Stand: 18.04.2016 10:31 Uhr

Uelzen: Die Stadt des bunten Bahnhofs

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Goldene Kugeln und bunte Türmchen - die Architektur des Bahnhofs ist ungewöhnlich.

Um einen Eindruck von Uelzens bekanntester Sehenswürdigkeit zu bekommen, muss man nicht einmal einen Fuß in das Heide-Städtchen setzen. Es genügt, mit dem Zug in Uelzen zu halten: Der Bahnhof lässt das Herz von Kunstliebhabern höher schlagen. Anlässlich der Weltausstellung Expo 2000 entwarf der Künstler Friedensreich Hundertwasser Pläne für einen Umbau. Seit 2004 zieren viele farbige Säulen, Goldkugeln und eine Glaskuppel auf dem Dach das Gebäude. Selbst die Gestaltung der Toilettenanlage im Untergeschoss ist "typisch Hundertwasser". Gerade Linien müssen Besucher lange suchen.

Uelzens Attraktion

Märchenhafer Hundertwassser-Bahnhof

Ein Bahnhof als Kunstobjekt und touristischer Anziehungspunkt - das gibt es nur in ganz wenigen Städten. mehr

Bei der Umgestaltung hat Hundertwasser jedoch den ursprünglichen Charakter des Gebäudes erhalten. Ein kleines fantasievoll eingerichtetes Restaurant lädt zum Verweilen ein. Der Wiener Künstler hat den Bahnhof selbst nie gesehen, er starb 2002 auf einer Fahrt von Neuseeland nach Europa an Herzversagen. Leben und Werk des Künstlers werden in der Filmvorführung "Regentag" nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt gezeigt.

Die Sage von den Uhlenköpern

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Die bemalten Steine sind ein Geschenk der Künstlerin an die Stadt.

Den Fußweg vom Bahnhof in die Innenstadt weisen 21 bunt bemalte Felsbrocken der deutsch-schwedischen Künstlerin Dagmar Glemme - der "Weg der Steine". In der Nähe des Rathauses steht das Uhlenköper-Denkmal. Das blanke Geldstück in der Hand des Kaufmanns zu berühren, soll Glück bringen. Der Uhlenköper-Sage nach soll ein junger Bursche namens Peter Wulf einen Kaufmann übers Ohr gehauen haben. Statt Birkenhähne verkaufte er ihm Eulen. Der Kaufmann zeigte Peter Wulf beim Amtmann an. Wulf erklärte bei der Verhandlung, er habe mit "Barftgaans" nur "Barfußgänger" gemeint. Schließlich trügen Eulen keine Schuhe und Strümpfe, gingen also barfuß. Von Birkhähnen sei nie die Rede gewesen. Der Amtmann schmunzelte, das ganze Land lachte und fortan nannte man die Uelzener "Uhlenköper".

Marienkirche und Goldenes Schiff

Auf dem höchsten Punkt der Altstadt thront neben dem alten Rathaus die Marienkirche. Sie beherbergt das Wahrzeichen der Stadt - das Goldene Schiff. Dieser historische Tafelaufsatz - die Nachbildung einer Hansekogge - symbolisiert die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt schon zu Hansezeiten. Vor allem Tuchmacher und Töpfer trieben hier regen Handel.

Die Sankt Marienkirche in Uelzen © Kirche im NDR Fotograf: Jürgen Gutowski

St. Marien: Kirche mit prachtvollen Fenstern

Inmitten von Uelzen liegt St. Marien. Die Kirche wurde im Stil der norddeutschen Backsteingotik erbaut und 1292 geweiht. Sehenswert ist das Fenster mit Szenen aus dem Leben der Maria.

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Die Hanse sorgte für Wohlstand

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Bunte Fachwerkhäuser prägen das Zentrum der Kleinstadt.

Die Wurzeln der Stadt gehen auf eine Siedlung im Umfeld eines Klosters aus dem 10. Jahrhundert zurück. Bis ins 16. Jahrhundert war Uelzen Mitglied der Hanse und damit ein wichtiger Handelsplatz. Ein Großbrand im Jahre 1646 zerstörte fast alle Fachwerkhäuser aus dieser Zeit. 1826 vernichtete eine erneute Feuersbrunst Teile der östlichen Altstadt. Das heutige Nebeneinander gotischer Bauwerke, neuzeitlicher Fachwerkbauten und moderner Gebäude ist das Spiegelbild dieser Ereignisse. Seit 2016 darf sich Uelzen wieder offiziell Hansestadt nennen. Das Land Niedersachsen genehmigte einen Antrag der Stadt, die mit dem Beinamen unter anderem den Tourismus stärken will.

Museum und Konzerte in Schloss Holdenstedt

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Ein Gartenschloss aus dem 18. Jahrhundert dient heute als Museum.

Im Jahre 1700 ließ Ludwig von der Wense, Hofmarschall am Hof Friedrichs I. zu Berlin, südwestlich von Uelzen ein repräsentatives Gartenschloss erbauen. Von 1838 bis 1840 wurde die 44 Meter lange Fassade umgestaltet. Die Stadt Uelzen nutzt Schloss Holdenstedt vor allem für kulturelle Zwecke und klassische Konzerte. Im Schlossmuseum werden neben Archäologie und Stadtgeschichte hochwertige Exponate bürgerlicher Wohnkultur vom Mittelalter bis zum Jugendstil gezeigt. Höhepunkt der Dauerausstellung ist die Gläsersammlung Fritz Röver.

Süßes aus dem Norden

Für ein Produkt ist Uelzen weit über die Grenzen der Region bekannt: den Zucker. Das Werk der Nordzucker AG ist eine der größten und leistungsfähigsten Zuckerfabriken Europas. Seit 120 Jahren wird hier aus Zuckerrüben, die überall in der Umgebung wachsen, Zucker gewonnen. Von September bis Januar können Besucher an Werksführungen teilnehmen. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen. Weitere Tipps für einen Besuch in Uelzen bietet die Website der Stadt.

Karte: Uelzen
Die Lüneburger Heide

Naturpark aus Menschenhand: Die Heide

Natürliche Heideflächen sind in Mitteleuropa selten. Menschen schufen und pflegen Landschaften wie die Lüneburger Heide, die Urlauber heute als Naturpark schätzen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info / 17.01.2016 / 06.30 Uhr

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