Eine Frau sitzt an einem Laptop, auf dem ein Mann beim Videochat zu sehen ist. © Colourbox Foto: Aleksandr

Homeoffice-Pflicht und 3G am Arbeitsplatz: Was bedeutet das?

Stand: 24.11.2021 08:16 Uhr

Seit 24. November gilt die 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Außerdem wird die Homeoffice-Pflicht wieder eingeführt. Arbeitgeber müssen Beschäftigen ermöglichen, von zu Hause zu arbeiten.

Bundestag und Bundesrat haben neue Corona-Regeln beschlossen. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz wird die sogenannte Epidemische Lage nationaler Tragweite aufgehoben, die Rechtsgrundlage für zahlreiche Auflagen war. Zu den neuen Maßnahmen, die bundesweit bis zum 19. März 2022 gelten, gehören auch schärfere Regeln am Arbeitsplatz: die Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht und die 3G-Regel.

3G-Nachweis vor Betreten der Arbeitsstätte

Die neue 3G-Regel bedeutet, dass Beschäftigte vor Betreten ihrer Arbeitsstätte nachweisen müssen, dass sie entweder geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Ausnahmen gelten nur für den Fall, dass Beschäftigte sich in der Arbeitsstätte testen oder impfen lassen. Arbeitgebern droht ein Bußgeld, wenn sie den Status nicht kontrollieren. Geimpfte und Genesene bekommen Zugang mit dem gelben Impfpass, einem Impfzertifikat über eine App oder einem Genesenennachweis.

Beschäftigte müssen selbst für Test-Nachweis sorgen

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die weder geimpft noch genesen sind, müssen täglich vor Betreten ihres Arbeitsplatzes einen aktuellen Corona-Test vorlegen. Nur ein zertifizierter Nachweis ist gültig (ein maximal 24 Stunden alter Antigen-Test oder 48 Stunden alter PCR-Test). Selbsttests zur eigenen Anwendung und ohne Aufsicht - privat oder vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt - gelten nicht als Nachweis. Dagegen ist ein Selbsttest vor Ort unter Aufsicht des Arbeitgebers möglich. Beschäftigte, die keinen gültigen Nachweis mitbringen und sich einem Test verweigern, dürfen das Betriebsgelände nicht betreten. Ihnen droht Lohnverlust, bei schweren Verstößen sogar die Kündigung.

Homeoffice-Pflicht: Ausnahmen für Arbeitgeber und Beschäftigte

Im Kampf gegen die Pandemie sollen Kontakte reduziert werden, deshalb wird auch die Homeoffice-Pflicht wieder eingeführt. Beschäftigte, deren Tätigkeit sich auch von zu Hause erledigen lässt, sollen nicht mehr ins Unternehmen kommen. Es gibt aber auch Ausnahmen, wenn "betriebsbedingte Gründe" dagegen sprechen. Das wäre der Fall, wenn die Betriebsabläufe nicht aufrechterhalten werden könnten oder erheblich eingeschränkt würden, wie etwa bei notwendigen Schalterdiensten mit Kunden oder Reparatur- und Wartungsarbeiten. Außerdem hängt es stark von den jeweiligen Branchen ab, ob Arbeiten tatsächlich im Homeoffice ausgeführt werden können.

Auch für Beschäftigte gibt es Ausnahmen: Gründe, die gegen das Homeoffice sprechen, können "räumliche Enge, Störungen durch Dritte oder unzureichende Ausstattung" sein.

Umfrage: Viele Arbeitgeber wollen Homeoffice wieder einschränken

Viele Firmen wollen laut einer kurz vor den jüngsten Beschlüssen erstellten Umfrage nach der Corona-Krise Homeoffice-Regeln wieder einschränken und Beschäftigte zurück ins Büro holen. Das ergab die Untersuchung des Digitalverbands Bitkom bei mehr als 600 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden. Zwar will jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) Maßnahmen für mobiles Arbeiten auch danach beibehalten und weitere vier Prozent möchten sie sogar ausweiten. "45 Prozent wollen die Maßnahmen aber teilweise zurücknehmen, weitere 27 Prozent wollen künftig kein Homeoffice mehr ermöglichen."

Derzeit erlauben laut Bitkom gut acht von zehn Firmen ihren Beschäftigten auch außerhalb der Betriebsstätte zu arbeiten. Rund 37 Prozent hätten in der Pandemie erstmals Homeoffice eingeführt, weitere 44 Prozent hätten bestehende Regelungen ausgeweitet.

Weitere Informationen
Positiver Antigen Schnelltest. © picture alliance / Eibner-Pressefoto | Weber/ Eibner-Pressefoto Foto: Weber/ Eibner-Pressefoto

3G am Arbeitsplatz: Wie Hamburger Unternehmen reagieren

Nur noch genesen, geimpft oder getestet zur Arbeit: In Hamburger Unternehmen wird der Weg offenbar überwiegend für gut befunden. mehr

Ein Schild vor einem Arbeitsplatz weißt Arbeitnehmer darauf hin, dass sie einen Covid-Nachweis zeigen müssen. © picture alliance / CHROMORANGE Foto: Michael Bihlmayer

3G am Arbeitsplatz: Das sagen Firmen in SH

Von Mittwoch an müssen alle Angestellten im Job nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet ist. Die Arbeitgeber sind gut vorbereitet. mehr

Ein Schild mit der Aufschrift "2G-Regelung. Bitte Impfnachweis" hängt am Fenster eines Lokals in Hamburg. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Neue Corona-Regeln: Bundesweite Einschränkungen für Ungeimpfte

Im Einzelhandel sowie bei Kultur- und Freizeit-Veranstaltungen gilt künftig bundesweit die 2G-Regel. Für Ungeimpfte gibt es Kontaktbeschränkungen. Auch ein Böllerverbot kommt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 19.11.2021 | 14:00 Uhr