Stand: 29.12.2016 10:18 Uhr

Marienburg: Das Märchenschloss der Welfen

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Das Schloss thront auf dem höchsten Berg der Region.

"Es war einmal ein König, der schenkte seiner Vermählten ein Schloss mit 160 Zimmern, 30 Meter hohen Aussichtstürmen, einer Kapelle und Stallungen." Genau so beginnt die Geschichte von Schloss Marienburg. Heute ist das pittoreske Gebäude im Calenberger Land ein Museum mit prunkvollen Räumen und einer prachtvollen Bibliothek. Besucher können das Innere des Schlosses bei einer knapp einstündigen Führung oder verschiedenen Themenführungen besichtigen. Dabei bekommen sie historisches Mobiliar, Gemälde und kunsthistorische Raritäten aus dem Besitz der königlichen Welfenfamilie zu sehen.

Ein Schloss auf dem Berg

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Märchenschloss von oben

Das Schloss Marienburg sehen, wie es nur ein Vogel kann: Mit einer Drohne sind Aufnahmen entstanden, die das historische Gebäude in der Region Hannover aus ungewohnter Perspektive zeigen. Bildergalerie

Schloss Marienburg gilt als eines der bedeutendsten neugotischen Baudenkmäler in Deutschland. Es steht in 135 Metern Höhe auf dem Marienberg, 20 Kilometer südlich von Hannover bei Nordstemmen. Die Burg bildet ein Ensemble mit dem Bahnhof des kleinen Ortes Nordstemmen, der einst als königlicher Bahnhof für das Schloss ausgebaut wurde.

Königin an Planung beteiligt

Erbaut wurde Schloss Marienburg zwischen 1858 und 1867. Georg V. (1819-1878), König von Hannover, hatte seiner Frau Marie zu ihrem 39. Geburtstag ein Schloss als Sommersitz geschenkt - zunächst aber nur das Gelände. Königin Marie machte bei der Bauplanung die entscheidenden Vorgaben. Anfangs stand ihr der Gründer der Hannoverschen Architektenschule, Conrad Wilhelm Hase, zur Seite. Hase arbeitete sieben Jahre am Schlossbau mit, wurde 1864 aber nach Unstimmigkeiten mit der Bauleitung entlassen. Als Nachfolger stellte Marie Edwin Oppeler ein, einen Schüler Hases. Der bestehende Bau wurde dann um einen Rittersaal mit Fußbodenheizung und eine Schlossküche mit fließend warmem Wasser ergänzt.

Georg V. flüchtet ins Exil

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König Georg V. versuchte Zeit seines Lebens seine Blindheit in der Öffentlichkeit zu verbergen

König Georg V. hinterließ indes kaum Spuren auf der Marienburg. Er konnte die beeindruckende Anlage nie sehen, denn er war seit seiner Kindheit blind. Damit er die Burg ertasten konnte, wurde ihm ein Korkmodell gebastelt. Noch bevor das Schloss fertig gebaut war, annektierte Preußen 1866 das Königreich Hannover. Georg V. flüchtete mit Sohn Ernst August und Tochter Frederike ins Exil nach Österreich. Marie konnte sich nicht von ihrem Märchenschloss trennen und zog mit Tochter Mary und einem 40-köpfigen Hofstaat in die Marienburg ein. Doch der Aufenthalt der beiden dauerte nicht einmal ein Jahr. Im Juli 1867 folgten Marie und ihre Tochter dem König nach Österreich.

Marienburg erst 1945 wieder bewohnt

Danach war das Schloss fast 80 Jahre unbewohnt. Das änderte sich erst, als Erbprinz Ernst August III. mit seiner Frau Viktoria Luise und seinen Kindern 1945 in die Marienburg einzog. Die Familie war vor heranrückenden sowjetischen Truppen aus Schloss Blankenburg geflohen. Im Jahr 1965 verließ Viktoria Luise die Marienburg. Seither wird das "Neuschwanstein des Nordens" von der königlichen Familie nicht mehr als Wohnsitz genutzt. 2004 überschrieb Welfen-Chef Prinz Ernst August von Hannover seinem gleichnamigen Sohn das Anwesen.

Geschichte
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Kunstschätze unter dem Hammer

Etliche Möbel der Marienburg kam bei einer Auktion im Oktober 2005 unter den Hammer.

Im Oktober 2005 ließen die Welfen einen Großteil der Kunstschätze der Marienburg versteigern - etwa 20.000 Objekte. Der Erlös betrug rund 44 Millionen Euro. Die Auktion stieß teils auf heftige Kritik. "Alles in allem hat auf der Marienburg ein Ausverkauf der Welfen- wie der Landesgeschichte stattgefunden", sagte Waldemar R. Röhrbein, früherer Leiter des Historischen Museums in Hannover. Das neue Nutzungskonzept für das Schloss ruht nun auf vier Säulen ruht: Museumsbetrieb, Gastronomie, Vermietung für Privatfeiern und Veranstaltungen.

Panoramablick aus 44 Metern Höhe

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Von Schloss Marienburg reicht der Blick bis zu den Sieben Bergen im Leinebergland.

Die früheren Pferdestallungen und die Kutschenremise wurden zu einem Restaurant im Stil eines französischen Bistros aus dem 19. Jahrhundert umgestaltet. Der Hauptturm von Schloss Marienburg ist während der Saison im Zuge einer Führung für Besucher geöffnet. Aus 44 Metern Höhe bietet sich ein weiter Ausblick in das gesamte Umland. Zu sehen sind unter anderem das Leinetal, die Sieben Berge und der Hildesheimer Dom.

Konzerte und Hochzeiten

Auf Schloss Marienburg finden während der Saison zudem verschiedene Konzerte, Theateraufführungen und Kleinkunstveranstaltungen statt.

In der romantischen Schlosskapelle können sich Hochzeitspaare das Ja-Wort geben. Die Kapelle, die nach dem Vorbild der Sainte Chapelle in Paris gebaut wurde, steht auch für Taufen und weitere Gottesdienste zur Verfügung.

Schloss Marienburg

Schlossverwaltung
Marienberg 1, 30982 Pattensen
Tel. (05069) 34 80 00

Öffnungszeiten
März bis Anfang November täglich von 10-18 Uhr, letzte Führung gegen 17 Uhr
In den Wintermonaten verkürzte Besuchszeiten (siehe Link im Text oben)

Die Besichtigung der Innenräume ist nur im Rahmen einer Schlossführung möglich.

Karte: Marienburg bei Hildesheim
Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Nordtour | 09.04.2016 | 18:00 Uhr

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