Stand: 13.10.2017 15:22 Uhr

Hier sammeln sich die Kraniche

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Von Mitte August bis Ende Oktober versammeln sich Tausende Kraniche auf den Feldern Mecklenburg-Vorpommerns, um sich zu stärken.

Lautes Trompeten kündigt sie an: Die charakteristischen Rufe der Kraniche liegen im Herbst vielerorts in Norddeutschland in der Luft. Ab dem Spätsommer rasten die majestätischen Vögel vor ihrem Weiterflug nach Süden an vielen Orten in Mecklenburg-Vorpommern: im Müritz-Nationalpark, im Nationalpark-Vorpommersche Boddenlandschaft sowie auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Auch in Niedersachsen lassen sich die Tiere gut beobachten, etwa im Tister Bauernmoor oder bei Diepholz. Der NABU informiert auf seiner Website aktuell über den Flug der Tiere.

Die Vogelbeobachtungsstation

Das Kranorama am Günzer See

Nordtour -

Am Günzer See gibt es eine neue Beobachtungsstation, das Kranorama. Auf zwei Etagen können Vogelliebhaber Kraniche aus der Nähe beobachten.

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"Vögel des Glücks" tanken Energie

Auf abgeernteten Mais- und Getreidefeldern fressen sich die "Vögel des Glücks" Energiereserven für ihren langen Weiterflug an. Ein faszinierendes Naturschauspiel ist der allabendliche Einflug der Kraniche von der Futtersuche zu den Schlafplätzen. Dann sind manchmal Hunderte Tiere im Flug zu sehen, ihre durchdringenden Rufe weithin zu hören.

Bildergalerie
7 Bilder

Der Zug der Kraniche - Ein Naturspektakel

Der Zug der Kraniche kündet seit jeher vom Herannahen der kalten Jahreszeit. Allein in Mecklenburg-Vorpommern rasten bis zu 70.000 Tiere auf ihrem Weg nach Süden. Bildergalerie

Dauerhaft leben in Deutschland mittlerweile wieder einige Tausend Brutpaare, im Herbst kommen Zehntausende Kraniche aus Skandinavien hinzu. Mehrere Zehntausend Tiere versammeln sich allein in der Region zwischen der Halbinsel Darß-Zingst und Rügen. Die Zahl schwankt jährlich mit den Bruterfolgen und den Rastbedingungen.

Der Beiname "Vogel des Glücks" stammt ursprünglich aus Schweden und bezieht sich darauf, dass im Frühjahr mit dem Kranich der Frühling ins Land zurückkehrt und mit ihm Sonne, Licht und Freude.

Kraniche behutsam beobachten

Wer die scheuen Tiere an ihren Rastplätzen beobachten möchte, sollte darauf achten, sie keinesfalls zu stören. Bei jeder Flucht verbrauchen die Tiere Energie, die sie für ihren Weiterflug dringend benötigen. Laute Geräusche, helle Kleidung und Blitzlichter beunruhigen die Kraniche und können sie vertreiben. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hat einige Verhaltensregeln für die Kranichbeobachtung zum Herunterladen zusammengestellt.

Geführte Touren

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Vom" Kranorama" aus lassen sich die Kraniche sowohl am Bildschirm als auch direkt beobachten.

Vielerorts gibt es auch geführte Touren zu den Rastplätzen der Kraniche. So können Naturliebhaber die Tiere an der Müritz mit einem sogenannten Kranich-Ticket beobachten, das beim Nationalparkservice in Federow und im Müritzeum Waren erhältlich ist. Es beinhaltet eine rund vier Kilometer lange abendliche Wanderung zu den Rastplätzen im Nationalpark. Kranichtouren bietet auch das Kurhaus Zingst an. Von Zingst sowie von Schaprode auf Rügen aus starten zudem abendliche Schiffsfahrten zu den Schlafplätzen der Kraniche an den Werder-Inseln.

Detaillierte Informationen sowie eine große Anzahl an Exkursionen zu den Kranichen bietet das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf nordwestlich von Stralsund an. Zu dem Zentrum gehört eine hölzerne Beobachtungsstation, das "Kranorama" am Günzer See. Von einer Plattform aus lassen sich dort die Vögel beobachten. Zusätzlich bietet das Kranorama eine Live-Übertragung der Kraniche vom Feld auf einen großen Bildschirm.

Wo Kraniche in Norddeutschland rasten

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Kraniche sind sehr scheu. Wer sie beobachten will, sollte die Tiere nicht stören.

Auf eigene Faust lassen sich Kraniche auch noch in einigen weiteren Regionen Norddeutschlands beobachten. So etwa am Schaalsee, am Galenbecker See östlich von Neubrandenburg, in der Lewitz und im Naturpark Mecklenburgische Schweiz.

In Niedersachsen rasten die Vögel bevorzugt im Tister Bauernmoor bei Sittensen im Landkreis Rotenburg (Wümme) sowie in der Diepholzer Moorniederung, etwa am Rehdener Geestmoor nahe Diepholz. Dort kann man die Tiere von Beobachtungstürmen aus besonders gut sehen. In Schleswig-Holstein sind sie unter anderem in der Hohwachter Bucht zu beobachten, in Hamburg im Duvenstedter Brook.

Hier können Sie Kraniche beobachten (Termine 2017)

Müritz Nationalpark
Exkursionen mit dem Kranich-Ticket
täglich bis 31.10.2017; Treffpunkt: Nationalpark-Informationsstelle Federow, Anmeldung erbeten, Wanderung etwa vier Kilometer, Dauer drei Stunden

Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf
verschiedene Exkursionen zu den Schlaf- und Nahrungsflächen
bis 20.10.2017
Start am Informationszentrum, Anmeldung unter Tel. (038323) 805 40

Fischland-Darß-Zingst
sechsstündige Exkursion mit Bus, Kutsche und zu Fuß zum Rastplatz Pramort ab Kurhaus Zingst
vom 15.09. bis 28.10.2017 jeweils Di, Do und Fr
Anmeldung unter Tel. (03823) 28 15 80

Rügen/Stralsund
Kranichfahrten mit dem Schiff zu den Schlafplätzen der Tiere an den Werder-Inseln (mit Bildershow)
vom 13.09. bis 25.10.2017
Di und Do ab Hafen Schaprode/Rügen (bis 19.10.)
Mi und Fr ab Hafen Zingst
Sa ab Hafen Stralsund
Anmeldung unter Tel. (03831) 268 10

Freie Beobachtung ohne Führung
Beobachtungstürme und Fotohütten stehen in folgenden Gebieten:
- Pramort/Ostzingst auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst
- bei Bisdorf/Groß Mohrdorf in der Nähe des Kranich-Informationszentrums
- Tankow/Ummanz auf Rügen
- an den Lewitzer Fischteichen (Mecklenburg)
- in Flemendorf am Barther Bodden
- Kranorama am Günzer See (Vorpommern)
- am Galenbecker See (Mecklenburgische Seenplatte)
- bei Sittensen am Tister Bauernmoor
- bei Diepholz am Rehdener Geestmoor

Karte: Auf der Spur der Kraniche
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