Stand: 15.03.2017 11:00 Uhr

Gicht erkennen und behandeln

Plötzlicher Schmerz im Gelenk, scharf wie Tausend Nadelstiche - so äußert sich ein Gichtanfall. Häufig fängt es in den Zehen an, aber auch Knie- oder Fingergelenke können betroffen sein. Bei Männern tritt der erste Anfall oft um das 40. Lebensjahr herum auf. Frauen trifft es eher erst nach der Menopause - das weibliche Geschlechtshormon Östrogen schützt vor dieser chronischen Stoffwechselstörung.

LKW-Fahrer im Führerhaus knabbert Nüsse. © NDR

Purinarme Kost soll Gicht lindern

Die Ernährungs-Docs -

Stechende Schmerzen in den Gelenken: Fernfahrer Jürgen H. leidet seit sieben Jahren an Gicht. Können eine purinarme Ernährung und Bewegung seine Beschwerden lindern?

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Ursache

Gicht (Arthritis urica) ist die Bezeichnung für eine Reihe verschiedener Stoffwechselstörungen und deren Folgeerkrankungen. Die genetische Veranlagung dazu wird vererbt, für einen Ausbruch müssen allerdings verschiedene Bedingungen zusammenkommen. Wohlstandsbedingt ist Gicht heute eine Volkskrankheit. Früher hieß sie "die Krankheit der Könige", denn Übergewicht und eine fettreiche, opulente Ernährungsweise fördern den Ausbruch erheblich. Das Risiko steigt drastisch bei Übergewicht und erhöhtem Konsum von Fleisch- und Meeresfrüchten.

Das passiert bei Gicht

Bei Gicht ist meist die Ausscheidungsfunktion der Nieren beeinträchtigt und/oder der Harnsäure-Stoffwechsel im Körper gestört. Bis zu 30 Prozent aller Männer haben erhöhte Harnsäurewerte (Hyperurikämie), aber nur um die fünf Prozent aller Frauen.

Harnsäure entsteht beim Stoffwechsel aus Purinen. Da Purine in den Zellkernen vorkommen, sind besonders Lebensmittel, die viele Zellen enthalten, purinreich. Kurz gesagt befinden sich Purine im Eiweißanteil der Nahrung, denn Zellen liefern zugleich Proteine.

Normalerweise entfernt unser Körper überschüssige Harnsäure über die Nieren und den Darm. Bildet der Körper zu viel Harnsäure oder scheidet zu wenig aus, dann erhöht sich die Konzentration im Blut, Kristalle lagern sich in den Gelenken ab. Reichhaltiges Essen mit Fleisch oder übermäßiger Alkoholkonsum sowie in Einzelfällen zuckerreiche Speisen können dann einen Gichtanfall auslösen. Ein erhöhter Harnsäurespiegel fördert darüber hinaus die Arterienverkalkung und erhöht damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Unbehandelt kann Gicht zu Deformierungen und verminderter Gebrauchsfähigkeit der betroffenen Gelenke führen.

Symptome

Äußerlich sichtbare Anzeichen eines erhöhten Harnsäurespiegels können Veränderungen an den Gelenken sein. Auch in der Haut kommt es manchmal zu Kristallansammlungen, die als weißliche Knoten sichtbar werden. Gichtanfälle treten häufig am großen Zeh auf, aber auch in den Knien oder Fingern. Der Schmerz fühlt sich an, als ob kleine Scherbenbrösel im Gelenk knirschen. Rötung, Schwellung und teils Fieber kommen hinzu.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 30.01.2017 | 21:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Gicht-erkennen-und-behandeln,gicht102.html

Ernährungs-Therapie

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