Stand: 12.02.2016 09:32 Uhr

Celle: Fachwerkstadt mit Charme

Eine stimmigere Fachwerk-Altstadt, in der gleichzeitig reges Leben herrscht, findet man in Niedersachsen kaum. Die Straßen und Gassen im historischen Teil von Celle sind gesäumt von etwa 500 liebevoll restaurierten, unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäusern. Im Erdgeschoss der uralten Häuser, die teils noch aus dem 16. Jahrhundert stammen, treffen Besucher immer wieder auf hübsche kleine Läden.

Ein großes Schloss auf einem Hügel.

Celle und "The King's Speech"

Nordtour -

Das Theaterstück "The King's Speech" war die Vorlage für den erfolgreichen Kinofilm. Jetzt ist es am Celler Schlosstheater zu sehen - wir blicken hinter die Kulissen.

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Ein Blick vom Kirchturm

Besonders romantisch ist die enge Kalandgasse, in der die Lateinschule von 1602 steht. Die Gasse mündet in die Stechbahn, den früheren Turnierplatz mit der mehr als 700 Jahre alten Stadtkirche St. Marien. 235 Stufen führen auf ihren Turm, von dem sich ein toller Ausblick auf den Ort und das Umland bietet (geöffnet von April bis Oktober). In der Fürstengruft der Kirche haben die Welfen-Herzöge und ihre Angehörigen in teils prächtigen Särgen ihre letzte Ruhestätte gefunden.

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Belebter Mittelpunkt der Altstadt: Die Stechbahn mit Stadtkirche und Altem Rathaus.

An die Stadtkirche grenzt das Alte Rathaus, ein beeindruckendes Zeugnis der herzöglichen Herrschaft. Es wurde im 14. und 16. Jahrhundert ausgebaut und reich verziert. Der Nordgiebel gilt als Meisterwerk der Weserrenaissance, im Ratskeller befinden sich gotische Kreuzgewölbe. Einige Schritte weiter, in der Poststraße, treffen Besucher auf das Hoppener-Haus von 1532. Bunt bemalte Schnitzereien an der Fassade des Fachwerkgebäudes zeigen Handwerker, Teufel, Narren und Fratzen. Vor dem Haus steht ein "Pipenposten", einer von drei erhaltenen Brauchwasserbrunnen aus dem 16. Jahrhundert.

Barockes Schmuckstück: Das Schloss

Am westlichen Rand der Altstadt steht das bedeutendste Bauwerk der Stadt, das Schloss. Es geht auf eine Burganlage aus dem 13. Jahrhundert zurück. Celle, 1292 gegründet, war ab Mitte des 15. Jahrhunderts für knapp 300 Jahre ständige Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Um- und Ausbauten Ende des 17. Jahrhunderts gaben dem Schloss sein bis heute barockes Äußeres.

Die Schlosskapelle gilt als einzige noch unversehrt erhaltene frühprotestantische Hofkapelle in Deutschland. Die historischen Räume, darunter die restaurierten Staatsgemächer des letzten dort residierenden Herzogpaares und der Königssaal, sind Teil des Residenzmuseums und können besichtigt werden. Außerdem werden regelmäßig öffentliche Führungen angeboten, die auch einen Einblick in die Schlosskapelle und -küche ermöglichen. Eine Besonderheit ist das Theater, eines der ältesten erhaltenen Hoftheater, das bis heute mit eigenem Ensemble bespielt wird.

Das Schloss steht auf einer Anhöhe inmitten einer gepflegten Parkanlage mit alten Baumbestand, Alleen, Wiesen und Wasserläufen. Am Schlossplatz gibt das 1892 eröffnete Bomann-Museum einen umfassenden Einblicke in die Geschichte Celles und der Region.

Moderne Kunst im 24-Stunden-Museum

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Abends erstrahlt die Fassade des Kunstmuseums manchmal in Orange.

Nebenan präsentiert das Celler Kunstmuseum moderne und zeitgenössische Kunst aus der Sammlung Robert Simon. Dazu gehören Werke von Timm Ulrichs, Joseph Beuys und Peter Basseler. Das Museum versteht sich als erstes 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt. Zwar schließen sich die Türen am Abend, für Kunstfreunde lohnt sich dennoch ein Besuch, denn dann zeigt das Museum an seiner gläsernen Fassade Lichtkunst.

Ziel für Pferdefans: Das Landgestüt

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Bei den jährlichen Hengstparaden präsentiert das Gestüt seine Tiere.

Tiere der Rasse Hannoveraner sind weltweit als Reit- und Turnierpferde bekannt und begehrt. Das Landgestüt Celle, gegründet 1735 auf Erlass von Kurfürst Georg II. von Hannover, ist das Zentrum für die Zucht der Warmblüter. Rund 120 Hengste sorgen für den Hannoveraner-Nachwuchs. Jährliche Höhepunkte sind die traditionellen Hengstparaden Ende September/Anfang Oktober. Dabei werden die Tiere in zahlreichen Vorführungen präsentiert, geritten und gefahren von Mitarbeitern in teils prachtvollen historischen Uniformen.

Natur im Heilpflanzengarten

Wer sich für Pfanzen interessiert, findet in Celle ein spannendes Ziel, den Heilpflanzengarten. Der 7.000 Quadratmeter große Garten an den Dammaschwiesen, ein Projekt der Expo 2000, ist einer der größten seiner Art in Europa. In Themenbeeten wie Duft- und Aromapflanzen oder Gift- und Zauberpflanzen gedeihen mehr als 300 verschiedene Gewächse. Besucher erfahren auf ausführlichen Tafeln von den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Heilpflanzen.

Unterwegs auf Aller und Örtze

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Ein Ausflug auf der Örtze bietet viel ursprüngliche Natur und die Chance, Tiere zu beobachten.

Celle, die 70.000-Einwohner-Stadt in der südlichen Lüneburger Heide, liegt an der Aller, einem Nebenfluss der Weser. Flussabwärts, auf der Unteraller Richtung Winsen, ist von Mai bis Oktober ein Personenschiff unterwegs. Es startet im Celler Hafen und fährt durch die idyllische Landschaft der Südheide. Die Oberaller zwischen Celle und Gifhorn eignet sich zum Paddeln und Wasserwandern. Ein besonders schönes Ausflugsgebiet für Freizeitsportler und Naturliebhaber ist das Flüsschen Örtze. Es entspringt bei Munster in der Südheide und windet sich mit vielen Kurven durch Wälder, Auen und Felder in Richtung Aller. Eine Tour auf der Örtze bietet Möglichkeiten zu ausgedehnten Naturbeobachtungen: Eisvögel, seltene Libellenarten, Fische und Greifvögel leben in dieser Landschaft. Zahlreiche Verleihstationen bieten Kanus und Kajaks an.

Weitere Tipps für einen Besuch in Celle bietet die Website der Tourismusgesellschaft.

Sehenswertes Celle

Karte: Die Innenstadt von Celle

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 13.02.2016 / 18:00 Uhr