Stand: 24.03.2015 12:33 Uhr  | Archiv

Lupine - Nahrungsmittel der Zukunft?

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Lupinenfasern lassen sich als Ersatz für tierisches Fett verwenden - und senken den Cholesterinspiegel.

Die hübsche und anspruchslose Lupine ist seit Jahrzehnten nicht nur in Gärten zu Hause. In der Landwirtschaft ist sie als Stickstoff bindender Gründünger und als Futtermittel im Einsatz. Seit einigen Jahren stehen die Samen der blaublühenden Süßlupine bei Ernährungswissenschaftlern hoch im Kurs, denn sie enthalten viel pflanzliches Eiweiß und können tierisches Fett ersetzen. Außerdem enthält die Lupine Vitamin E und eine Anzahl von wichtigen Spurenelementen, darunter Kalium, Kalzium und Magnesium. Das Öl ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Und die Schalen lassen sich zu Mehl verarbeiten, das bereits in vielen glutenfreien Backwaren steckt.

Fettarme und eiweißreiche Produkte

Forscher arbeiten an fettarmen, eiweißreichen Lupinen-Produkten. In einem besonderen Verfahren wird das Protein aus den Samen extrahiert. Es entsteht ein Isolat mit 90 Prozent Eiweißanteil in der Trockenmasse. Diese Masse ist geschmacksneutral und daher eine ideale Grundlage für verschiedene Produkte. Im Handel sind bereits Eiscreme, Wurst, Joghurt, Dressing, Brötchen, Milch und Fleischersatz aus der Lupine. Eine Lupinenwurst hat beispielsweise 30 Prozent weniger Fett als eine Fleisch-Wurst.

Vorsicht bei Erdnussallergie

Studien belegen, dass Lupinenfasern den Cholesterinspiegel senken und sich das Eiweiß günstig auf den Blutdruck auswirkt. Allerdings reagieren manche Menschen allergisch auf Lupinen. Besonders Erdnussallergiker und Menschen, die auf Hülsenfrüchte allergisch reagieren, sollten vorsichtig sein. Im schlimmsten Fall droht ein anaphylaktischer Schock.

Interviewpartner im Beitrag:

Marc Zillmann
Lebensmitteltechnologe
Prolupin GmbH
Tribseeser Chaussee 1, 18507 Grimmen
Internet: www.prolupin.de

M.Sc.oec.troph. Janine Krüger
Doktorandin
Ernährungsmedizin
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin A
Universitätsmedizin Greifswald
Ferdinand-Sauerbruch-Straße
17475 Greifswald
Internet: www.medizin.uni-greifswald.de

Walter Kienast
Fleischer
Geschäftsführer Greifen Fleisch GmbH
Wolgaster Straße 114
17489 Greifswald
Tel. (03834) 571 40
Fax (03834) 50 28 67
Internet:www.greifen-fleisch.eu/innovationen

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Visite | 24.03.2015 | 20:15 Uhr

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