Stand: 20.06.2017 14:00 Uhr

Lupinen - hochwertiger Eiweißlieferant

Sie sehen aus wie eine Kreuzung aus Mais und Bohnen: die Samen der Süßlupine. Von Natur aus enthält die Hülsenfrucht große Mengen an bitteren und giftigen Alkaloiden. Das Bundesamt für Risikobewertung warnt davor, die Samen wilder Pflanzen auf Wiesen, Bahndämmen und im Garten zu essen. Denn Alkaloide können unsere Nerven und die Verdauung schwer beeinträchtigen und Kreislaufbeschwerden und Atemlähmung auslösen. Zum Glück gelang es bereits vor fast hundert Jahren, die Bitterstoffe herauszuzüchten.

Lupinen

Lupinen - hochwertiger Eiweißlieferant

Visite -

Die meisten Menschen kennen die Lupine als schöne Blume. Doch sie ist mehr als das: Die Samen der blaublühenden Süßlupine stehen als Lebensmittel hoch im Kurs.

5 bei 5 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Fast so eiweißreich wie Sojabohnen

Die Samen der blau blühenden Süßlupine stehen als Lebens- und Futtermittel hoch im Kurs: Sie enthalten genauso viel Eiweiß wie Sojabohnen - fast 40 Prozent. Das hochwertige Lupinen-Eiweiß enthält alle lebensnotwendigen Aminosäuren. Außerdem ist es reich an Vitamin E und wichtigen Spurenelementen wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Die heimische Frucht kommt zudem ohne Gentechnik aus.

Samen werden zu Mehl oder Fleischersatz

Die Lebensmittelindustrie verarbeitet Süßlupine zu Mehl, Aufstrichen, Nudeln, Protein-Pulver und gar zu Kaffee, Milch und Fleischersatz. Lupinenmehl macht beispielsweise Brotteig geschmeidig und hält die Waren länger frisch. Es gibt dem Brot einen leicht nussigen Geschmack und bindet aufgrund seines hohen Fettanteils den Teig gut. Außerdem enthält es wenig Stärke und kein Gluten. Allerdings sollte man Lupinenmehl immer mit anderem Mehl mischen, sonst werden die Backwaren zu fest. Isoliertes Lupinen-Eiweiß wird, zu einer faserigen Masse gepresst, als Fleischersatz verarbeitet. Lupinenwurst enthält genauso viel Eiweiß wie Wurst vom Tier, aber deutlich weniger Purin. Das ist gut für unsere Gelenke und beugt Gicht und Nierenproblemen vor.

Lupineneinweiß als kalorienarmer Fettersatz

Lupineneiweiß kann auch Fett ersetzen und so aus einer Praline mit 40 Kalorien eine fettarme mit acht Kalorien machen. Zwar kann es, anders als echtes Fett, keine Geschmacksstoffe tragen, hat aber eine ähnliche Konsistenz. Deshalb ist das Mundgefühl so cremig, wie man es von fettreichen Lebensmitteln kennt. Lupinen-Eis kommt daher ohne Zusatz von Milch oder Sahne aus.

Erdnussallergiker sollten aufpassen

Aber Vorsicht: Manche Menschen reagieren allergisch auf Lupinen. Besonders Erdnussallergiker sollten vorsichtig sein. Für alle Nicht-Allergiker ist die Lupine eine gesunde Alternative - nicht nur für Vegetarier.

Rezepte

Dinkel-Lupinen-Brot

Dieses Brot wird mit Lupinenmehl gebacken und enthält daher viele Ballaststoffe und viel Eiweiß. Außerdem gibt es dem Brot einen angenehm nussigen Geschmack. mehr

Veganer Wurst-Käse-Salat

Als Wurst- und Käseersatz kommen für dieses Rezept Produkte aus Lupinen zum Einsatz. Mit Gewürzen und Kräutern wird daraus ein würziger Salat. mehr

 

Interviewpartner

Interviewpartner im Beitrag:
Dennis Heider, examinierter Diätassistent
HealthCompany Ernährungsberatung
Falkenweg 24, 21717 Fredenbeck (bei Stade)

Thomas Sampl, Koch
Süderstraße 159 a, Hamburg
Internet: www.thomas-sampl.de

Ratgeber:
Martina Kittler, Barbara Klein: Lupine: Flower-Power-Proteine.
128 S.; Gräfe und Unzer (2017); 14,99 Euro

Weitere Informationen

Lecker essen ohne Fleisch

Jedes Jahr verzehren die Deutschen pro Kopf rund 60 Kilogramm Fleisch. Doch Experten empfehlen Fleisch nur in Maßen. Produkte aus Tofu, Lupinen oder Seitan sind eine Alternative. mehr

Dieses Thema im Programm:

Visite | 20.06.2017 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

09:46 min

Zander auf Spitzkohl mit Pfifferlingsknödeln

28.06.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
00:57 min

Welche Pflanzen passen ins Rosenbeet?

28.06.2017 20:00 Uhr
NDR 90,3
06:15 min