Stand: 03.04.2015 15:59 Uhr

Landleben damals im Museum am Kiekeberg

von Janine Kühl, NDR.de

Pommersche Gänse sind die ersten, die den Besucher hinter dem Eingang des Freilichtmuseums am Kiekeberg erwarten. Lebendig geht es auch auf dem Rundgang zu, der vorbei an rund 40 zum Teil 200 Jahre alte Gebäuden führt. Die Höfe zeigen anschaulich das ländliche Leben in der Lüneburger Heide und der Winsener Elbmarsch vor 200 Jahren. Das sogenannte Agrarium informiert zudem über Landwirtschaft gestern und heute. Hier darf jeder in die Rolle des Landwirts schlüpfen und den Weg vom landwirtschaftlichen Produkt zum Nahrungsmittel im Supermarkt nachvollziehen.

Rundgang durchs Kiekeberg-Museum

Wie bewege ich Wasser?

Gleich zu Beginn des Rundgangs können Kinder an der ersten Station des Wassererlebnispfads aktiv werden. Mit einer Handpumpe wird wie in früheren Zeiten Wasser in Eimer gepumpt. Diese schleppen die meisten Kinder begeistert zu eine Wasserleitung aus Brettern, über die das kühle Nass weitergeleitet wird. Die Stationen des Wassererlebnispfades ziehen sich über das gesamte Ausstellungsgelände und sollen frühere Wege der Wasserversorgung sowie der Be- und Entwässerung veranschaulichen.

Nissenhütte: Zeuge der Nachkriegszeit

Vorbei am Agrarium führt der Weg zunächst zu einer Nissenhütte von 1950. Sie veranschaulicht die Not der Nachkriegszeit, als die Wellblechhütten als Notunterkünfte dienten. Während der Weg auf der einen Seite weiterführt zum Wasserspielplatz, geht es auf dem Rundweg zu einer Ziegelei. Es folgen ein früheres Betonfertigteilewerk sowie eine Schmiede, aus der lautes Hämmern ertönt. Ein Schmied gibt dort regelmäßig Kurse in dieser historischen Handwerkskunst. In diesem Abschnitt des Museums wird die frühe Industriezeit auf dem Dorf lebendig.

Mensch und Tier auf engstem Raum

Die Bewahrung alter Haustierrassen gehört zu den Zielen des Museums. Bentheimer Schweine und Ramelsloher Hühner bevölkern die Gärten und Ställe der historischen Bauernhöfe. Die enge Unterbringung von Mensch und Tieren in einem Gebäude lässt vor allem die jüngeren Besucher staunen.

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In der Heide lebten Menschen und Tiere früher auf engstem Raum zusammen.

Das karge Mobiliar, einfache Feuerstellen und Waschtröge vermitteln einen Eindruck von der Härte und Einfachheit des bäuerlichen Lebens in der Lüneburger Heide. Anders sah das Leben für die Bewohner eines Hofes aus der fruchtbaren Winsener Marsch aus: Kacheln oder Tapeten an den Wänden sowie eine klarere Trennung von Wohn- und Stallbereich zeugen von mehr Wohlstand.

Mitmachpfad lässt das Bauernleben nachempfinden

Historische Techniken und Arbeitsweisen erfahren neugierige Besucher auch an den elf Stationen des Mitmachpfads. Körbe flechten, Holz feilen, Wäsche glätten oder Nahrungsmittelvorräte am Geruch erkennen - selbst ausprobieren macht Spaß und zeigt, wie zeitintensiv und anstrengend diese Tätigkeiten waren.

Der Rundgang endet an "Stoof Mudders Kroog", einem Restaurant mit lauschigem Garten. Wechselnde Ausstellungen zeigt das Museum im Eingangsgebäude, wo sich auch ein Hofladen mit Produkten aus den Museumsgärten befindet.

Magnet für Kinder: der Wasserspielplatz

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Floß fahren, herummatschen und Wasserwege bauen: Der Wasserspielplatz am Kiekeberg zieht Kinder magisch an.

Ein Muss ist der Besuch auf dem Wasserspielplatz, der besonders an heißen Tagen viele Besucher anzieht. Im Mittelpunkt steht ein Floß, auf dem sich die Kinder an einem Tau über ein Wasserbecken ziehen können. Wer trocken bleiben will, ist hier am falschen Ort. Ein Pilzkiosk aus den 1950er-Jahren sorgt für Verpflegung, zudem laden Picknickbänke zu einer Rast ein.

Kühe melken im Agrarium

Seit 2011 präsentiert das Agrarium auf 3.300 m² viel Wissenswertes über Ernährung und Landwirtschaft. Insbesondere Liebhaber alter landwirtschaftlicher Maschinen kommen hier auf ihre Kosten. Ein Highlight für Kinder ist die lebensgroße Plüschkuh, die darauf wartet, gemolken zu werden. Sie steht im Zentrum des Bereiches über Milchproduktion und -verarbeitung. Beliebt bei den Jüngeren ist auch der Mähdrescher-Simulator im Untergeschoss, wo ansonsten vor allem Erntemaschinen und -geräte aus früheren Zeiten stehen.

Ernähre ich mich richtig?

Kann ich eine Mahlzeit meinem Energiebedarf entsprechend richtig zusammenstellen? Wann hat welches Gemüse Saison? Wie viel Zucker steckt in Gummibärchen? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Ausstellung sehr anschaulich. Für weitergehende Informationen muss der Besucher allerdings oft längere Texte lesen. Daher empfiehlt sich für Interessierte an diesen Themen ein gesonderter Besuch im Agrarium.

Freilichtmuseum am Kiekeberg

Am Kiekeberg 1
21224 Rosengarten-Ehestorf
Tel. (040) 790 17 60
Öffnungszeiten, Preise und weitere Informatione auf der Website des Museums

Ein Museum zum Mitmachen

Inmitten der historischen Gebäude kochen, backen, werken, feiern im historischen Tanzsaal, malen oder Tagungen abhalten - mitmachen hat am Kiekeberg einen hohen Stellenwert. Regelmäßig finden Kurse, Märkte und Feste statt. Für Garteninteressierte bietet sich ein Besuch des Schäfer-Ast-Gartens sowie des Lüneburger Gartens an, die hinter dem Agrarium liegen. Eine Außenstelle des Museums in Moisburg zeigt eine voll betriebsfähige Wassermühle auf dem technischen Stand von 1930.

Karte: Hier liegt das Museum Kiekeberg
Kaffee und Kuchen im Museumsrestaurant Kiekeberg

Das Museumsrestaurant Kiekeberg

Nordtour -

Im Freilichtmuseum am Kiekeberg gibt es im alten Gasthof Stoof Mudders Kroog selbst gemachtes Brot und Kuchen und leckere Bratkartoffelgerichte.

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