Stand: 18.10.2016 13:56 Uhr

Eutin, das "Weimar des Nordens"

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Die Stadtbucht-Promenade am Schloss wurde 2016 neu gestaltet.

Malerisch an den Ufern zweier Seen gelegen, ist Eutin mit seiner gut erhaltenen Altstadt und dem trutzigen Schloss ein sehenswertes Ausflugsziel. Das 17.000-Einwohner-Städtchen gilt heute wie einst als kultureller Mittelpunkt der Holsteinischen Schweiz.

Die romanische St.-Michaelis-Kirche mit dem schiefen Turm aus dem 12. Jahrhundert, schöne Fachwerkhäuser und stattliche klassizistische Bauten lassen Besucher in der Altstadt einen Hauch der Noblesse spüren, die Eutin schon vor Jahrhunderten umgab. Am großen Marktplatz stehen das Rathaus von 1791 und die Hofapotheke von 1635. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, steigt auf den 38 Meter hohen Wasserturm nordwestlich des Zentrums und kann von dort über die hügelige Seenlandschaft bis zur Ostsee blicken.

Die Pilgergruppe im Eutiner Schlossgarten.

Pilgern durch den Eutiner Schlossgarten

Nordtour -

Pilgern ist eine uralte Tradition, die mittlerweile wieder im Trend liegt. Die Nordtour begleitet den Probst von Eutin Peter Barz durch den Eutiner Schlossgarten.

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Ein Schloss voller Kunst

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Zur Landesgartenschau 2016 blühte es im Schlossgarten besonders prächtig.

Vom Zentrum sind es nur wenige Schritte zur bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt, dem Schloss direkt am Großen Eutiner See. Das Eutiner Schloss, vom 13. bis zum 16. Jahrhundert sukzessive errichtet und nach einem Brand Ende des 17. Jahrhundert neu aufgebaut, ist heute zum größten Teil Museum. Es präsentiert eine beeindruckende Sammlung höfischer Kultur des 18. und 19. Jahrhunderts. Dort hängen unter anderem einige Gemälde des Goethe-Freundes Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Zu den Schätzen des Museums gehört die wohl umfassendste und wertvollste Jagdhörner-Sammlung Deutschlands. Im ehemaligen Marstall ist das Ostholstein-Museum untergebracht, in dem unter anderem Kunsthandwerk aus Silber und Zinn sowie Landschaftsgemälde des 18. und 19. Jahrhunderts zu sehen sind.

Der Schlossgarten lädt zum Bummeln ein

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Der 1,8 Hektar große Küchengarten diente einst der Versorgung der Schlossbewohner.

Der prächtige Schlossgarten wurde bereits im frühen 17. Jahrhundert angelegt, zunächst als Garten im "holländischen Stil". Später ließ ihn Fürstbischof Christian August zu einem Lustgarten nach Versailler Vorbild erweitern. Ab 1787 erfolgte unter Herzog Friedrich Ludwig eine erneute Umgestaltung zum englischen Landschaftsgarten in seiner heutigen Form. In der Parkanlage lässt sich damals wie heute wunderbar bummeln, etwa in der 200 Jahre alten Lindenallee an der Schlossbucht oder rund um See- und Sonnentempel. Auf einem Areal zwischen Schlossgarten, Süduferpark, Stadtbucht und Seepark fand 2016 in Eutin die Landesgartenschau statt. Dafür wurde unter anderem der historische Küchengarten im Zentrum des Schlossgartens restauriert und neu bepflanzt. An der Stadtbucht entstand eine neue Uferpromenade.

Jeweils im Juli und August ist der Park Kulisse der Eutiner Festspiele, die 1951 zu Ehren Carl Maria von Webers ins Leben gerufen wurden und bei denen Opern unter freiem Himmel aufgeführt werden.

Auf und am See

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Auf zahlreichen Seen lässt sich die Landschaft vom Wasser aus erkunden.

Beliebt bei Touristen ist eine Schifffahrt auf dem Großen Eutiner See. Die Rundfahrt beginnt in der Saison bis zu vier Mal täglich an der Stadtbucht und dauert eine Stunde. Wer sich sportlich betätigen will, kann den See per Kanu oder mit dem Segelboot erkunden. In den Sommermonaten lädt er zum Baden ein - nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt eine hübsche historische Badeanstalt. Der umliegende Naturpark Holsteinische Schweiz bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen und Radtouren. Auf einem Areal zwischen Süduferpark, Schlossgarten, Stadtbucht und Seepark fand 2016 in Eutin die Landesgartenschau statt. Dafür wurde am See unter anderem eine neue Uferpromenade angelegt.

Wo Tischbein malte und Weber aufwuchs

Tipp

Eutins glanzvolle Geschichte hinter weißen Mauern

Um 1800 war Eutin ein kulturelles Zentrum im Norden. Davon zeugen die Schätze des Ostholstein-Museums. mehr

Seine besten Jahre erlebte Eutin im 18. und 19. Jahrhundert. Die Fürstbischöfe aus dem Hause Holstein-Gottorf holten namhafte Dichter, Denker und Künstler an den Hof. Der Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein etwa, der seinen Freund Johann Wolfgang in dem bekannten Bild "Goethe in der Campagna" verewigte, arbeitete am Hof und verbrachte auch seinen Lebensabend in der Stadt. Im Gartenhaus seines letzten Wohnsitzes in der Stolbergstraße 8 veranstaltet der gemeinnützige Verein "Kreis der Künste in Eutin" wechselnde Ausstellungen. Goethe soll Eutin gar als "Weimar des Nordens" bezeichnet haben. Carl Maria von Weber, der Komponist des "Freischütz", wurde 1786 in Eutin geboren. Eine Tafel an seinem Geburtshaus, einem zweigeschossigen Fachwerkhaus, und ein Denkmal im Schlosspark erinnern an ihn.

Die Stadt der Rosen

Eutin nennt sich selbst "Rosenstadt". Die Bezeichnung stammt vermutlich aus der Zeit, als der Herzog von Oldenburg nach einer Zeit des Exils 1813 nach Eutin zurückkehrte. Die Bevölkerung empfing ihn in der mit Rosen geschmückten Stadt. Um dem Namen "Rosenstadt" gerechter zu werden, haben die Verantwortlichen 2005 eine Rose "Schloss Eutin" im Schlossgarten anpflanzen lassen. Besonderes Merkmal ist die rosafarbene und sehr volle, prächtige Blüte, in Anlehnung an die barocke Zeit, als hier noch Herzöge residierten. Auch sportlich wird das Motto aufgegriffen: Jährlich um Pfingsten herum veranstaltet Eutin den Rosenstadt-Triathlon.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 22.10.2016 / 18:00 Uhr

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