Stand: 11.01.2017 16:39 Uhr

Hamburg: Grüne Metropole am Wasser

Eine Altstadt mit vielen historischen Gebäuden sucht man in Hamburg vergebens. Zwar kann die Stadt auf eine lange Geschichte zurückblicken, doch dem Großen Brand von 1842 fielen etliche Gebäude zum Opfer. Später wurden ganze Wohnviertel, die sogenannten Gängeviertel, in denen noch im 19. Jahrhundert große Teile der ärmeren Bevölkerung in drangvoller Enge und unter schlimmen hygienischen Bedingungen lebten, abgerissen. Im Zweiten Weltkrieg wurden zudem weite Teile der Stadt bei Bombenangriffen zerstört.

Relikte des alten Hamburgs

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Die Deichstraße überstand nicht nur den Großen Brand, sondern auch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs und diverse Abrisspläne.

Dennoch können sich Besucher ein Bild davon machen, wie die Stadt einst ausgesehen hat. In der Deichstraße etwa - dort, wo das Feuer 1842 ausbrach - steht heute noch eine Zeile mit schönen alten Fachwerkhäusern aus dem frühen 18. Jahrhundert. Da der Brand am nördlichen Ende der Straße begann, blieben die südlich gelegenen Häuser von den Flammen verschont. Ein Stück altes Hamburg zeigen auch die Krameramtsstuben am Michel. In den engen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert lebten einst die Witwen von Kleinhändlern. Eine der Wohnungen ist als Museum eingerichtet und kann besichtigt werden.

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St. Petri ist die älteste Kirche der Stadt. Ein Aufstieg in die Turmspitze lohnt sich.

Älteste Kirche der Stadt und eine der fünf Hauptkirchen ist die an der Mönckebergstraße gelegene St. Petri-Kirche. Ihre Ursprünge gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Zwar ging die Kirche beim Großen Brand ebenfalls fast komplett in Flammen auf, aber auch der Wiederaufbau im neugotischen Stil ist sehenswert. Der bronzene Türklopfer in Form eines Löwenkopfes ist das älteste erhaltene Kunstwerk der Stadt und in der Turmspitze befindet sich ein toller Aussichtspunkt. Der Aufstieg ist anstrengend, wird aber reichlich belohnt: Durch verglaste Bullaugen-Fenster kann man in alle Richtungen über Hamburg schauen.

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Hamburgs fünf Hauptkirchen

St. Petri, St. Jacobi, St. Katharinen, St. Nikolai und der Michel: Fünf Hauptkirchen prägen Hamburgs Panorama. Sie sind unterschiedlich, aber jede hat etwas Überraschendes zu bieten. mehr

Etwa 200 Meter weiter nördlich befindet sich mit St. Jacobi eine weitere Hauptkirche der Hansestadt. Sie beherbergt drei sehenswerte mittelalterliche Ältäre und eine Barock-Orgel des Meisters Arp Schnitger.

Der Domplatz - die Keimzelle Hamburgs

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Auf dem Domplatz stand einst die Hammaburg, die der Stadt ihren Namen gab.

Südlich der Petrikirche liegt die Keimzelle der Stadt: Auf dem Domplatz wurde im 8. Jahrhundert die Hammaburg errichtet. Später stand an dieser Stelle fast 1.000 Jahre lang der Mariendom. In früher Zeit war das Gotteshaus von einer ringförmigen Wallanlage, der Domburg, umgeben. Beides existiert nicht mehr. Heute markiert ein Wall aus schwarzem Stahlblech die einstige Wallanlage. Er umschließt eine schlichte Rasenfläche, in der 39 weiße, quadratische Bänke die einstigen Standorte der Säulen des Mariendoms zeigen. Abends sind die Bänke von innen beleuchtet.

Architektur von Weltklasse: Chilehaus und Kontorhausviertel

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Das Chilehaus ist der wohl bekannteste Klinkerbau Hamburgs.

Östlich vom Domplatz befindet sich mit dem Chilehaus ein architektonisches Highlight der Hansestadt. Das zehnstöckige Kontorgebäude ist eines der wichtigsten Bauwerke des Backstein-Expressionismus und gehört als Teil des Kontorhausviertels zum UNESCO-Weltkulturerbe. Entworfen und erbaut wurde das Chilehaus zwischen 1922 und 1924 von Fritz Höger. Bauherr war der Unternehmer Henry B. Sloman, der durch den Salpeter-Handel mit Chile reich geworden war. Markanter Blickfang ist das spitz zulaufende, östliche Ende des Klinkerbaus, das an einen riesigen Schiffsbug erinnert. Die Außenfassade ist geschwungen, Eingänge und Treppenhäuser sind mit keramischen Ornamenten verziert.

Dieses Thema im Programm:

Rund um den Michel | 15.01.2017 | 18:00 Uhr

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