Stand: 14.08.2008 13:03 Uhr

Streit um Möbelhaus Höffner

von Reinhard Postelt

Die Möbelhaus-Kette Höffner erwägt eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe gegen den Hamburger Senat.
Anlass ist eine angebliche Geheimabsprache, den Bau eines Möbelhauses in Eidelstedt nicht zu genehmigen.
Laut eines Gesprächs-Protokolls haben Stadtentwicklungs-Senatorin Anja Hajduk und Bürgermeister Ole von Beust bereits während der Koalitionsverhandlungen heimlich beschlossen, den Bau zu verhindern.



In der Berliner Zentrale von Möbel Höffner herrscht Unmut über Hamburgs Senat. Vor der Wahl habe der eine Genehmigung klar in Aussicht gestellt. Jetzt trete der Senat offenbar von seinen Zusagen zurück, aber nur im Geheimen, weil er nach außen das Genehmigungsverfahren weiterlaufen lasse, als sei nichts geschehen. Möbel Höffner Chef Kurt Krieger plant nun, 20 Millionen Euro Schadenersatz von Hamburg einzuklagen.
Unmut gibt es auch in den beiden Regierungsparteien CDU und GAL. Die CDU-Wirtschaftsexpertin Barbara Ahrons fordert, den Bau des riesigen Möbelhauses in Stellingen zu genehmigen. Um der Glaubwürdigkeit der Politik willen hoffe sie, dass es keine geheimen Absprachen am Rande der Koalitionsverhandlungen gab. Zu NDR 90,3 sagt Ahrons wörtlich: Man kann einem Unternehmen, das schon so viel investiert hat , nicht einfach APRIL APRIL sagen. Es gehe um Hamburgs Ruf bei Investoren. Die Grünen halten den Möbel Höffner-Bau dagegen weiter für unzumutbar für Anwohner und örtliche Einzelhändler. Der
GAL-Bürgerschafts-Abgeordnete Horst Becker ist empört, dass das geheime Behördenprotokoll an die Medien gegeben wurde. Daran könne nur die CDU ein Interesse haben. Wörtlich sagt er: "Das ist ein Tritt zwischen unsere Beine."

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