Länge des Flusses können Wasserwanderer die Ruhe und Einsamkeit genießen. Meist strömt die Warnow durch weite Wiesenlandschaften oder duftende Wälder. Mit seinen Niedermooren und Feuchtwiesen bietet der Fluss einen idealen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Paddler und Kanuten passieren während ihrer Fahrt einige Biberburgen und mit ein bisschen Glück lässt sich sogar einer der großen Nager im Wasser blicken. In ihrem Verlauf durchquert die Warnow zahlreiche Naturparks und Naturschutzgebiete. Dazu gehören die Naturschutzgebiete Warnowseen, Warnow-Mildenitz-Durchbruchstal, Warnowtal und Unteres Warnowland. Außerdem liegen die Naturparke Nossentiner-Schwinzer-Heide und Sternberger Seenland auf dem Weg der Warnow.

Viele Angebote für Wasserwanderer

Bei Touren im Winter ist die Chance, einen Biber zu sichten, besonders groß.

Bereits vor rund 1.400 Jahren siedelten am Ufer der Warnow slawische Stämme. Diese gaben dem Fluss auch seinen Namen, der "Krähenfluss" bedeutet. Auch heute noch säumen etliche malerische Dörfer und kleine Städte die Ufer. So gibt es im gesamten Verlauf der Warnow Gelegenheit, Kanus oder Paddelboote zu mieten oder auch einmal abseits des Flusses auf Entdeckungstour zu gehen. Spezielle Rastplätze für Wasserwanderer gibt es zum Beispiel in Vorbeck, Weitendorf, am Sternberger See sowie in Eickhof, Rühn und Bützow. Einige Kanuverleiher bieten selbst im Winter Touren an. Die Chance, einen Biber zu treffen, ist dann besonders groß, weil es in der kalten Jahreszeit noch ruhiger ist.

Stadtporträt

Rostock: Giebelhäuser, Plattenbau und Meer

Die Altstadt, der Hafen und das Ostseebad Warnemünde prägen Rostock ebenso wie Bauten aus der DDR-Zeit. Lebensader der größten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns ist die Warnow. mehr

Karte: Tourenvorschlag: Von Eickdorf nach Bützow auf der Warnow