Stand: 20.12.2016 16:25 Uhr

Flensburg: Deutschlands dänischste Stadt

Flensburg im hohen Norden Deutschlands liegt malerisch an der Förde und unmittelbar an der Grenze zu Dänemark. Viele Jahrhunderte gehörte Flensburg zum dänischen Hoheitsgebiet, ab 1864 zu Preußen. Die heutige Grenze besteht seit 1920, aber die Nähe zum Nachbarland ist noch immer zu spüren. In der Stadt gibt es mehrere dänische Schulen, dänische Kulturvereine und eine dänische Tageszeitung.

Der Hafen in Flensburg.

Flensburg - die Stadt an der Grenze

Nordtour -

Flensburg gehörte lange Zeit zu Dänemark und war eine der bedeutendsten Handelsstädte. Den Reichtum vergangener Jahrhunderte kann man in der Stadt an der Förde noch heute erkennen.

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Da Flensburg im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört wurde, finden Besucher in der hübschen Altstadt noch viele Spuren der 700-jährigen Geschichte: enge Gassen, große Plätze und traditionsreiche Kaufmannshöfe. Einen Schwerpunkt bilden Gebäude im Stil der Backsteingotik wie die St. Marien- oder die St. Nikolai-Kirche. Ein Großteil der Sehenswürdigkeiten verteilt sich auf den Abschnitt zwischen Nordertor und Südermarkt, einer Fußgängerzone.

Hafen und Rum-Meile

Die Entwicklung Flensburgs ist durch die Lage an der Förde eng mit der Seefahrt verknüpft. Im 18. Jahrhundert besaß die Stadt einen der bedeutendsten Handelshäfen für die Schiffe der Westindien-Flotte. Sie brachten Rohrzucker und Roh-Rum von den Karibikinseln in ihre Heimatstadt, wo er zu Zucker und trinkbarem Rum verarbeitet wurde. Damit wurde Flensburg zu einem der bedeutendsten Standorte der Zuckerproduktion im dänischen Gesamtstaat und zur Rum-Stadt. In der Blütezeit des Handels gab es mehr als 200 Rumfirmen.

Dem Rum auf der Spur

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Im 1789 errrichteten Westindienspeicher ließen Kaufleute Rum, Tabak, Kakao und Gewürze aus der Karibik lagern.

Heute ist die Tradition des Rumdestillierens fast nur noch Geschichte, aber die Stadt kann mit dem einzigen Rum-Museum Deutschlands sowie einer Rum- und Zucker-Meile aufwarten. Sie führt zu 20 Stationen quer durch die Altstadt und dokumentiert mit Hinweisschildern und einem kostenlosen Faltblatt die Handelswege der vergangenen 250 Jahre.

Oldtimer bestaunen bei der Rum-Regatta

Erinnerung an alte Zeiten und eine beliebte Veranstaltung ist die Rum-Regatta, die seit 1980 jedes Jahr am Wochenende nach Himmelfahrt stattfindet. Das größte Treffen historischer Gaffelsegler in Nordeuropa ist allerdings keine Regatta im Sinne eines Wettkampfs, sondern eine gemütliche Geschwaderfahrt inklusive Hafenfest. Um den Ehrgeiz der Segler zu bremsen, gibt es nur für den Zweitplatzierten einen Gewinn - eine Drei-Liter-Flasche Rum. Alle anderen werden mit "Schrottpreisen" bedacht.

Maritime Entdeckertour

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Maritimes Flair vor prächtiger Kulisse: der Flensburger Hafen und die Kirche St. Jürgen.

Der Hafen, der an die Altstadt grenzt, ist noch immer ein wichtiger und zentraler Ort. Von hier haben Besucher einen schönen Blick auf die Stadt, können mit Ausflugsschiffen zu Fahrten auf der Förde oder nach Dänemark starten oder bei einem Spaziergang die maritime Atmosphäre spüren. Lohnenswert ist die Besichtigung des Historischen Hafens mit seinen klassischen Segeljachten und alten Kuttern. Eine Besonderheit ist der restaurierte Salondampfer "Alexandra". Direkt am Museumshafen befinden sich in einem Gebäude das "Schiffahrtsmuseum" und das Rum-Museum.

Stadtnahe Marinas und Strände

Am östlichen Fördeufer liegt der Stadtteil Mürwik. Auf einem ehemaligen Marinegelände ist das neue Hafenviertel Sonwik entstanden. Denkmalgeschützte Marinegebäude wurden zu Apartmenthäusern umgebaut. Direkt davor entstand die moderne Marina Sonwik. Auch im Gastsegler-Hafen nahe der Hafenspitze sowie im Yachthafen Wassersleben an der dänischen Grenze finden Segler und Interessierte ein reges maritimes Leben.

Zwar ist Flensburg kein klassischer Badeort, doch stadtnahe Strände locken bei gutem Wetter zahlreiche Bewohner an die Förde. Etwas nördlich von Mürwik befindet sich der schöne Strand Solitüde. Auf der gegenüberliegenden Fördeseite besuchen Sonnenhungrige und Wasserratten die Badestelle Ostseebad, die sich am Stadtrand in Richtung Wassersleben befindet. 

Blick von der "Blumenvase"

Baum oder Blumenvase? Wasserspeicher im Stadtteil Mürwik.

Eine weitere - allerdings unbekanntere - Sehenswürdigkeit in Mürwik ist der Wasserturm. Der Bau von 1960 steht im Volkspark und ist einer von drei modernen Wassertürmen in Schleswig-Holstein. Der Architekt Trautwein wollte mit seinem Entwurf die Form der Baumkronen nachzeichnen. 18 Betonbögen stützen den Speicher, der bis zu 1,5 Millionen Liter Wasser fasst. Die Flensburger nennen ihren Wasserturm liebevoll "Blumenvase". Wer vom Turmwächter eingelassen wird, kann nicht nur das beeindruckende Innenleben besichtigen, sondern genießt von der Aussichtsplattform auch noch einen atemberaubenden Blick über die Fördestadt.

Kunst auf dem Museumsberg

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Das Heinrich-Sauermann-Haus zeigt neben Möbeln original erhaltene Bauernstuben sowie Schätze aus Gold und Silber.

Für Kunstinteressierte lohnt sich ein Besuch auf dem Museumsberg in der Altstadt. Dort gibt das Heinrich-Sauermann-Haus einen Einblick in die Kunst- und Kulturgeschichte des ehemaligen Herzogtums Schleswig vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Schwerpunkt der Ausstellung ist die Möbelsammlung des Flensburger Möbelfabrikanten und Museumsdirektors Heinrich Sauermann (1842 - 1904). Sie umfasst über 900 interessante Stücke und reicht vom mittelalterlichen Schrank bis zur klassizistischen Wohnkultur. Das benachbarte Hans-Christiansen-Haus zeigt schleswig-holsteinische Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. Dazu gehören auch Werke des bekannten Expressionisten Emil Nolde.

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