Stand: 09.03.2010 09:45 Uhr

Mißbrauchsfälle: GAL droht mit finanziellen Konsequenzen

von Jörn Straehler-Pohl

In der Debatte über Mißbrauchsfälle an katholischen Schulen wird der Ton schärfer. Der Rechtspolitiker der Hamburger GAL-Fraktion, Farid Müller, bringt im Gespräch mit NDR 90,3 finanzielle Sanktionen gegen die Kirche ins Spiel. Der Koalitions-Partner CDU spricht von einer nicht abgesprochenen Einzelmeinung.
Die Kirchen bekommen vom Staat Geld für ihre Schulen. Deshalb, so der Hamburger GAL-Rechts-Experte Farid Müller, trage der Staat auch eine Mitverantwortung dafür, was an diesen Schulen passiere. Die Bundesländer müssten sich also gemeinsam überlegen, wie sie mit den privaten konfessionellen Schulen in Zukunft umgehen. In der Konsequenz bedeutet das: Sollte die katholische Kirche keine Lehren aus den Mißbrauchsfällen der vergangenen Jahrzehnte ziehen, muss ihr zur Not auch der Geldhahn zugedreht werden. Beim Koalitionspartner CDU stößt dieser Vorstoß auf Verwunderung: Wir haben klare Verträge und die können wir nicht einfach so brechen, sagt Schulpolitiker Marino Freistedt. Nach seiner Ansicht vertritt der Grüne Farid Müller eine Einzelmeinung, über die in der Koalition noch nicht gesprochen worden ist. - Unterdessen hat Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eine finanzielle Entschädigung für Mißbrauchsopfer gefordert. Der Süddeutschen Zeitung sagte sie, dies wäre ein Stück Gerechtigkeit für die Opfer. Gestern (Montag) hatte die Bundesregierung zu einem Runden Tisch zum Thema Mißbrauch eingeladen.

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