Angelika-Tübke-Ausstellung beim NDR in Hamburg

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Prof. Dr. Hans Jürgen Wendel, Angelika Tübke, Lutz Marmor, Karl-Heinz Kutz (von links)

Angelika Tübke, Kunstmalerin aus Dalliendorf bei Wismar, hat sich von 36 ihrer Werke getrennt - wenn auch nur auf Zeit. Die Bilder - überwiegend Stillleben und Porträts - hängen jetzt beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Noch bis Februar 2009 ist dort in den Räumen der beiden Aufsichtsgremien Rundfunkrat und Verwaltungsrat die öffentlich zugängliche Ausstellung "Angelika Tübke - Eine Malerin der Leipziger Schule in Mecklenburg" zu sehen. "Wir wollen mit Ausstellungen wie dieser sowohl Künstlern ein Forum in der Kunstmetropole Hamburg bieten als auch unsere vier Länder einander näher bringen und auf die wichtigen Institutionen Rundfunkrat und Verwaltungsrat des NDR aufmerksam machen", so Dr. Karl-Heinz Kutz. Der Rostocker Wissenschaftler ist derzeit Vorsitzender des 58 Mitglieder umfassenden Rundfunkrats. Über ihn war der Kontakt zu Angelika Tübke zustande gekommen. Kutz hatte es sich nicht nehmen lassen, die Exponate für die Ausstellung in Hamburg gemeinsam mit der Künstlerin persönlich auszuwählen.

NDR Intendant Lutz Marmor zeigte sich von dem Projekt angetan: "Norddeutschland hat hervorragende Künstlerinnen und Künstler. Diese wechselnden Ausstellungen sind eine gute Möglichkeit, einen kleinen Ausschnitt der vielfältigen Werke zu zeigen." Der Senderchef erinnerte daran, dass die Förderung von Kunst und Kultur zum Programmauftrag des Norddeutschen Rundfunks gehört. "Wo immer wir dazu beitragen können, auch außerhalb unseres Hörfunk- und Fernsehprogramms die Werke norddeutscher Künstlerinnen und Künstler zu zeigen, wollen wir das gerne tun", so Marmor.

"Die einzige Extravaganz, die sich Angelika Tübke leistet, ist: sich keine Extravaganz zu leisten!" Mit diesen Worten beschrieb Prof. Dr. Hans Jürgen Wendel von der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock bei der Ausstellungseröffnung am vorletzten November-Wochenende die detailreiche, äußerst disziplinierte Arbeitsweise von Angelika Tübke. Die Handschrift der 1935 in Dessau geborenen Künstlerin gilt Kennern als unverwechselbar: Mit größter Akribie bannt Angelika Tübke ihre Motive in altmeisterlicher Malweise auf die Leinwand. Zum Dargestellten - zu Menschen ebenso wie zu Pflanzen oder Tieren - entwickelt sie dabei ein besonderes Verhältnis. "Liebe und Dienen" sind nach ihrem eigenen Bekunden dabei die zentralen Begriffe: Angelika Tübke stellt sich in den Dienst der Sache, die sie abbilden will. Ihr Handwerk erlernte sie in den Jahren 1954 bis 1959 durch ihr Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Danach war sie freischaffend zunächst in Leipzig tätig, ab 1982 dann in Dalliendorf, heute einem Ortsteil von Bobitz im Landkreis Nordwestmecklenburg.

Dort, im Haus von Angelika Tübke, bemerken Besucher derzeit die eine oder andere kahle Stelle. "Die Bilder, die jetzt in Hamburg sind, hängen alle bei mir zu Haus an den Wänden", so Angelika Tübke. "Sie können sich sicher vorstellen, wie leer es da jetzt ist!"

Die Ausstellung "Angelika Tübke - Eine Malerin der Leipziger Schule in Mecklenburg" ist wochentags im Haus der NDR Gremien, Werderstraße/Haus 22, in Hamburg zu sehen. Um vorherige Terminabsprache unter Tel. 040/4156-2488 wird gebeten.

 

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