Stand: 15.09.2016 14:12 Uhr

Die Hirschbrunft in Sankt Andreasberg erleben

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Von Wald und Wiesen umgeben: Sankt Andreasberg liegt auf einem Hochplateau des Harzes.

Ob ausgedehnte Wanderungen im Nationalpark Harz, Mountainbike-Touren und Nordic Walking oder Skifahren und Rodeln im Winter: Sankt Andreasberg im Oberharz setzt auf aktive Urlauber. Die ehemalige Bergbaustadt liegt in rund 600 Metern Höhe und hat sich zu einem beliebten Ausflugs- und Wintersport-Ort entwickelt. Im Sommer lädt ein Netz von 200 Kilometern markierter Wanderwege ein. Im Winter können Skifahrer am Matthias-Schmidt-Berg zwei Sessel- und zwei Schlepplifte nutzen, um die vier Pisten zu befahren. Ein weiteres Skigebiet liegt einige Kilometer nördlich des Zentrums von Sankt Andreasberg im Ortsteil Sonnenberg.

Weite Wiesen, steile Straßen

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Der kleine Glockenturm steht am Ortsrand über dem Zentrum von Sankt Andreasberg.

Das Zentrum des Luftkurorts, der seit 2011 zu Braunlage gehört, liegt auf einem Hochplateau, umgeben von hügeligen Bergwiesen. Fachwerkhäuser und steile Straßen prägen das Ortsbild, darunter die angeblich steilste Straße im gesamten Harz. Wer sich über Flora und Fauna des Harzes informieren möchte, findet im Nationalparkhaus am Kurpark viele Informationen. Die Ausstellung zeigt neben vielen Tierpräparaten die Zusammenhänge zwischen Natur, Kulturlandschaft und Denkmalschutz auf. Im Erlebniskino haben Zuschauer die Wahl zwischen Filmen über die Entstehung des Harzes und die Geschichte der Nationalparkidee. Weitere Abwechslung in Sankt Andreasberg bieten der Hochseilgarten im Kurpark und eine Sommerrodelbahn. Zu den beliebtesten Ausflugszielen gehört das Wahrzeichen des Städtchens, der gelbe Glockenturm auf dem 629 Meter hohen Glockenberg.

Bergbaugeschichte in der Grube Samson erleben

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Die Stufen der Fahrkunst bewegen sich gegenläufig auf und ab, der Bergmann muss zum richtigen Zeitpunkt umsteigen.

Viele Straßennamen wie Glückaufweg, Silberstraße oder Erzwäsche erinnern an die lange Bergbautraditon von Sankt Andreasberg. Um 1490 wurde die Siedlung für Bergarbeiter gegründet. Rund 50 Jahre später lebten dort bereits 2.500 Menschen, zur Blütezeit des Ortes sogar 4.000. Jetzt gibt es noch knapp 1.800 Einwohner. Ganz Sankt Andreasberg ist von einem rund 120 Kilometer langen System aus Gängen und Schächten unterhöhlt. Als letzter Bergbaubetrieb musste die traditionsreiche Grube Samson 1910 schließen, denn die Ausbeute der Harzer Bergwerke wurde immer geringer. Wer sich für die Geschichte des Bergbaus interessiert, sollte einen Besuch des Museums Grube Samson einplanen.

Das historische Schau-Bergwerk zeigt unter anderem eine gut erhaltene und funktionstüchtige sogenannte Fahrkunst - einen Fahrstuhl der Bergleute. Das um 1833 als Sensation und technische Neuerung gefeierte Beförderungsmittel ist heute weltweit das letzte seiner Art und wurde zum historischen Maschinenbau-Denkmal erklärt. Bergleute brauchten für die Ein- und Ausfahrt in die Tiefen der Grube damit nur noch 45 Minuten statt zuvor zweieinhalb Stunden pro Strecke.

Auf den Spuren des "Harzer Rollers"

Als weltweit einzigartig gilt das angeschlossene Kanarienvogel-Museum. Um 1730 brachten zugewanderte Bergleute aus Tirol Kanarienvögel als Haustiere in die Stadt. Lange galten sie als Lebensretter, denn die Vögel warnten Bergleute in den Gruben vor dem tödlichen Gas Kohlenmonoxid, indem sie anfingen zu singen. Wurde die Luft zu dünn, starben die wegen ihrer rollenden Laute "Harzer Roller" genannten Vögel.

Karte: Markante Punkte in St. Andreasberg
Weltkulturerbe

Unbekanntes Welterbe: Oberharzer Wasserregal

Seit 2010 gehört die Harzer Wasserwirtschaft zum Weltkulturerbe. Das einzigartige Wasserleitsystem lieferte dem Bergbau seit dem 16. Jahrhundert die notwendige Energie. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Lust auf Norden | 17.09.2016 | 18:15 Uhr