Stand: 28.10.2016 12:34 Uhr

Gifhorn: Mühlen, Glocken und Fachwerk

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Nach mehrfachen Umbauten sieht das Alte Rathaus am Marktplatz jetzt wieder so aus wie 1562.

Eine sehenswerte Altstadt, ein ehemaliges Schloss der Welfen und attraktive Freizeit-Angebote machen Gifhorn zu einem interessanten Ausflugsziel. Als Kreuzung der einst bedeutenden Handelsrouten Salzstraße von Lüneburg nach Braunschweig und Kornstraße von Magdeburg nach Celle kam Gifhorn ab dem 13. Jahrhundert zu Wohlstand. Gastwirte, Handwerker und Kaufleute spezialisierten sich auf die Bedürfnisse der Durchreisenden. Rund um den Marktplatz stehen noch viele Fachwerkbauten aus dem 16. und 17. Jahrhundert, darunter das Alte Rathaus mit schönen Holzschnitz-Ornamenten, sowie eindrucksvolle Bürgerhäuser im Stil der Weser-Renaissance.

Spurensuche: Alte Handelsrouten rund um Gifhorn

Alte Handelsrouten in und um Gifhorn

Nordtour -

Gifhorn hat sich auf dem Wegekreuz zweier großer Handelsrouten entwickelt. Der Wohlstand, den Salz- und Kornstraße in die Stadt brachen, ist noch immer sichtbar.

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Rundblick vom Turm

Zwei Türme südlich des Zentrums bieten einen guten Blick über die 42.000-Einwohner-Stadt an den südlichen Ausläufern der Lüneburger Heide: der Müllerturm mitten auf dem 75 Meter hohen Katzenberg sowie der Wasserturm auf einer 85 Meter hohen Sandüne.

Zwei Flüsse und ein Schloss

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Das Schloss war einst Residenz der Welfen. Jetzt nutzt es der Landkreis für Büros und Veranstaltungen.

Die Innenstadt liegt fast wie auf einer Insel zwischen den Flüssen Aller und Ise. Auch das ehemalige Welfenschloss war einst eine Wasserburg, umgeben von Schloss- und Mühlensee. Es wurde 1525 im Renaissance-Stil erbaut und diente von 1539 bis 1549 als Residenz von Herzog Franz von Braunschweig und Lüneburg. Sehenswert ist die jüngst renovierte Schlosskapelle aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Sie gilt als einer der ältesten protestantischen Sakralbauten in Norddeutschland. Im Rahmen eines Besuchs im Historischen Museum kann die Kapelle besichtigt werden. Außer dem Museum nutzt auch der Landkreis das Schloss für Veranstaltungen und als Bürogebäude.

Mühlen aus aller Welt

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Mühlen international in der Südheide: links eine französische, rechts eine spanische Windmühle.

Das wohl bekannteste Touristenziel in Gifhorn ist das internationale Mühlen-Museum. Auf einem 16 Hektar großem Areal am Mühlensee finden Besucher mehr als 40 Wind- und Wassermühlen-Modelle sowie 16 große Mühlen aus aller Welt - von der ungarischen Donau-Schiffsmühle bis zur griechischen Mühle von den Kykladen. Einige von ihnen sind Originale, andere wurden nachgebaut. Mittelpunkt des Mühlen-Museums ist der Dorfplatz mit Fachwerk-Häusern im niedersächsischen Stil. Dort gibt es auch ein Müller- und Backhaus mit selbst gebackenem Brot und Kuchen.

Handwerk und Politik im Glocken-Palast

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Der Glocken-Palast wurde nach 17-jähriger Bauzeit 2013 eröffnet.

Unmittelbar neben dem Mühlen-Museum zieht ein besonderes Gebäude die Blicke auf sich: der Glocken-Palast mit 50 goldenen Kuppeln. Das Gebäude aus dunklem Holz wurde einem altrussischen Kloster nachempfunden. Initiator war der Betreiber des Mühlen-Museums, Horst Wrobel. Der Palast beherbergt ein Kunsthandwerker-Institut, eine Glocken-Gießerei sowie eine Ausstellung zu Architektur und Baukunst. Im Südtrakt steht ein großes Modell der Arche Noah. Außerdem erfahren Besucher viel über Michail Gorbatschow. Der einstige sowjetische Präsident legte 1996 den Grundstein für den Glocken-Palast und übernahm die Schirmherrschaft. Vor dem Palast erinnert eine rund 16 Meter hohe Europäische Freiheitsglocke an die Auflösung des Ostblocks und die folgende Freiheit für viele Staaten Osteuropas.

Ausflüge in die Heide

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Die Heide bietet zahlreiche Rad- und Wanderwege.

Auch das Umland von Gifhorn lohnt einen Besuch. Zahlreiche Wander-, Reit- und Radwege führen durch den landschaftlich reizvollen Naturpark Südheide mit Wäldern, Mooren und Heideflächen. Die sanft hügelige Landschaft wird auch Gifhorner Schweiz genannt. Ein schönes Ziel ist der Naturschutzpark Heiliger Hain bei Wahrenholz in der Heidemark. Er ist eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands mit ausgedehnten Heide- und Wacholderflächen. In den Auen- und Moor-Flächen am renaturierten Fluss Ise leben viele Störche.

Wassersportler finden auf der Oberaller zwischen Gifhorn und Celle ein gutes Revier zum Paddeln und Wasserwandern. Weitere Tipps für einen Besuch in Gifhorn bietet die Website der Stadt.

Karte: Sehenswertes in Gifhorn
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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 29.10.2016 / 18:00 Uhr

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