Stand: 04.12.2014 17:31 Uhr

"Qualität in den öffentlich-rechtlichen Programmen": Klausurtagung des NDR Rundfunkrats

Das Thema "Qualität" stand im Mittelpunkt einer Klausurtagung des NDR Rundfunkrats am Donnerstag, 4. Dezember, in Hamburg. In Vorträgen wurde die Qualitätsdebatte im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus der Sicht von Gremien, Wissenschaft, Sendern und Redaktionsvertretern beleuchtet.

obere Reihe (v.li.): Ute Schildt, Uwe Grund, Anja Würzberg, Prof. Dr. Wolfgang Schulz; untere Reihe (v.li) : Ursula Thümler, Dr. Koralia Sekler, Susanne Spiekermann, Ilse Brandner-Radinger, Dagmar Pohl-Laukamp. © NDR
obere Reihe (v.li.): Ute Schildt, Uwe Grund, Anja Würzberg, Prof. Dr. Wolfgang Schulz; untere Reihe (v.li) : Ursula Thümler, Dr. Koralia Sekler, Susanne Spiekermann, Ilse Brandner-Radinger, Dagmar Pohl-Laukamp.

Zu den Referenten zählten Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Hans-Bredow-Institut, Hamburg; Ilse Brandner-Radinger, ORF-Publikumsrat, Wien; Susanne Spiekermann, Geschäftsstelle der Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD; Anja Würzberg, NDR Redakteurin, Hamburg; und Torben Börgers vom NDR Redakteursausschuss.

Ute Schildt, Vorsitzende des Rundfunkrats: "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht für Qualitätsangebote in Radio, Fernsehen und Internet. Die Standards zu sichern und nach weiteren Optimierungsmöglichkeiten zu suchen, ist eine dauerhafte Aufgabe.

Ute Schildt © NDR
Ute Schildt, SPD Mecklenburg-Vorpommern

Dabei möchte der Rundfunkrat die Unternehmensleitung des NDR auch in Zukunft unterstützen. Deshalb werden wir den konstruktiven Dialog weiter pflegen, um Impulse zu geben und unseren Beitrag zur Weiterentwicklung der öffentlich-rechtlichen Angebote in qualitativer Hinsicht zu leisten. Dazu hat die Klausurtagung wichtige Anregungen gegeben."

Überlegungen zum Qualitätsbegriff aus wissenschaftlicher Sicht präsentierte Prof. Dr. Wolfgang Schulz vom Hans-Bredow-Institut. Dabei ging er insbesondere auf medienrechtliche Aspekte ein, die bei der Frage nach der Rolle der Gremien in der Qualitätsdebatte von Belang sind. Schulz erinnerte daran, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk "ein vollständiges publizistisches Konzept in der gesamten Bandbreite" zur Verfügung stellen müsse; ihm komme nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts keine "Lückenfüller-Funktion" zu.

Von einem Workshop der Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD berichtete Susanne Spiekermann. Dabei ging es um das Selbstverständnis der Gremien als Mittler zwischen Gesellschaft und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Qualitätsmanagement müsse im Dialog zwischen den Gremien, den Häusern, der Öffentlichkeit und Experten stattfinden, so die Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer.

Zu einem Blick auf den Rundfunk beim Nachbarn Österreich lud der Vortrag von Ilse Brandner-Radinger ein. Sie stellte die Arbeit des ORF-Publikumsrats vor, der über einen eigenen Qualitätsausschuss verfügt. Anja Würzberg berichtete über das Qualitätsmanagement im NDR; ihr Referat wurde ergänzt durch Beispiele aus dem Redaktionsalltag und einen Bericht aus der Tätigkeit des NDR Redakteursausschusses.